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Corona-Reisebschränkungen Dänischer Ferienhausverband beschwert sich bei EU über Grenzschließung für deutsche Urlauber

Ferienhäuser in Henne Strand, einem Ferienort an der dänischen Westküste, nördlich von Esbjerg
Ferienhäuser in Henne Strand, einem Ferienort an der dänischen Westküste, nördlich von Esbjerg
© picture alliance / dpa / DPA
Wegen steigender Infektionszahlen hat Dänemark neue Reisebeschränkungen verhängt. Damit dürfen Deutsche nur in Ausnahmefällen einreisen – Urlaub ist damit nicht mehr möglich. Das kritisieren die Ferienhausbranche und der deutsche Tourismusbeauftragte.

Dänemark hat am Donnerstag wegen der steigenden Infektionszahlen in Deutschland neue Reisebeschränkungen verhängt. Menschen aus Deutschland dürfen ab dem kommenden Samstag nur noch einreisen, wenn sie einen triftigen Grund haben. Urlaubsreisen sind damit wieder bis auf wenige Ausnahmen passé. Ausgenommen sind etwa Deutsche, die ein Ferienhaus in Dänemark besitzen, wie Außenminister Jeppe Kofod sagte. Ausnahmen gelten auch für familiäre oder berufliche Gründe sowie für Bewohnerinnen und Bewohner Schleswig-Holsteins. Am Donnerstag hatte in Dänemark die Zahl der Neuinfektionen ein Rekordhoch erreicht.

Besonders betroffen von den neuen Einreisebestimmungen sind Besitzer und Vermieter von den bei Deutschen beliebten Ferienhäusern. Der dänische Ferienhausverband reichte deshalb eine Beschwerde bei der EU-Kommission ein, wie der Fernsehsender TV2 berichtet. Es werde darauf verwiesen, dass die faktische Grenzschließung für Urlauber der Freizügigkeit in der EU zuwiderlaufe. 

"Das ganze Jahr 2021 steht auf dem Spiel"

Man hoffe, dass der dänischen Regierung klar werde, dass die dänischen Regeln in Bezug zur Gleichbehandlung der Bürger nicht in Ordnung seien, sagte der Geschäftsführer des Branchenverbandes, Carlos Villaro Lassen. Die Regeln müssten angepasst werden, sonst drohe eine "Katastrophe für die Ferienhausvermietung in Dänemark".

Das ganze Jahr 2021 stehe auf dem Spiel, so Lassen. Die Buchungen seien zurückgegangen. "Sie (die Urlauber) werden erst buchen, wenn sich die Infektionsraten ändern oder Dänemark die Deutschen zurückkommen lässt", sagte er. Er sei zuversichtlich, dass die Beschwerde zu einer Änderung der Regeln führen werde. Erst vergangene Woche hatten sich die EU-Staaten auf eine bessere Koordinierung bei Corona-Reisebeschränkungen sowie einheitliche Farbcodes bei der Einstufung der Länder geeinigt.

Kritik vom deutschen Tourismusbeauftragten

Auch der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, hat Kritik daran geäußert, dass Dänemark seine Grenze für Urlauber aus Deutschland weitgehend schließt. Bareiß sprach am Freitag in Berlin vor Beginn eines digitalen EU-Tourismusforums von einer "ärgerlichen" Entscheidung". Bareiß machte deutlich, dass Sicherheit immer vorgehe, aber Maßnahmen müssten angesichts hoher Neuinfektionszahlen verhältnismäßig sein.

Bei dem EU-Tourismusforum diskutieren Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über die aktuelle Lage sowie über Perspektiven für die Branche. Bareiß sagte, die Politik habe eine große Verantwortung, Jobs zu sichern und Perspektiven zu schaffen.

rw mit DPA

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