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stern-Ranking: Spiel, Spaß und wilde Tiere – das sind die besten Freizeitparks in Deutschland

Vor der Haustür lockt das Abenteuer. Freizeitparks boomen. Aber welcher ist wie gut? Zehntausend Besucher haben für den stern die besten Freizeitparks in Deutschland gekürt. 

Von Rolf-Herbert Peters

Freizeitparks in Deutschland: Europapark

Der Europa-Park ist der Park der Superlative: Kein anderer der Freizeitparks in Deutschland wird von den Umfrageteilnehmern so oft weiterempfohlen. 5,6 Millionen Besucher strömen jedes Jahr in die Erlebniswelt im Dreiländereck. Das liegt wohl auch an der rekordverdächtigen Zahl an Attraktionen: Es sind 100 – darunter mehrere rasante Achterbahnen.

Plötzlich ist Robert, schlank und 17 Jahre alt, ein Fleischklops um die 40. Statt T-Shirt trägt er ein Blümchenhemd, sein neues Gesicht erinnert an Fred Feuerstein. Auch die zwölf Leute um ihn herum haben sich verwandelt. Aus Frauen wurden Männer und umgekehrt. Einer trägt einen bunten Turban auf dem Kopf.

Robert und die anderen Gäste im Europa-Park Rust stehen vor einem irrealen Höllenritt. Sie tragen Virtual-Reality-Brillen, die Avatare aus ihnen machen. "Bitte los", sagt der Mann mit dem Turban, und alle steigen in einen schwebenden Cyberzug, der in Wahrheit eine Achterbahn ist. Am Steuer: ein Alien mit schlaksigem Rüssel. Der jagt die Fahrgäste durch eine computergenerierte Welt namens Alpha. Außer dem Fahrtwind und dem Auf und Ab ist nichts real. "Irre, wie die echte Achterbahn und die künstliche Welt synchronisiert sind", sagt Robert am Ende.

Mehr als 10.000 Besucher wurden zu Freizeitparks in Deutschland befragt

"Eurosat Coastiality" heißt der Ritt. Er ist eine der vielen Innovationen, mit denen die deutschen Parkbetreiber in die Saison 2019 starten. Jedes Jahr müssen sie sich fragen: Womit lassen sich die Gäste anlocken? Der stern hat gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov dazu eine große Umfrage bei mehr als 10.000 Besuchern durchgeführt, die 15.000 Urteile abgegeben haben. Herausgekommen ist eine Rangliste der besten deutschen Freizeitparks.

Freizeitparks in Deutschland: Europapark Rust

Virtual Reality: Fahrgeschäfte bekommen durch die Digitalisierung einen neuen Kick

Pro Anlage mussten 19 Fragen plus Unterpunkte beantwortet werden. "Das war richtig Arbeit", sagt Marktforschungsexperte Werner Müller-Schirmer von YouGov, "da wurde oft eine halbe Stunde oder mehr investiert." Bei der Auswertung liegt das größte Gewicht auf der Wiederempfehlung. Deutlich mehr als 50 Prozent ist ein Spitzenwert, von dem Markenartikler träumen. Hier gibt es mit 66 Prozent einen Spitzenreiter: den Europa-Park Rust. Er zählt mit acht anderen zu den Fünf-Sterne-Parks (siehe Tabelle unten). Es gibt aber noch mehr Gewinner – in den Einzelkategorien. Die besten Shows erlebten die Befragten im Filmpark Babelsberg. Die heißeste Action im Phantasialand Brühl. Das leckerste Essen genossen sie in der Autostadt Wolfsburg. Und das meiste fürs Geld gab’s in Kernie’s Familienpark in Kalkar. Wer hier online bucht, was Experten grundsätzlich empfehlen, weil in der Regel Sonderangebote nur im Web offeriert werden, bekommt das Pauschalticket inklusive Snacks für 24,95 Euro.


Die Bestenliste der Freizeitparks in Deutschland

Unten finden Sie die Top 15 der deutschen Freizeitparks - die komplette Übersicht mit fast 50 Parks sowie allen Details und Ergebnissen des stern-Tests können Sie hier herunterladen. Die Reportage wird unter der Tabelle fortgesetzt.

