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Bei Wartungsarbeiten: Im Flugzeug-Hangar: Fehlalarm löst gefährliche Schaumparty aus

Albtraum für die Ingenieure bei Wartungsarbeiten an zwei Boeing-Dreamlinern: Aus Versehen wurde die Schaumlöschanlage aktiviert - sie flutete die gesamte Flugzeughalle mit Hunderten Kubikmetern von Schaum, wie ein Video zeigt.

Zum Glück war es kein Ernstfall, aber es war auch keine Übung: Am Wochenende hat sich in einem Wartungshangar am Flughafen O'Hare in Chicago ein ungewöhnlicher Zwischenfall ereignet: Plötzlich produzierten unter der Hallendecke angebrachte Düsen Massen von Löschschaum, der auf zwei geparkte Flugzeuge vom Typ Boeing 787 und den Hallenboden herabfällt.

Innerhalb weniger Minuten versinkt fast der gesamte Hangar meterhoch im Schaum. Zwei auf Youtube und Twitter hochgeladene Videos zeigen aus unterschiedlichen Perspektiven den nicht ungefährlichen Vorgang, bei denen Personen vor Ort schwer verletzt werden können. In den Aufnahmen des Vorfalls in Chicago sind jedoch keine Mitarbeiter zu sehen, die in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Löschsysteme sind Pflicht

Alle größeren Flugzeughangars müssen laut Gesetz mit einem automatischen Brandbekämpfungssystem ausgerüstet sein, um schwer einzudämmende Brände möglichst im Keim ersticken zu können, noch ehe die Flughafenfeuerwehr eintrifft. Es handelt sich dabei um überdimensionale Sprinklersysteme, die ein Wasser-Schaummittel erzeugen und unter hohem Druck aus Düsen in die Halle schießen. Dabei gilt es, die Löschmittel großflächig über die gesamte Fläche zu verteilen.

In US-Medien heißt es, dass das Feuerlöschsystem aus Versehen aktiviert wurde. Auf Anfrage der Website "simpleflying.com" hat American Airlines den Vorfall bestätigt. Es habe keine Verletzten gegeben. Unklar ist, ob sich der Zwischenfall in O'Hare oder in einem Hangar am Dallas/Fort Worth Airport in Texas ereignet hat, wie anderen Quellen behaupten. An beiden Flughäfen unterhält American Airlines ein Drehkreuz und verfügt über eigene Wartungszentren.

Hin und wieder kommt es zu Zwischenfällen dieser Art. Zuletzt gab es Anfang Mai mit einer Boeing 777 von British Airways in einer Flugzeughalle in London-Heathrow einen "foaming incident", wie es in der Fachsprache heißt. Auch hier wurde der Alarm versehentlich ausgelöst.

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Vorkomnisse dieser Art sind nicht unproblematisch: Denn das Schaum-Gemisch kann nicht nur empfindliche Teile am Flugzeugrumpf beschädigen und die Korrosionsgefahr erhöhen, sodass anschließend die Flugzeuge einer genausten Prüfung unterzogen werden müssen.

Viel gravierender können die gesundheitlichen Folgen für die dort beschäftigten Flugzeugmechaniker sein. Unklar sind die langfristigen Nebenwirkungen eventuell beigemischter brandhemmender Chemikalien.

Quellensamchui.com und simpleflying.com

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tib

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