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Boeing 747 in Halifax: Das war knapp: Jumbojet macht Bauchlandung in Kanada

Bei der Landung ist eine Boeing 747 von Sky Lease Cargo 200 Meter über die Piste hinausgeschossen. Bei der Bruchlandung rissen zwei Triebwerke ab und das Fahrwerk knickte ein. Der Frachtjumbo dürfte ein Totalverlust sein.

Rettungskräfte stehen vor einem Frachtflugzeug, das  von der Landebahn am Halifax Stanfield International Airport gerutscht ist.

Rettungskräfte stehen vor einem Frachtflugzeug, das  von der Landebahn am Halifax Stanfield International Airport gerutscht ist.

DPA

Es geschah noch in der Dunkelheit der Nacht: Ein Frachtflugzeug vom Typ Boeing 747-400 setzte am Mittwochmorgen zur Landung auf dem Stanfield International Airport an, der sich an der kanadischen Ostküste befindet. Doch gelang es der Crew nicht, die Maschine auf der 2350 Meter langen Piste rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Der Jumbojet schlitterte über die Landebahn hinaus, wie der "Aviation Herald" berichtet.

Nach der Schlitterpartie mit kollabierten Fahrwerk: Das Frachtflugzeug kam hinter der Piste, nur 50 Meter vor eine Straße zum Stehen.

Nach der Schlitterpartie mit kollabierten Fahrwerk: Das Frachtflugzeug kam hinter der Piste, nur 50 Meter vor eine Straße zum Stehen.

AFP

Erst nach 210 Meter kam das Flugzeug zum Stehen - oder besser: zum Liegen. Denn nach dem Pistenende brachen sowohl das Bugfahrwerk wie auch das Hauptfahrwerk zusammen. Außerdem rissen bei der Schlitterpartie die beiden inneren Triebwerke der vierstrahligen Maschine ab.

Die abgetrennte Engine Nummer 2 fing dabei Feuer, das jedoch von der herbeigerufenen Flughafenfeuerwehr rasch gelöscht werden konnte.

Das Flugzeug der in Greensboro im Bundesstaat North Carolina beheimateten Frachtfluggesellschaft war auf dem Weg von Chicago O'Hare nach China. An Bord waren vier Besatzungsmitglieder, die bei dem Zwischenfall leicht verletzt  wurden. Die Crew musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Am Flughafen wurde die Navigationsantenne hinter der Landebahn schwer beschädigt.

Glück im Unglück hatte die Crew, dass das Flugzeug knapp vor der Flughafenumzäunung liegen blieb. Denn in nur 50 Metern Entfernung befindet sich eine Straße. Über die Ursache gab es auf der am Donnerstag einberufenen Pressekonferenz noch keine genaueren Angaben. Der Flugschreiber, umgangssprachlich als Black Box bezeichnet, und der Stimmenrekorder wurden von den Behörden sichergestellt und werden demnächst ausgewertet.

Durch den Unfall der 22 Jahre alten Maschine musste der Airport für drei Stunden komplett gesperrt und alle Passagiermaschinen umgeleitet werden. Im Lauf des Tages kam es noch weiterhin zu zahlreichen Verspätungen.

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