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Zwischenfall in Louisiana Hurrikan wütet im Hangar und zerstört einen privaten Jumbojet


Eigentlich sollte die Boeing 747SP nur für ihren nächsten Einsatz fit gemacht werden. Doch dann zerfetzte ein Hurrikan mehr als nur die Tore einer Flugzeughalle: Bei dem demolierten Jumbojet handelt sich um eine ganz besondere Maschine.

Der Vorfall ereignete sich mitten in der Hurrikan-Saison in den Südstaaten der USA. Doch erst jetzt sind Bilder aufgetaucht, die das Ausmaß der Zerstörung in einem Flugzeughangar am Rand Chennault International Airport zeigen. Der Flugplatz liegt auf dem halben Weg zwischen Houston in Texas und Baton Rouge bei New Orleans im Bundesstaat Louisiana.

Nach Berichten von "7KPLC-News" fegte der Hurrikan mit dem Namen "Laura" Ende August so heftig über den Ort Lake Charles hinweg, dass dort und in der Umgebung kaum ein Stein auf dem anderen blieb. "Wir haben gesehen, dass hundert Prozent unserer Gebäude in Chennault auf irgendeine Art und Weise zerstört wurden", sagte Kevin Melton, der Flughafenchef Chennault dem Sender.

Das Flaggschiff von Las Vegas Sands: die Boeing 747SP

Wegen Wartungsarbeiten standen dort in einem Hangar eine Boeing 737 und eine Boeing 747. Der Winddruck war allerdings so stark, dass die Hallentore weggerissen wurden und im Inneren sich die beiden Flugzeuge selbstständig machten. Dabei verkeilte sich die kleine Boeing 737 mit einer Tragfläche in den Bug des Jumbojets, der wie durch einen Karateschlag eines Riesen regelrecht aufgeschlitzt wurde.

Auch die mindestens 150 Tonnen schwere Boeing 747 blieb nicht an ihrem Standplatz, sondern prallte mit dem rechten Flügel gegen einen Pfeiler, sodass mehrere Meter der Tragfläche abgerissen wurden.

Bei dem betroffenen Jumbojet, dessen Schäden sich inzwischen als so groß erwiesen haben, dass eine Reparatur nicht mehr lohnt, handelt es sich um eine Boeing 747SP, von der nur 45 Exemplare gebaut wurden und nur noch weniger als zehn Exemplare im Einsatz sind.

Der Zusatz SP steht für "Special Performance" und weist auf die verkürzte Bauweise des Jumbos mit höherer Reichweite hin. Der vierstrahlige Jet, der nun in Louisiana abgeschrieben werden muss, gehört zur Flotte der Las Vegas Sands Corporation, die als Betreiber von Casinos in den USA, Macao und Singapur bekannt ist.

Diese vom Hurrikan in Mitleidenschaft gezogene Maschine mit dem Kennzeichen VQ-BMS wurde 1979 an die Fluggesellschaft PanAm ausgeliefert. Später diente der Jumbo mehreren asiatischen und arabischen Herrscherhäusern als Privatjet, unter anderem für den Sultan von Brunei. Bis vor Kurzem war der Jet für zahlungskräftige Casino-Kunden, die über das notwendige Spielgeld verfügten, im Einsatz.

Durch die Auswirkungen des Hurrikans "Laura" hat die Boeing 747SP nach gut 40 Jahren Betriebszeit ausgedient und muss nun ausgeschlachtet und verschrottet werden.

Quellenwww.kplctv.comwww.onthewingsaviation.com, https://aerobuzz.dehttps://twitter.com/jacdecnew

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