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Flugzeugunglück in Nepal: "Das Flugzeug brannte und ich war drinnen eingeklemmt" - Überlebende schildern den Crash

Den Flugzeugabsturz auf dem Flughafen von Kathmandu haben nur 22 der 71 Menschen an Bord überlebt. Im Krankenhaus schildern einige Überlebende die traumatischen Erlebnisse während des Crashs in Nepal.

Ein ausgebranntes und seitlich aufgerissenes Flugzeug liegt auf dem Flughafen von Kathmandu, Nepal, auf dem Dach

Kurz nach dem Crash auf dem Flughafen von Kathmandu suchen Rettungskräfte im Flugzeugwrack nach Überlebenden

AFP

Es ist eines der schwersten Flugzeugunglücke in der Geschichte Nepals. Als am Montag eine Bombardier Dash 8 Q400 der Fluglinie US-Bangla nach einer Bruchlandung in Flammen aufgeht, sterben 49 Menschen an Bord. Einige der 22 Überlebenden haben nun der BBC berichtet, was sich beim Unglück in der Maschine abgespielt hat.

Es habe einen lauten Knall gegeben und die Maschine sei stark durchgeschüttelt worden, während die Passagiere geweint und gesungen hätten. Sharin Ahmed, eine 29-jährige Lehrerin aus Bangladesch, sagte der Nepali: "Draußen war ein großes Feuer und Rauch drang in die Kabine ein. Dann gab es eine Explosion. Das Feuer wurde gelöscht und wir wurden aus dem Flugzeug gerettet."

Eingeklemmt und doch gerettet

Basanta Bohora sagte laut BBC Reportern auf dem Krankenhausbett: "Ich saß an einem Fenster und konnte mich selbst befreien." Schlimmer hat es da Keshav Pandey getroffen, wie er BBC Nepali sagte: "Nach dem Crash habe ich versucht, aus dem Flugzeug zu kommen, weil es in Flammen stand. Aber ich konnte es nicht, weil meine Hand und mein Bein eingeklemmt waren." Wie er es doch noch aus dem verunglückten Flugzeug geschafft hat, kann er nicht genau sagen. "Mein Sitz war neben dem Notausgang. Vielleicht bin ich aus dem Flugzeug gefallen, als Rettungskräfte die Tür öffneten. Danach erinnere ich mich an nichts, ich wurde bewusstlos."

Shradha Giri war laut BBC mit ihrer Tochter an Bord des Unglücksfliegers. "Draußen herrschte viel Chaos. Eine Menge Rettungskräfte kamen nach dem Crash auf das Flugzeug zugerannt, eine viele Rettungs- und Feuerwehrwagen fuhren zur Unglücksstelle." Es sei traumatisch gewesen, so etwas mit ihrer kleinen Tochter erleben zu müssen. "Jeder war aufgewühlt, so etwas mit eigenen Augen erleben zu müssen."

Überlebende kommen aus Nepal und Bangladesch

Trotzdem haben die Überlebenden viel Glück gehabt. Gerichtsmediziner haben inzwischen begonnen, die 49 Toten zu identifizieren, damit die Leichname den Angehörigen der Opfer übergeben werden können. Die Ursache für das Flugzeugunglück in Kathmandu ist noch nicht geklärt. Erste Auswertungen des letzten Funkkontaktes deuten aber darauf hin, dass der Pilot möglicherweise während des Landeanflugs die Orientierung verlor. Die Maschine war in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka gestartet. An Bord befanden sich den Behörden zufolge 36 Bangladescher, 33 Nepalesen, ein Chinese und ein Bewohner der Malediven. Von den 22 Überlebenden kommen laut BBC 11 aus und 11 aus Bangladesch.


tkr mit DPA

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