ParkOrtInternet
Erlebnispark TripsdrillCleebronn, Baden-Württembergwww.tripsdrill.de
Europa-ParkRust, Baden-Württembergwww.europapark.de
Heide Park ResortSoltau, Niedersachsenwww.heide-park.de
PhantasialandBrühl, NRWwww.phantasialand.de
Playmobil FunparkZirndorf, Bayernwww.playmobil-funpark.de
Saurierpark KleinwelkaBautzen, Sachsenwww.saurierpark.de
Serengeti-ParkHodenhagen, Niedersachsenwww.serengeti-park.de
SonnenlandparkLichtenau, Sachsenwww.sonnenlandpark.de
WeltvogelparkWalsrode, Niedersachsenwww.weltvogelpark.de
Autostadt WolfsburgWolfsburg, Niedersachsenwww.autostadt.de
Bavaria FilmstadtMünchen, Bayernwww.filmstadt.de
Erlebnispark Schloss ThurnHeroldsbach, Bayernwww.schloss-thurn.de
Filmpark BabelsbergPotsdam, Brandenburgwww.filmpark-babelsberg.de
Freizeitland GeiselwindGeiselwind, Bayernwww.freizeit-land.bayern
Freizeitpark LochmühleWehrheim, Hessenwww.lochmuehle.de

Der stern besuchte den Europa-Park, den Serengeti-Park und das Irrland

Jeder Park hat seinen sehr speziellen Charakter. Der stern hat neben dem Europa-Park zwei weitere viel gelobte Anlagen besucht, die völlig unterschiedliche Ideen verfolgen: den Serengeti-Park Hodenhagen und das Irrland am Niederrhein.

Im Europa-Park philosophiert Roland Mack, 69, Grandseigneur der Inhaberfamilie, in Jeans und Pullover über die Vergnügungsindustrie: "Die Gäste werden immer anspruchsvoller. Ohne Top-top-top-Angebote geht gar nichts mehr." Betagte Achterbahnen wie beim "Eurosat Coastiality" mit VR-Brillen aufzumotzen, findet er ideal: "Viele Kinder zwischen 12 und 18 Jahren sind ganz verrückt nach der VR-Brille. Und Oma und Opa auch, die wollen die Reaktionen ihrer Enkel sehen." Er hat offenbar den richtigen Riecher: 2018 kamen 5,6 Millionen Besucher – deutscher Rekord.

Spaß im Freizeitpark

Sein Park ist ein Gigant: Mehr als 100 Attraktionen, darunter 13 Achterbahnen, ein Märchenwald, 3-Dund 4-D-Kinos, Boots- und Bimmelbahnfahrten. Und jeden Tag: 23 Stunden Showprogramm mit 300 Künstlern inklusive Eisrevue und Reitershow. Zudem Imbiss- und Verkaufsshops, Erlebnishotels und Tipizelte zum Übernachten. Was nervt: Der Park ist inzwischen bis an die Schmerzgrenze vermarktet. Die "Silver Star"-Achterbahn wird von Mercedes gesponsert, der "Blue Fire" von Gazprom, die österlich geschmückten Gärten von Lindt, der Fußball-Autoscooter von Adidas – um nur einige Beispiele zu nennen.

"So was Großes habe ich auch noch nicht gebaut"

Das Business der Macks läuft so gut, dass sie für Innovationen immer tiefer in die Tasche greifen können. Anderthalb Kilometer vom Park entfernt, auf einem 45 Hektar großen Areal, bauen sie für 180 Millionen Euro ein kolossales Spaßbad, das im Herbst eröffnet werden soll: Rulantica. 25 Attraktionen, vom Wellenbad über Riesenrutschen bis zur Wasser-Halfpipe, sollen bis zu 10.000 Gäste am Tag ködern. Eintritt: um die 40 Euro.

Noch ist Rulantica eine Baustelle. Handwerker schwirren umher. Einige gestalten das Foyer in Fabrikhallenoptik. Stahlträger und rote Klinker mit weißen Schlieren trimmen den Raum auf Industriezeitalter. Macks Bauleiter Thomas Renner-Boh zeigt die Räume, in denen bald 3800 Schließfächer stehen: "Alles wird nordisch, mystisch, rau." Die Halle mit dem Wellenbad – 800 Quadratmeter Wasserfläche – und vielen weiteren Becken ist gewaltig wie eine Kathedrale. Das Dach schwebt über 90 Meter frei. Renner-Boh schaut nach oben: "So was Großes habe ich auch noch nicht gebaut."

