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Strenge Regeln eingeführt: Warum Rom jetzt Jagd auf falsche Gladiatoren macht

Nachts mit einem Glas Wein in der Hand durch die Altstadt von Rom zu schlendern, wird jetzt teuer. Die Ewige Stadt hat ihre Regeln für Touristen verschärft und neue Verbote eingeführt. Vor allem Kostüm-Liebhaber müssen künftig tief in die Tasche greifen.

So leer wie hier sieht man das Kolosseum in Rom selten

So leer wie hier sieht man das Kolosseum in Rom selten

Picture Alliance

Wer in den letzten Jahren das Kolosseum in Rom besuchte, wähnte sich mitunter wie am Set eines Sandalenfilms: Egal wohin man schaute, überall standen Fake-Gladiatoren mit Plastikschwertern und belorbeerkranzte Zenturionen herum. Statt auf 2000 Jahre alte Architektur starrte man auf Bierbäuche mit Leder-Brustplatten. Mit neuen Verboten sollen Kostümträger nun langfristig von den Sehenswürdigkeiten der italienischen Hauptstadt verbannt werden. Teuer wird es vor allem, wenn sie von Touristen Geld für gemeinsame Fotos nehmen oder Lebensmittel und Getränke verkaufen. Verstöße ziehen Strafgelder bis zu 400 Euro nach sich.

Einschränkungen für Kinderwagen

Die Maßnahme ist Teil eines neuen Regelwerks, das vom Stadtrat in Rom verabschiedet wurde, um die Lebensqualität der Anwohner zu erhöhen. Die neuen Vorschriften beinhalten etwa das Verbot, sich in berühmten Brunnen wie dem Trevi-Brunnen zu erfrischen oder darin zu baden. Dass man auf Monumente nicht klettern darf, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Allerdings ist es nun auch nicht mehr gern gesehen, wenn man in unmittelbarer Nähe Snacks verzehrt. Denn wer will schon Mozzarellabällchen die Spanische Treppe entlangrollen sehen?

Apropros Spanische Treppe: Kinderwagen oder Rollkoffer dürfen die Stufen historischer Monumente nicht mehr heruntergezogen werden. Ebenfalls verboten ist es, mit den Lippen die Metallausgießer der öffentlichen Trinkbrunnen zu berühren - wie das kontrolliert werden soll, steht auf einem anderen Blatt.

Auf der Straße mit Wein, das lass sein

Zudem ist das Trinken von Alkohol aus Glasflaschen auf öffentlichen Straßen, in Verkehrsmitteln sowie Grünflächen nach 22.00 Uhr untersagt. Nach 23.00 Uhr ist das Trinken von Alkohol aus jeglichen Behältnissen verboten. Auch in Bars und Clubs herrschen nun strengere Regeln: Zwischen zwei Uhr nachts und sieben Uhr morgens darf kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden, organisierte Bar-Touren sind ebenfalls nicht mehr erlaubt.

Skurriles Örtchen: Würden Sie auf diese öffentliche Toilette gehen?
cf
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