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Eurowings Discover Zu beliebten Fernreisezielen: Lufthansa startet im Juni mit neuem Ferienflieger ab Frankfurt

Ein Airbus A330-200 noch in den alten Farben der Eurowings am Frankfurter Flughafen
Ein Airbus A330-200 noch in den alten Farben der Eurowings am Frankfurter Flughafen
© Wolfgang Minich / Picture Alliance
Schon länger plant der Lufthansa-Konzern ein neues Flugangebot für Urlauber auf der Langstrecke. Mit drei Airbus A330 will die Airline abheben. Jetzt stehen die Namen der ersten sechs Ziele in Übersee fest.

Das Segment der Geschäftsreisen wird wohl nie wieder das hohe Niveau wie in der Zeit vor der Corona-Pandemie erreichen. Deshalb sieht die Lufthansa in Zukunft ein größeres Wachstumspotenzial im touristischen Bereich. In der Vergangenheit wurden immer wieder verschiedene Modelle durchgespielt, unter anderem eine Airline mit geringeren Kosten unter dem Arbeitstitel "Ocean" zu gründen, die auf die Bedürfnisse von Fernreise-Urlaubern zugeschnitten ist.

Der neue Flugbetrieb, jetzt mit dem Namen "Eurowings Discover", habe bereits ein Team aus 350 Mitarbeitern an Bord und soll ab Juni mit zunächst drei Jets zu touristischen Übersee-Zielen starten, wie der designierte Marketing-Chef Helmut Wölfel dem Fachmagazin "fvw" in einem Interview sagte.

Die geplanten Destinationen ab Frankfurt seien Anchorage, Las Vegas, Mauritius, Punta Cana, Windhuk in Namibia und Mombasa in Kombination mit Sansibar. Im kommenden Winterflugplan wolle man dann mit sieben Langstreckenflugzeugen unterwegs sein, wobei Flüge ab München noch nicht geplant seien. "Den Abflugort München werden wir im nächsten Winter aber höchstwahrscheinlich noch nicht sehen. Wir wollen uns jetzt nicht verzetteln und Qualität liefern", sagte Wölfel dem Fachportal.

Schon vor gut fünf Jahren hatte Eurowings mit geleasten Jets vom Typ Airbus A330-200 auch zu Ferienzielen auf der Langstrecke den Betrieb ab dem Flughafen Köln-Bonn aufgenommen. In Cockpit und Kabine arbeitete Personal der türkisch-deutschen Airline Sun Express. Der Start verlief alles andere als glücklich: Passagiere beklagten sich über lange Verspätungen und häufige Flugausfälle.

Konkurrenz für die Condor und Tuifly

Inzwischen hat Lufthansa den Vertrieb der Langstreckentickets von Eurowings übernommen. Jetzt soll die bereits bestehende "Ocean GmbH" noch im März zur "EW Discover GmbH" umfirmiert werden. Die neue Plattform soll durch niedrige Gehälter günstiger als Lufthansa fliegen und im Wettbewerb mit Billigfliegern bestehen. Eurowings Discover wird im Interkontinentalverkehr als eine Konkurrenz für die Ferienflieger Condor und Tuifly positioniert.

Die Fluggesellschaft Condor fürchtet nun in Frankfurt erhebliche Konkurrenz und hat rechtliche Schritte eingeleitet, weil der Lufthansa-Konzern im Herbst ein langjähriges Abkommen über Zubringerflüge zu deren Drehkreuz nach Frankfurt gekündigt hatte.

Schon das Projekt "Ocean" war im vergangenen Jahr von den Piloten der Lufthansa scharf kritisiert worden. Der Präsident der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit warnte vor der Umorganisation des Flugbetriebs mitten in der Corona-Krise. "Die Frage stellt sich schon, ob die Lufthansa mitten in der größten Krise seit dem 11. September so viel Geld in die Hand nehmen muss, um den ohnehin schon angeschlagenen Carriern Condor und Tuifly Konkurrenz im Touristikgeschäft zu machen", sagte Markus Wahl im September 2020. "Wir gehen von jahrelangen Anlaufverlusten aus."

Quelle: www.fvw.de

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tib mit DPA

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