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Cumbre Vieja auf La Palma Vulkanausbruch auf den Kanaren: Kann ich jetzt noch nach La Palma fliegen?

Der Lava speiende Vulkan Cumbre Vieja im Süden der Kanareninsel La Palma
Eine von einem Polizeibeamten gesperrte  Straße auf La Palma. Die Lavaströme schieben sich inzwischen langsamer voran.
© Emilio Morenatti/AP / DPA
Die Naturkatastrophe auf La Palma hat auch die Urlaubspläne vieler Urlauber durchkreuzt. Die Reiseveranstalter reagieren unterschiedlich. Das Auswärtige Amt in Berlin bezieht für "nicht notwendige Reisen" zur Kanareninsel eine klare Position.

Seit Sonntagnachmittag wälzt sich der Lavastrom des Vulkans Cumbre Vieja Richtung Meer. Auf seinem Weg sind bereits 320 Gebäude und 154 Hektar Land zerstört worden. Tausende Menschen konnten rechtzeitig evakuiert werden. Einige von ihnen sind in einer reaktivierten Kaserne in der Inselhauptstadt Santa Cruz de La Palma untergekommen. Andere Vulkanflüchtige wurden in Hotels auf den Nachbarinseln einquartiert.

Auch Urlauber mussten ihre Ferienwohnungen verlassen, wenn diese zu nah an der Gefahrenzone im Westen der Insel lagen. Betroffen sind auch Gäste, die für die Herbstferien nach La Palma reisen möchten. Sie fragen sich, ob sie ihren Aufenthalt wie geplant antreten können.

Das Auswärtige Amt hat auf den Seiten mit den Reise- und Sicherheitshinweisen für Spanien eine aktuelle Meldung über die "vulkanische Aktivität auf der Kanarischen Insel La Palma" gestellt. Darin heißt es, dass für Personen, die sich in Ortsteilen der Gemeinden El Paso, Los Llanos de Ariadne, Mazo, Fuencaliente und Tazacorte aufhielten, die Evakuierung angeordnet wurde, "da Lavaströme zahlreiche Straßen und Wege unpassierbar machen und die Gefahr besteht, eingeschlossen zu werden."

Außerdem bestehe eine "erhebliche Waldbrandgefahr und das Risiko einer gesundheitlichen Gefährdung durch Ascheregen." Auch müsse man damit rechnen, dass der Flughafen auf La Palma geschlossen werden könnte. Das Fazit des Auswärtigen Amt lautet: "Von nicht notwendigen Reisen nach La Palma wird derzeit abgeraten."

Wie die Reiseveranstalter reagieren

Der Reiseveranstalter Tui, der neben den anderen Kanarischen Inseln auch Reisepakete nach La Palma anbietet, wirbt auf seiner Homepage mit dem Satz: "Willkommen auf La Palma – der aufregenden Vulkaninsel mitten im Atlantischen Ozean."

Die Formulierung hat aufgrund der aktuellen Situation eine besondere Bedeutung bekommen. "Allerdings hat La Palma bei uns aber eine äußerst geringe Nachfrage", sagt Aage Dünhaupt von der Tui im Gespräch mit dem stern. "Wir bieten allen Gästen mit Abreisedatum zum 4. Oktober eine kostenfreie Umbuchung oder Stornierung an." Sollte die Lage weiterhin "angespannt bleiben, werden die Umbuchungsmöglichkeiten sicherlich verlängert."

Anders stellt sich das Naturereignis für Gäste des für Aktivurlaub bekannten Spezialveranstalter Wikinger Reisen dar, die sich gerade auf La Palma befinden. Weder Unterkunft noch Routen seien durch den Vulkanausbruch betroffen. Das Ereignis sei eher lokal begrenzt, so die Pressesprecherin. "Es besteht keine Gefahr für unsere Gäste", stattdessen habe man einige Wanderungen in den Norden der Insel verlegt. Für die kommenden La-Palma-Reisen, die durchgeführt werden können, habe man keine Stornierungen erhalten, nur drei Personen baten um eine Umbuchung.

Lava zerstört ein Haus auf der Insel La Palma. Der Vulkan war am 19. September erstmals seit 50 Jahren wieder aktiv geworden.
Lava zerstört ein Haus auf der Insel La Palma. Der Vulkan war am 19. September erstmals seit 50 Jahren wieder aktiv geworden.
© Equipo I Love The World/EUROPA PRESS / DPA

Unisono steht der Vulkanausbruch bei allen Reiseveranstaltern unter genauer Beobachtung. Der Studienreisen-Anbieter Studiosus hat die nächste Abreise nach La Palma erst im November im Programm. "Wir warten erstmal ab. Bei Bedarf werden die Teilnehmer der Kanaren-Rundreise umgeroutet", heißt es in der Zentrale in München auf Anfrage.

Wer individuell Flug und Unterkunft für die nächste Zeit gebucht hat, dem wird die Entscheidung, ob die Reise durchführbar ist, von der Tatsache abgenommen, ob der Aufenthalt im gebuchten Hotel oder Ferienappartement überhaupt noch gewährleistet ist.

Vulkan auf La Palma

Einige Vermieter mussten ihren Gäste absagen, weil ihre Unterkunft von den Naturgewalten zerstört wurde oder innerhalb der Evakuierungszone liegt. Ersatzunterkünfte sind kaum zu organisieren, weil zunächst betroffene Insulaner ein Dach über den Kopf haben müssen. Viele von ihnen haben so gut wie alles verloren.

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