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Dramatische Notlandung: Regierungsflieger legt Flughafen Berlin-Schönefeld lahm

Schon wieder ist die Flugbereitschaft der Bundeswehr in die Schlagzeilen geraten: Nach einem technischen Defekt in der Luft ist ein Jet bei der Landung in Berlin-Schönefeld von der Piste abgekommen. Jetzt hat sich auch die Verteidigungsministerin geäußert.

Ein Jet vom Typ Global 5000 der Flugbereitschaft der Bundesregierung wird auf dem Flughafen Schönefeld über eine Rollbahn geschleppt

Hiobsbotschaft am Dienstagmorgen vom Flughafen Berlin-Schönefeld kurz vor Beginn des Osterreiseverkehrs: Eine Maschine der Flugbereitschaft der Luftwaffe hatte bei der Landung "Bodenberührung beider Tragflächen", heißt es in einem Tweet der Luftwaffe. Bei dem Jet handelt es sich um einen Global 5000 des kanadischen Flugzeugherstellers Bombardier.

Angeblich sollen keine Passagiere an Bord gewesen sein. Zuvor war die zweistrahlige Maschine mit Platz für maximal 13 Fluggäste in Schönefeld gestartet und musste aufgrund einer "Funktionsstörung" zum Flughafen zurückkehren. Bei der Landung kam es zu Problemen: "Die Maschine hatte mit beiden Tragflächen Bodenberührung. Und eine kontrollierte Landung war nicht mehr möglich", sagte ein Sprecher der Luftwaffe der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Darstellung von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ist der Jet nur knapp einem Unglück entgangen. Die Crew habe es geschafft, "den Jet unter schwierigsten Bedingungen zu Boden zu bringen und damit Schlimmeres zu verhindern", sagte sie.

Die Crew wird medizinisch untersucht. Da anscheinend der Jet nicht ausrollen und in einer Parkposition abgestellt werden konnte, ist die Start- und Landebahn vorerst für den Flugbetrieb gesperrt.

Seit 9:30 Uhr werden alle ankommenden Verkehrsflugzeuge zum Flughafen Berlin-Tegel umgeleitet. Dabei handelt es sich vor allem um Maschinen der Billigflieger wie Ryanair und Easyjet, die ab Schönefeld fliegen.

Pannenserie der Flugbereitschaft

Die Flugzeuge der Flugbereitschaft der Bundeswehr machen immer wieder von sich reden, weil sich insbesondere die Langstreckenmaschinen vom Typ Airbus A340 als störanfällig erweisen. Erst im Januar konnte Entwicklungsminister Gerd Müller in Afrika nicht starten. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier strandete ebenfalls im Januar in Äthiopien wegen eines Defekts an der "Theodor Heuss" auf dem Flughafen in Addis Abeba. Ende Februar war das Flugzeug von Außenminister Heiko Maas in Mali von einem Defekt betroffen.

Noch problematischer war die Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Olaf Scholz zum G20-Gipfel nach Buenos Aires in Argentinien im November 2018. Die Kanzlerin kam nur bis Köln, weil der Airbus mit dem Taufnahmen "Konrad Adenauer" nach einem "schwerwiegenden technischen Defekt" über den Niederlanden die Reise abrechen und in Köln notlanden musste. Die Kanzlerin flog am nächsten Tag mit einem Linienflug der Iberia zum Gipfeltreffen nach Südamerika.

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