Gleich gegenüber lässt Mack sein sechstes Themenhotel hochziehen: das Krønasår. Stil: nordisches Naturkundemuseum. Im Restaurant hängt schon ein echtes Wikingerboot von der Decke. Es gibt 304 Zimmer, davon 28 Suiten. Die Stockbetten für die Kinder sehen aus wie Reisekoffer, in den Regalen stehen antike Bücher in Lederoptik – alles Sonderanfertigungen. Draußen formen Arbeiter einen weitläufigen künstlichen Fjord mit Anlegestegen. Das Krønasår soll am 24. Mai eröffnet werden – "wir haben schon 60.000 Betten verkauft", sagt Mack voller Stolz.

Im Serengeti-Park leben 1500 exotische Tiere

Freizeitparks haben Konjunktur. 2018 kamen rund 39,4 Millionen Besucher – zehn Millionen mehr als noch 2008. Und ein immer größerer Teil bleibt mehrere Tage. Ein Kurzurlaub in den großen, lauten Rummelanlagen ist attraktiv, aber teuer: Drei Tage im August in einem Europa-Park-Hotel inklusive Eintritt kann eine vierköpfige Familie mehr als 1000 Euro kosten. Im Hotel Ling Bao im Phantasialand beträgt der Standardpreis gut 650 Euro für zwei Nächte.

Es geht auch besinnlicher. Mila, 5, hat heute Geburtstag – und sich einen Besuch im Serengeti-Park Hodenhagen gewünscht. Sie darf umsonst rein, ihr Eintritt ist im 79 Euro teuren Ticket der Eltern schon enthalten. Die Familie reist gern aus dem Harz in die Lüneburger Heide, wo auf 220 Hektar zwischen Wacholder und Erika rund 1500 exotische Tiere leben. Besucher können die Gehege mit einem Safari-Fahrzeug oder mit dem eigenen Auto durchstreifen. Auge in Auge mit Nashorn und Weißem Tiger: 65 Prozent der Gäste empfehlen das familientaugliche Abenteuer weiter.

Der VIP-Jeep fährt in das Gehege "Ostafrika" ein. Mila, rosafarbene Blumen im Haar, starrt aufgeregt zwei Giraffen an, die wie in Zeitlupe auf sie zukommen. Ihre Händchen umklammern Möhrenstücke, die ihr die Rangerin, die den Wagen steuert, in einem blauen Eimer gereicht hat. Plötzlich senkt Giraffe Polly den Kopf und streckt ihre lange blaue Zunge heraus. Mit hochgezogenen Schultern legt Mila blitzschnell die Möhren darauf. Sabber läuft über ihre Hand. Sie kräuselt die Nase: "Giraffen sind meine Lieblingstiere."

Freizeitparks in Deutschland: Serengeti-Park

Im Serengeti-Park Hodenhagen kommen die Besucher den großen Tieren ganz nahe

In den 16 Gehegen laufen die Tiere frei umher – soweit sie sich nicht gegenseitig oder Menschen gefährlich werden können. In "Ostafrika" begegnet man neben Giraffen Gnus und Wasserböcken. In "Nordamerika" Bisons und Wapitis. In "Südliches Afrika" Straußen, Antilopen und Breitmaulnashörnern. In "Russland" Yaks und Leoparden. Und im "Elfenbeintal" Elefanten und Pinselohrschweinen.

Scheinbar zufrieden dösen die Löwen in "Afrika" in der Sonne und beobachten die mit Menschen gefüllten Fahrzeuge, die ihr Revier passieren. Nicht weit entfernt betrachtet ein Ranger in seinem Jeep die Szene. Solange die Löwen blinzeln, ist alles okay. Gefährlich wird es, wenn sie damit aufhören. Bei den Raubkatzen müssen Besucher die Fenster geschlossen halten. Aber die seien unberechenbar, sagt Eigentümer Fabrizio Sepe, 49: "Hier sind schon Leute vor Begeisterung ausgestiegen, um ein Objektiv aus dem Kofferraum zu holen."

