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Reiselockerungen geplant: Stürmen die Briten jetzt Europas Strände?

Das Chaos an britischen Stränden sorgte vergangene Woche für Aufsehen. Nun will die britische Regierung ihren Landsleuten grünes Licht für Reisen in die beliebtesten Urlaubsländer geben. Reiseagenturen berichten schon von einem Buchungsansturm.

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Die Bilder von der britischen Südküste wirkten fast schon surreal: Hunderttausende Briten stürmten vergangene Woche bei praller Sommerhitze die Strände. Der Badeort Bournemouth war derart überlaufen, das man vor lauter Menschen kaum noch den Strand erkennen konnte. Von Abstandhalten und Corona-Hygieneschutz keine Spur. Die Behörden mussten Alarm auslösen, weil die Lage außer Kontrolle war.

Der Ansturm zeigt: Viele Briten wollen auch im Corona-Sommer nicht auf Strand und Badespaß verzichten. Und viel spricht dafür, dass sie trotz der Pandemie neben den heimischen bald auch wieder die europäischen Strände bevölkern. Denn die britische Regierung will Medienberichten zufolge schon bald für eine Reihe beliebter Urlausziele die derzeit geltenden Quarantäneregeln aufheben.

Am Montag will die Regierung demnach eine Liste von Staaten vorlegen, die vom 6. Juli an von den Regelungen ausgenommen sind. Dazu sollen unter anderem Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und auch Deutschland gehören. Zurückkehrende britische Reisende aus diesen Ländern müssten dann nicht mehr in die seit 8. Juni obligatorische 14-tägige Isolation gehen. Verstöße gegen die Regelung können in Großbritannien derzeit mit 1000 Pfund Strafe geahndet werden.

Buchungsanfragen schnellen in die Höhe

Viele Briten sehen nun offenbar die Chance, auf ihren geliebten Strandurlaub doch nicht verzichten zu müssen. Die Reisebuchungen sind angesichts der in Aussicht stehenden Lockerungen in den letzten Tagen bereits sprunghaft angestiegen. Reiseanbieter Tui verzeichnete in dieser Woche 50 Prozent mehr Buchungen als in der Vorwoche erfolgt, erklärte ein Sprecher der "Daily Mail". Vor allem Spanien und Griechenland seien beliebt. Eine der größten Plattformen für Spanien-Urlaub berichtete am Samstag gar von einem neuen Buchungs-Tagesrekord. Gerade Schnäppchenjäger schlagen offenbar lieber jetzt zu, als ein offizielles "Go" abzuwarten. Denn noch sind die Reisen wegen der herrschenden Unsicherheiten oftmals stark rabattiert.

Strand von Bournemouth

Der Strand von Bournemouth vergangene Woche

DPA

Neben dem Segen der eigenen Regierung brauchen die britischen Urlauber allerdings auch noch den der Reiseländer. Der griechische Tourismusminister sagte am Samstagmorgen in der BBC, es könne bis zu drei Wochen dauern, bis das Land britische Urlauber aufnehme. Eine Sprecherin der Torurismusorganisation VisitBritain warnte britische Reisende zugleich vor zu hohen Erwartungen. Der Sommerurlaub werde in diesem Jahr "sehr anders aussehen", niemand solle etwa die üblichen Hotelbuffets erwarten.

Großbritannien ist gemessen an den Todeszahlen das am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land Europas. Die Zahl der Covid-19-Toten liegt laut Johns Hopkins Universität bei 43.500. Dazu dürften zahlreiche unentdeckte und indirekte Fälle kommen. Die sogenannte Übersterblichkeit liegt bei 65.000.

Quellen: DPA / AFP / Guardian / "Daily Mail"

bak

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