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Jubiläum Ozeanflüge: 100 Jahre Transatlantikflug: Als der Zeppelin die Welt eroberte

Es war ein historisches Wettrennen: 1919 wurde der Atlantik erstmals nonstop von einem Flugzeug und von einem Luftschiff überquert. Eine Ausstellung im Zeppelin Museum widmet sich der Geschichte des Luftverkehrs über den Atlantik – mit vielen Fotos.

Der erste Nonstop-Transatlantikflug in Ost-West-Richtung überhaupt gelang dem britischen Luftschiff R 34. Das 196 Meter lange Starrluftschiff war ein Nachbau des im Ersten Weltkrieg in England erbeuteten notgelandeten deutschen Kriegszeppelin L 33 und startete am 2. Juli 1919 in Schottland.

Der erste Nonstop-Transatlantikflug in Ost-West-Richtung überhaupt gelang dem britischen Luftschiff R 34. Das 196 Meter lange Starrluftschiff war ein Nachbau des im Ersten Weltkrieg in England erbeuteten notgelandeten deutschen Kriegszeppelin L 33 und startete am 2. Juli 1919 in Schottland.

Das Jahr 1919 war ein Meilenstein in der Geschichte der Luftfahrt: Kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs flossen die Erfahrungen des Militärs endlich auch in zivile Projekte. Luftschiffe hatten im Vergleich zu Flugzeugen damals eine viel größere Reichweite und konnte schwere Lasten - sprich Bomben - befördern.

Vor allem für Aufklärungsfahrten waren die Zeppeline im Kriegseinsatz. Mehr als 100 Luftschiffe wurden allein von den Zeppelin-Werken in Friedrichshafen für Heer und Marine des deutschen Kaiserreichs gebaut.

Die neue Herausforderung in friedlichen Zeiten bestand in der Überwindung des Atlantischen Ozeans mit einem Luftfahrzeug, das unterwegs keine Zwischenstopps mehr einlegen musste. Von beiden Seiten des Atlantiks ging das Wettrennen aus. Die Londoner Zeitung "Daily Mail" hatte ein Preisgeld von 10.000 Pfund für den ersten Nonstopflug über den Atlantik ausgelobt.

In West-Ost-Richtung glückte den beiden englischen Piloten John Alcock und Arthur Whitten Brown dieser Flug über den Ozean: Von St. John in Neufundland flogen sie mit einem ehemaligen Langstreckenbomber vom Typ Vickers Vimy am 15. Juni 1919 nach Irland. Nach mehr als 16 Stunden landeten sie auf einer Wiese, die sich als Sumpf herausstellte. Doch sie gingen als Sieger hervor.

Nur zwei Wochen später hob das Luftschiff R 34 der britischen Luftwaffe in East Fortune bei Edinburgh in Gegenrichtung ab. Am 6. Juli 1919 erreichte das Luftschiff das Roosevelt Field auf Long Island bei New York - nach gut 108 Stunden Fahrt. Das bedeutete für die Mitreisenden nur einem Bruchteil des Zeitaufwands im Vergleich zur Schiffspassage.

Bodensee: Spektakuläre Aussicht – Zeppelin-Rundflug über Deutschlands größten See

An Bord waren immerhin 27 Besatzungsmitglieder, drei offizielle Passagiere, ein blinder und eine Katze an Bord, denen ein triumphaler Empfang bereitet wurde. Es war nicht nur der erste Nonstop-Ost-West-Transatlantikflug, sondern auch der erste mit Fluggästen.

Ausstellung "Vernetzung der Welt"

Nur zehn Jahre später absolvierte das Luftschiff LZ 127 "Graf Zeppelin" eine 35-tägige Weltfahrt. Allein 139-mal überquerte dieses Luftschiff im Liniendienst den Atlantik und transportierte Menschen, Post und Fracht regelmäßig nach Nord- und Südamerika.

In Sachen Luxus und Geschwindigkeit setzte die LZ 129 "Hindenburg" ab 1936 Maßstäbe: In nur 60 Stunden verband das Luftschiff Europa mit New York. Doch bei der Landung am 6. Mai 1937 kam es in Lakehurst zur Katastrophe, als sich die Wasserstofffüllung entzündete. Von den 97 Menschen an Bord kamen 35 ums Leben - das vorläufige Ende der Verkehrsluftschifffahrt war besiegelt.

Jetzt zeigt das Zeppelin Museum in Friedrichshafen in einer Sonderausstellung unter dem Titel dem Titel "Vernetzung der Welt - Pionierflüge und Luftverkehr über den Atlantik" die rasante Entwicklung des Transatlantikverkehrs. Dank der Schnelligkeit hatte das Flugzeug den Wettstreit schon bald für sich gewonnen.

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