Aus den Fehlern der Anfangszeit gelernt

Aber ist es noch zeitgemäß, im stinkenden Auto zu eingehegten Wildtieren zu fahren? "Klar", sagt Sepe, promovierter Betriebswirt, "man kann ohne schlechtes Gewissen kommen." Auf dem Schreibtisch liegen Bücher des Zoologen und Tierfilmers Bernhard Grzimek, der Anfang der 70er Jahre den Aufbau des Parks begleitet hat. Seit 2004 ist die Anlage unbefristet als Zoo zugelassen und nach Naturschutzrichtlinien zertifiziert. Unumstritten ist sie dennoch nicht: Tierschutzorganisationen wie Peta kritisieren Zoohaltung und -zucht generell – und damit auch den Serengeti-Park.

Sepe, gebürtiger Italiener, verschweigt nicht, dass früher manches falschlief: "Alle waren unerfahren." Löwen brachen aus und liefen ins nahe Dorf. Gnus, die noch wild gefangen wurden, stürmten aus dem Stall und knallten gegen Wände und Zäune, viele verendeten. Elefanten und Nashörner attackierten die 65 Landrover – am Ende blieben nur drei Fahrzeuge heil. Heute stammen die Tiere aus anderen Zoos oder eigener Zucht. 48 Tierpfleger, vier Tierärzte sowie Kuratoren und Biologen kümmern sich um sie. "Was die 750.000 Besucher hier sehen" , sagt Sepe, "ist ein Wunder."

Freizeitparks in Deutschland: Serengeti-Park

Der Serengeti-Park beeindruckt schon durch seine schiere Größe: Der Erlebniszoo erstreckt sich auf 2,2 Millionen Quadratmeter – umgerechnet 300 Fußballfelder. Neben Safari-Fahrten locken Fahrgeschäfte und Showfütterungen. Kinder wie Mila (o.) kommen den Tieren ganz nah

Trotzdem muss er immer wieder investieren, damit auch junge Leute kommen. Im Youtube-Zeitalter kann man sich schließlich jedes Wildtier mit einem Fingerstreich auf den Bildschirm holen. Deshalb kommt der Serengeti-Park nicht ohne Kirmesabteilung aus. In diesem Jahr wurde der Safari-Blitz, eine Indoor-Achterbahn, eröffnet. Es gibt ein Riesenrad, Speedboote, Autoscooter, Quad-Touren sowie Dinos und Mammuts in Lebensgröße. Übernachten kann man in Safari-Lodges mit über 800 Betten.

Freizeitparks in Deutschland: Serengeti-Park

Tierschützer kritisieren die Zoohaltung. Die Parks versichern, dass die Tiere nicht leiden. Als unkompliziert gelten Lemuren

Und wer als Pfleger mithelfen will, darf das – dank einer App: Mit dem Handy lassen sich die Tiere per Geräusch anlocken und dann mit "Futterkanonen" füttern oder mit Salzsteinen und rotierenden Bürsten verwöhnen. Das funktioniert über Webcams sogar von zu Hause aus. "Ohne Smartphone läuft heute nichts mehr", sagt Sepe.

Immer multimedialer? Ist das die Zukunft? Brauchen die Deutschen immer stärkere digitale Drogen für ihr Freizeitglück?  

Im Irrland werden die Besucher nicht bewegt, sie bewegen sich selbst

Im Irrland bei Kevelaer am Niederrhein geht es anders. Ganz analog. "Europas größte Bauernhof-Erlebnisoase" (Eigenwerbung) ist ein Dorado für Aktive. Die Besucher werden nicht bewegt, sie bewegen sich selbst. Sie klettern auf Sandmatschberge und jagen auf dem Hintern silberne Rutschen hinab – in denen manchmal Wasser fließt. Sie schwimmen im Mais, balgen im Stroh, verlieren sich im Bambusirrgarten. Sie fahren Wettrennen mit Bobby-Cars oder bauen aus 40.000 kartongroßen Legosteinen begehbare Häuser und Burgen. Wer Lust hat, kann um die Wette Kühe melken, unzählige Tiere streicheln oder mit Katta-Lemuren albern. Neuerdings gibt es italienisch-römische Attraktionen wie den "Circus Maximus", eine Kletterlandschaft.

stern-Vergleich: Das sind die besten Freizeitparks in Deutschland
Erlebnispark Tripsdrill  Deutschlands ältester Freizeitpark begeht in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag. Das Spektrum des Parks bei Cleebronn in Baden-Württemberg reicht von Achterbahn bis zum Wildparadies mit 50 verschiedenen Tierarten.  Infos: https://tripsdrill.de

Erlebnispark Tripsdrill

Deutschlands ältester Freizeitpark begeht in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag. Das Spektrum des Parks bei Cleebronn in Baden-Württemberg reicht von Achterbahn bis zum Wildparadies mit 50 verschiedenen Tierarten.

