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Unzuverlässige Bahn Kein Mindestabstand: Regionalexpress nach Sylt oft überfüllt

 Reisende gehen im Bahnhof Westerland über den Bahnsteig zu einem wartenden Zug
 Reisende gehen im Bahnhof Westerland über den Bahnsteig zu einem wartenden Zug
© Daniel Reinhardt
Harte Zeiten für Pendler und Urlauber, die nach Sylt fahren möchten: Auf Twitter häufen sich Meldungen über ausgefallene Züge. In den wenigen verbleibenden Verbindungen drängen sich die Reisenden – und das in Zeiten von Corona.

Der Weg ist berühmt-berüchtigt: Wer nach Sylt fahren muss, ist auf die Bahn und den Sylt-Shuttle angewiesen. Selbst mit dem eigenen Fahrzeug geht es nur per Huckepack im Autozug über den Hindenburgdamm auf Deutschlands nördlichste Insel.

Seit Jahren schimpfen vor allem Pendler über die unzuverlässigen Bahnverbindungen. Oft gibt es Baustellen oder technische Probleme, die zu Zugverspätungen und Zugausfällen der Regionalzüge bereits auf der Strecke von Hamburg-Altona nach Westerland auf Sylt führen.

Das bahn-typische Repertoire von Erklärungen

In Zeiten von Corona hat sich die Lage zugespitzt. Auf Twitter vermeldete die Bahn in den letzten Tagen verkürzte Züge "mit einer verringerten Anzahl von Sitzplätzen". Auch Verspätungen stehen auf der Tagesordnung. Als Grund gibt die DB Regio das bekannte Repertoire von Fehlermeldungen wie "Stellwerksausfall", "Weichenstörung", "Signalstörung", "Türstörung" oder "technische Störung an einem anderen Zug" an.

Das hat zur Folge, dass die wenigen Züge, die verkehren, restlos überfüllt sind. Die Fahrgäste müssen dicht gedrängt in den Waggons stehen - und das in Corona-Zeiten: Mindestabstände können nicht mehr eingehalten werden.

Der Bahn ist das Problem bewusst: "Sollte es einmal nicht möglich sein, mit vollem Wagenmaterial zu fahren, versuchen wir Alternativlösungen zu finden, unter anderem durch die Nutzung der Loks des Sylt Shuttle Plus", antwortete eine Sprecherin der Bahn dem NDR Schleswig-Holstein. Dem Sender gegenüber gibt die Bahn auch zu: "Das Mindestabstandsgebot wird sich nicht immer und überall einhalten lassen."

Zur Entspannung der Situation dürfen Bahnkunden mit Nahverkehrstickets zeitweilig sogar die Intercity-Züge nach Westerland benutzen. "IC Züge sind zw Hamburg und Westerland für SPNV Tickets wg Bauarbeiten planmäßig freigegeben", lautet der Tweet eines Pendlers.

"Wir brauchen zu den Peak-Zeiten geordnete Verhältnisse", fordert deshalb Florian Lorenzen (CDU), der Landrat des Kreises Nordfriesland im NDR von der Bahn.

Quellewww.ndr.de

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