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Einschätzung des RKI Spanien wieder Corona-Risikogebiet: Tausende Urlauber betroffen – was die Meldung bedeutet

Sichere Strände: Ein Schild am Eingang zum Strand von Cala Major weist auf die Sicherheitsmaßnahmen hin
Sichere Strände: Ein Schild am Eingang zum Strand von Cala Major weist auf die Sicherheitsmaßnahmen hin
© Clara Margais / DPA
Die Corona-Infektionsrate hat in den vergangenen Tagen in weiten Teilen Spaniens enorm zugenommen. Nun hat das RKI Spanien erneut als Risikogebiet eingestuft. Tausende von Urlaubern - auch auf Mallorca - sind betroffen. Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Die Entscheidung fiel am späten Freitagnachmittag auf höchster Ebene in Berlin: Das bei Deutschen beliebte Urlaubsland Spanien gilt wegen der hohen Infektionszahlen ab sofort als Corona-Risikogebiet.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Viele Landesteile in Spanien erleben zurzeit eine zweite Infektionswelle. Innerhalb eines Tages registrierte das Land fast 3000 neue Corona-Fälle.

Wer hat die Entscheidung gefällt?

Das Gesundheitsressort des Bundesgesundheitsministerium verständigte sich mit dem Auswärtigen Amt und dem Bundesinnenministerium. Welche Länder als Risikogebiete gelten, geht aus einer Liste des bundeseigenen Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor, die fortlaufend aktualisiert wird.

Gibt es regionale Ausnahmen in Spanien?

Das gesamte spanisches Festland sowie die Inselgruppe der Balearen werden jetzt von deutscher Seite als Corona-Risikogebiet eingestuft. Einzige Ausnahme: die kanarischen Inseln.

Was bedeutet die Erklärung zum Risikogebiet für Spanien-Urlauber?

Sie müssen nicht überstürzt abreisen. Doch ein Corona-Test lässt sich nicht mehr umgehen. Entweder lassen sich die Urlauber 48 Stunden vor Abreise auf eigene Kosten testen. Oder sie lassen sich bis zu drei Tage nach der Rückkehr in Deutschland testen. Dann ist dieser kostenlos. In häuslicher Quarantäne muss man so lange bleiben, bis das Testergebnis vorliegt. Das dauert laut Gesundheitsministerium ein bis zwei Tage.

Gilt auch eine Reisewarnung für Spanien?

Nein. Das Robert-Koch-Institut stufte bereits zuvor die Regionen Aragon, das Baskenland, Katalonien, Madrid und Navarra als Risikogebiete ein. Diese Einstufung gilt als wichtige Entscheidungsgrundlage für Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes. Bei den Sicherheits- und Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes in Berlin heißt es: "Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Autonomen Gemeinschaften Aragón, Baskenland, Katalonien, Madrid und Navarra wirdderzeit aufgrund erneut hoher Infektionszahlen und örtlichen Absperrungengewarnt."

Wann wird eine Reisewarnung ausgesprochen?

Wenn es in einer Urlaubsregionen sieben Tage hintereinander mehr als 50 neue Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner gibt, droht die Reisewarnung. Für die Balearen lässt sich das schwerer berechnen, da im Moment Hochsaison herrscht und zu den Bewohnern eine hohe Anzahl von Urlaubern hinzugerechnet werden muss.

Durchnässter Mundschutz

Kann ich meinen geplanten Mallorca-Urlaub kostenlos stornieren?

Nein, denn eine Reisewarnung für Mallorca ist nicht ausgesprochen worden. Die Balearen wurden "nur" zu einem Corona-Risikogebiet erklärt.

Welche Maßnahmen ergreift die spanische Regierung gegen die Ausbreitung des Virus?

Am Freitag hat die Zentralregierung in Madrid in Zusammenarbeit mit den Verwaltungen der Autonomieregionen ein neues Maßnahmenpaket beschlossen. Dazu zählen die Schließung sämtlicher Clubs, Diskotheken und Nachtbars. Außerdem dürfen Restaurants nur noch bis 1 Uhr nachts geöffnet sein. Zwischen den Tischen muss der Mindestabstand von 1,5 Metern gewährleistet sein. Auf den Balearen müssen Events wie Galerieeröffnungen von der lokalen Regierung ausdrücklich genehmigt sein.

Wo gibt es ein Rauchverbot im Freien?

Im Freien darf nicht mehr geraucht werden, wenn der Mindestabstand von zwei Metern unterschritten ist, teilte Gesundheitsminister Salvador Illa am Freitag ebenfalls mit. Das Rauchverbot war am Donnerstag bereits von zwei Regionen, den Kanaren und Galicien, erlassen worden. Raucher sind laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) womöglich mehr gefährdet, sich mit dem Coronavirus zu infizieren oder dieses weiterzugeben, weil sich beim Rauchen Finger und Lippen berühren.

Hilfreiche Infos finden Sie unter: www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/spaniensicherheit

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