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ICE-Trassen-Sanierung: Großbaustelle der Bahn: Bis zu eine Stunde längere Fahrzeiten auf der Nord-Süd-Strecke

Nach fast 30 Jahren Dauerbetrieb auf einer der ältesten Schnellfahrstrecken der Bahn steht eine Generalüberholung an. Heute beginnen zwischen Hannover und Göttingen mehrjährige Bauarbeiten, die noch viel Geduld von den Fahrgästen fordern.

Die Deutsche Bahn hat mit der Sanierung der ICE-Strecke Hannover-Göttingen begonnen, was für Reisende in den kommenden sechs Monaten längere Fahrzeiten bedeutet.

Die Deutsche Bahn hat mit der Sanierung der ICE-Strecke Hannover-Göttingen begonnen, was für Reisende in den kommenden sechs Monaten längere Fahrzeiten bedeutet.

DPA

Es ist der Auftakt zu einer der umfangreichsten Sanierungsmaßnahmen der Deutschen Bahn. Bis kurz vor Weihnachten 2019 werden die Bauarbeiten auf der 1991 in Betrieb genommenen Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Hannover und Göttingen dauern.

Dabei handelt es sich um den ersten Abschnitt der 327 Kilometer langen Schnellfahrstrecke durch die Bundesländer Niedersachsen, Hessen und Bayern: Mit Eröffnung der Strecke Hannover -Würzburg reduzierte sich vor 28 Jahren die Fahrt von Hamburg  um 2 Stunden und 10 Minuten.

Austausch von 243.000 Betonschwellen

Die am 11. Juni begonnene Totalsperrung zwischen Hannover und Göttingen war erforderlich, da nach jahrlangem und hochfrequentem Dauerbetrieb die Gleisinfrastruktur erneuert werden muss. Auf den 89 Kilometern werden unter anderem 243.000 Betonschwellen, 405.000 Tonnen Schotter, 47 Weichen und deren Antriebe ausgetauscht sowie neun Tunnel und acht Talbrücken saniert.

Zum Vergrößern der Grafik klicken Sie auf die Pfeile rechts unten: Die Erneuerung der ICE-Trasse zwischen Hannover und Würzburg von 2019 bis 2023.

Zum Vergrößern der Grafik klicken Sie auf die Pfeile rechts unten: Die Erneuerung der ICE-Trasse zwischen Hannover und Würzburg von 2019 bis 2023.

Von der Sperrung betroffen sind die ICE-Strecken ab Hamburg Richtung Süden mit den Linien 20, 22, 25 und 26 und ab Berlin die Linien 12 und 13. Diese Züge werden über die alte Trasse im Leinetal umgeleitet, wodurch es zu Fahrzeitverlängerung zwischen 20 und 60 Minuten kommt. Für Hamburger dauert jetzt die ICE-Reise nach München zwischen 6:13 und 6:44 Stunden - fast so lange wie der Umweg über Berlin.

Der zusätzliche Zeitaufwand ist bereits in den Online-Fahrplänen der Bahn vermerkt. Allerdings entfällt bei den Linien 15, 20 und 22 der Halt in Fulda. Zum Trost der Berlin-Reisenden zwischen Frankfurt am Main und der Hauptstadt lässt die Bahn ihre ICE-Sprinter ganztägig im Zwei-Stunden-Takt mit verstärkter Kapazität verkehren.

Pendler im Regional- und S-Bahn-Verkehr betroffen

Die Baumaßnahmen haben auch erhebliche Auswirkungen auf den Regionalverkehr in Südniedersachsen, auf die Fahrpläne der Metronom-Züge nach Northeim und Göttingen, die Linie RB82 um Kreiensen und die Linie RB86 um Einbeck. Die Züge der S-Bahnen mit den Nummern S21 (Barsinghausen-Hannover) und S51 (Hameln-Hannover-Bismarckstraße) fallen komplett aus.

Erst ab Ende des Jahres soll auf der wichtigen Nord-Süd-Achse der Bahn in Deutschland wieder Normalbetrieb herrschen – allerdings nur bis zum Frühjahr 2020: Ab dem 23. April 2020 wird der Abschnitt Göttingen bis Kassel saniert werden.

Diese Strecke ist vor allem durch den Zustieg des Brezelverkäufers bei Bahn-Kunden bekannt. Die Baumaßnahmen werden sich wieder um ein gutes halbes Jahr hinziehen. 2022 folgt dann die Trassenerneuerung auf der Strecke Fulda-Würzburg und 2023 kommt die Schnellbahntrasse zwischen Kassel und Fulda dran.

Ab 2024 dürfte der Bahnverkehr nach Süden wieder wie gewohnt rollen.

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