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Am Mont Blanc Jahrzehnte nach Flugzeugunglück: Alpengletscher gibt weitere Absturz-Überreste frei

Thimotee Mottin, Leiter des Café-Restaurants Cabane du Cerro, hält eine Ausgabe einer Zeitung, die sich warscheinlich an Bord der Boeing 707 der Air India befand
Thimotee Mottin, Leiter des Café-Restaurants Cabane du Cerro, hält eine Ausgabe einer Zeitung, die sich warscheinlich an Bord der Boeing 707 der Air India befand
© Bernard Barron / AFP
Als vor 55 Jahren eine Boeing der Air India am Gipfel des Mont Blanc zerschellte, starben mehr als 170 Personen an Bord. Durch die Gletscherschmelze wurden jetzt erneut Überreste des Flugzeugabsturzes freigelegt.

Kurioser Fund am Fuße des Mont Blanc in den französischen Alpen: Die im schmelzenden Gletschereis entdeckten Zeitungen aus Indien befanden sich vermutlich an Bord einer Air-India-Maschine, die am 24. Januar 1966 in dem französischen Bergmassiv 60 Meter unterhalb des Gipfels zerschellte.

Die Boeing 707 war auf dem Weg vom damaligen Bombay (heute Mumbai) nach New York mit Zwischenstopps in Delhi, Beirut, Genf und London-Heathrow. Beim Sinkflug zum Aéroport International de Genève kam es zu der Katastrophe, bei der 177 Menschen ums Leben kamen. Der vierstahlige Jet flog viel zu tief.

Timothée Mottin, der Betreiber des Snack-Restaurants auf gut 1300 Meter Höhe bei Chamonix, fand die Zeitungen, die den Aufstieg Indira Gandhis zur ersten indischen Ministerpräsidentin verkünden. "Sie sind in sehr gutem Zustand", sagte der 33-Jährige. Er habe die Blätter bei einem Spaziergang am Gletscher entdeckt. 

Fundstücke im Glacier des Bossons

Mottin hatte bereits früher mutmaßliche Überreste von dem Absturz des Fluges mit dem Kürzel AI101 gefunden, die er in seinem Restaurant ausstellt. Sehr "bewegt" hat ihn nach eigenen Angaben ein Foto von einem indischen Paar. "Ich zeige die Fundstücke lieber, als sie auf einem Speicher zu verstecken", sagte der 33-Jährige.

Vor drei Jahren hatte der Glacier des Bossons auch menschliche Überreste freigelegt. Unklar ist aber, ob es sich um Passagiere des Air-India-Flugs handelt oder um Insassen einer anderen indischen Maschine, die bereits 1950 am Mont Blanc abgestürzt war. Damals handelte es sich um den Air-India-Flug 245. Die Lockheed L-749 Constellation war ebenfalls viel zu tief geflogen.

Im Jahr 2013 fand ein Skiwanderer zudem eine Kiste mit Edelsteinen, deren Wert auf bis zu 246.000 Euro geschätzt wird. Auch die Smaragde und Saphire stammen wahrscheinlich aus dem Air-India-Flug.

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tib mit AFP

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