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Rassismus im Bordmagazin: Air China warnt vor Londoner Vierteln, in denen "viele Schwarze" leben

Die chinesische Fluglinie Air China steuert mit einer rassistischen Warnung geradewegs in einen Shitstorm: Im Bordmagazin werden Reisende ermahnt, beim Besuch von Migranten-Vierteln besondere Vorsicht walten zu lassen. Londoner Politiker sind empört.

Air China

Air China sorgt mit einer rassistischen Reisewarnung in London für Kopfschütteln

Air China hat sich geradewegs in ein PR-Debakel manövriert - mit einer Warnung an London-Reisende. Die fragwürdige Passage wurde als Teil eines Artikels im Bordmagazin "Wings of China" veröffentlicht und von Passagieren dann bei Twitter geteilt. Seitdem befindet sich Air China in einem Shitstorm, der nun sogar Politiker auf den Plan ruft.

Unter der Rubrik "Tipps from Air China" wird davor gewarnt, beim Besuch von Gegenden in denen ein hoher Migrationsanteil besteht, besondere Vorsicht walten zu lassen. Konkret heißt es: "London ist generell ein sicheres Reiseziel, jedoch ist beim Besuch von Gegenden, die größtenteils von Indern, Pakistanern und Schwarzen bewohnt werden, Vorsicht geboten. Wir empfehlen Touristen, nachts nicht alleine aus dem Haus zu gehen und Frauen, niemals ohne Begleitung zu reisen."

Die Reisewarnung der chinesischen Fluggesellschaft konterkariert das Bild einer Metropole, die sich weltoffen gibt und erst kürzlich einen Bürgermeister mit pakistanischen Wurzeln gewählt hat. Auch mit der Kampagne unter dem Hashtag #LondonOpen versucht die Stadt an der Themse, ihren Ruf als kosmopolitischer Schmelztiegel zu erhalten - trotz des Brexits. Wie die britische Zeitung "The Guardian" nun berichtet, haben sich zwei britische Parlamentsabgeordnete an den chinesischen Botschafter gewandt und eine Entschuldigung von der staatlichen Fluggesellschaft Air China gefordert.

"Ich bin geschockt und aufgebracht"

Der Labour-Abgeordnete Virendra Sharma, der selbst einen Stadtteil vertritt, in dem 39 Prozent der Bevölkerung asiatischer Herkunft sind, hat einen Brief an den Botschafter Liu Xiaoming verfasst, in dem steht: "Ich bin geschockt und aufgebracht darüber, dass es sogar heute noch einige Menschen akzeptabel finden, solche unverhohlen unwahre und rassistische Statements zu verfassen". Das Magazin solle umgehend aus dem Verkehr gezogen werden - und Vertreter von China Air seien eingeladen, Sharma in seinem Wahlbezirk zu besuchen und sich vom Gegenteil zu überzeugen. "Ich warte noch auf ihre (Air Chinas) Antwort und wenn diese nicht angemessen ist, werde ich infrage stellen müssen, ob Air China überhaupt im Vereinigten Königreich operieren sollte", so Sharma in seinem Schreiben.

Die Abgeordnete Rosena Allin-Khan sagte der Zeitung "Evening Standard": "Ich denke das ist für alle Londoner beleidigend, nicht nur für die erwähnten ethnischen Minderheiten." Auch Allin-Khan wolle sich in einem Brief an den Botschafter Chinas wenden. Ein offizielles Statement der Fluglinie blieb bislang aus.

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Leitwerke von Großraumflugzeugen der Lufthansa in Frankfurt

Platz 10: Lufthansa

Um zwei Plätze im Vergleich zum Vorjahr hat sich die größte deutsche Fluglinie in der Gunst der Reisenden verbessert. Bei der Preisverleihung gab es für die Kranich-Airline auch Awards in den Kategorien "Best Airline in Western Europe" und "Best Airline Transatlantic".


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