Infos: https://tripsdrill.de

Picture Alliance

Familie Grzibek hat an diesem Frühlingsnachmittag eines der Riesenkissen erklommen, die wie überdimensionale Gummiberge daliegen. Sie sind Trampolins ohne Ecken und Kanten – ideal für kleine Kinder. "Los, noch mal" , ruft Mutter Miriam und nimmt ihren vierjährigen Sohn Lukas an die Hand. Ihr Mann Christopher drückt Tochter Nila fest an sich. Sie ist 14 Monate alt und quietscht vor Vergnügen, als sie dem blauen Himmel entgegenhüpfen.

Etwa fünfmal im Jahr reisen die Grzibeks aus ihrer Heimat Moers ins 30 Hektar große Irrland. Eine Dreiviertelstunde dauert die Fahrt. "Es lohnt sich immer, selbst wenn es voll ist" , sagt Miriam Grzibek. "Man steht nirgends lange an." Christopher sagt: "Kinder bis ins zweistellige Alter haben hier einen Riesenspaß. Und die Eltern ebenfalls, weil sie sich kaum um sie kümmern müssen." Viele sitzen auf Bänken unter Bäumen und lesen. In der stern-Umfrage empfehlen 54 Prozent den Park weiter.

Freizeitparks in Deutschland: Irrland

Das Irrland steht für die Gruppe der überschaubareren Parks, die mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis punkten und einem Angebot für kleinere Kinder. Für Familien wie die Grzibeks aus Moers ist ein Erlebnisbauernhof interessanter als Attraktionen mit technischen Rekordwerten

Wlan gibt es nirgends. "Ganz bewusst", sagt Josi Winkels-Tebartzvan Elst, 55, die Geschäftsführerin. Die gelernte Physiotherapeutin will auch keine Uhren im Park. Kinder sollen tollen, bis die Sonne untergeht: "Schön zu sehen, wie fröhlich sie werden, sobald sie körperlich aktiv sind." Auch gibt es keine Quengel-Souvenirshops – "damit abends nicht die schöne Stimmung kippt". Die Preise an den sieben Kiosken sind sehr zivil: ein Euro die Cola, zwei Euro die Pommes. Der Eintritt: 7,50 Euro, 25 Euro kostet eine Saisonkarte. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis, das für mehr als die Hälfte der Befragten entscheidend ist, liegt das Irrland im Spitzenfeld.

Niemand hat geahnt, dass es einmal so weit kommen wird

"Niemand hat geahnt, dass es einmal so weit kommen wird", sagt Josi Winkels. Die Bauerstochter sah ein Leben im Schweinestall vor sich, als sie den Landwirt Johannes Tebartz van Elst heiratete, der übrigens ein Bruder des ehemaligen Limburger Bischofs mit der teuren Badewanne ist. "Irgendwann hatte ich keine Lust mehr aufs Schweinekastrieren", sagt sie. Bei einem Ausflug auf die Insel Fehmarn besuchte die Familie – vier Kinder haben sie – erstmals ein Maislabyrinth. Sohn Christopher, 25, der den Park mit managt, erzählt. "Wir saßen am Abendbrottisch, als meine Eltern die Schnapsidee hatten: Das machen wir auch. Wir haben dann unser eigenes Maisfeld zerschnipselt, die Leute hier waren entsetzt." Die Besucher dagegen liebten es. Die Familie begann, eigene Attraktionen zu entwerfen und zusammenzuschweißen, und kaufte den ehemaligen Vogelpark Plantaria dazu. Heute kommen rund eine Million Besucher pro Jahr.

Im Europa-Park ist Robert wieder Robert und kein Avatar mehr. Er hat die VR-Brille abgegeben und will nun ins 4-D-Kino. Am Abend muss er mit seinen Freunden ins Rheinland zurückfahren, wo er lebt. Aber er weiß schon jetzt: "Ich komme wieder."

rös

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