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Kanaren Boeing von Ryanair: Vulkanasche in beiden Triebwerken zwingt Crew zum Flugabbruch

Boeing 737-800 von Ryanair
Eine Boeing 737-800 von Ryanair im Landeanflug auf den Aeropuerto de Tenerife Sur Reina Sofía
© Imago Images
Die seit fast vier Wochen andauernde Aktivität des Vulkans Cumbre Vieja auf La Palma bringt auch die Flugpläne der Airlines durcheinander. Jetzt geriet Ryanair ein Jet von Ryanair nach dem Start in Teneriffa in eine Aschwolke.

Von den unberechenbaren Eruptionen des Cumbre Vieja sind nicht nur die Bewohner auf der Insel La Palma betroffen. Seit dem Beginn des Ausbruchs am 19. September wurden bereits 1458 Gebäude zerstört oder schwer beschädigt und fast 660 Hektar Land unter Lava und Vulkanasche begraben. Diese Woche mussten weitere 800 Bewohner ihre Häuser verlassen. 

Der Flughafen auf der kleinen Insel, die im Nordwesten der Kanaren liegt, musste bereits mehrmals wegen der Eruptionen gesperrt werden: Zu groß ist die Gefahr für an- und abfliegende Flugzeuge, dass Aschepartikel in die Triebwerke geraten und diese beschädigen oder sogar funktionsunfähig machen.

Die Flugüberwachung der Kanaren beobachtet in Zusammenarbeit mit dem spanischen Wetterdienst und dem Vulkanaschezentrum in Toulouse den genauen Verlauf der Ascheemissionen des Vulkans. Für die Berechnungen werden Satellitenbilder und Wetterberechnungsmodelle herangezogen.

Crew ruft Notfall aus

Dennoch kam es am Montag dieser Woche zu einem Zwischenfall. Eine Boeing 737-800 von Ryanair, die vom Aeropuerto de Tenerife Sur Reina Sofía (TFS) zum Flughafen Brüssel-Charleroi (CRL) unterwegs war, versuchte nach dem Start einer Aschenwolke auszuweichen, indem sie zunächst einen westlichen Kurs einschlug.

Der Flugverlauf von FR 8179 von Ryanair am 11. Oktober von Teneriffa nach Brüssel
Der Flugverlauf von FR 8179 von Ryanair am 11. Oktober von Teneriffa nach Brüssel
© Screenshot flightradar24.com

Doch bereits über der Nachbarinsel Gran Canaria, als sich Flug mit dem Kürzel FR 8179 in einer Höhe von 6700 Meter in nordöstlicher Flugrichtung befand, "stoppte die Crew den Steigflug und beschloss aufgrund von Problemen mit den beiden Triebwerken den Notfall auszurufen und nach Teneriffa zurückzukehren", berichtet der "Aviation Herald".

Offenbar waren Aschepartikel in die Triebwerke geraten, die ihre Leistungen beeinträchtigten, nicht jedoch zu einem Totalausfall führten. Die Piloten steuerten daraufhin die Boeing nach Süden und kreisten in einer Höhe von 4000 Metern südlich der westlichen Kanareninsel Fuerteventura, um eine außerplanmäßige Landung vorzubereiten.

Im Handbuch für Notfälle heißt es im Kapitel der "vulcanic ash check list", dass "eine Landung am nächstgelegenen Flughafen" erfolgen soll. Experten kritisieren, dass die Ryanair-Piloten "51 Minuten mit Motoren in Warteschleifen flogen, die von Vulkanasche betroffen waren"; sie hätten besser "in Gleitflugnähe eines Flughafens bleiben" sollen.

Zum Glück blieb die Boeing mit Registrierung EI-EGD manövrierfähig und konnte auf der Piste 07 des Flughafens Teneriffa-Süd zwei Stunden nach ihrem Start wieder aufsetzen.

Kanaren: Boeing von Ryanair: Vulkanasche in beiden Triebwerken zwingt Crew zum Flugabbruch

Seit dem Vorfall steht die Maschine laut "Aviation Herald" mit den beschädigten Triebwerken am Boden. Die Passagiere wurden mit einem Ersatzflugzeug nach Brüssel geflogen und erreichten ihr Ziel mit einer Verspätung von 6,5 Stunden.

Quelle: "Aviation Herald"

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