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Flugbereitschaft der Bundeswehr: 14 Zwischenfälle in nur drei Jahren: Die Pannenserie der Regierungsflieger geht weiter

Schon wieder: Wegen einer erneuten Flugzeugpanne konnte Bundesaußenminister Heiko Maas am Sonntag nur mit Verspätung zu einem Termin in Bulgarien abheben. Wir zeigen die Ausfälle der vergangenen drei Jahre.

Mai 2019  Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) konnte am Sonntag erst mit einstündiger Verspätung zu einem Besuch in Bulgarien starten: Der Airbus A321 der Flugbereitschaft der Bundeswehr hatte Probleme mit der Hilfsturbine.

Mai 2019

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) konnte am Sonntag erst mit einstündiger Verspätung zu einem Besuch in Bulgarien starten: Der Airbus A321 der Flugbereitschaft der Bundeswehr hatte Probleme mit der Hilfsturbine.

dpa

Inzwischen erwischt es die Vielflieger der Bundesregierung fast schon im Wochenrhythmus. Diesmal sprang beim Start nach Bulgarien das Triebwerk nicht an. Grund war nach Angaben des Piloten, dass die Hilfsturbine APU im Heck zu wenig Druckluft zum Starten der Triebwerke lieferte. Es musste deswegen eine externe Luftzufuhr als Starthilfe angefordert werden.

Der Airbus A321 der Flugbereitschaft der Bundeswehr rollte deshalb mit 70 Minuten Verspätung zum Start. Außenminister Heiko Maas war auf dem Weg in die bulgarische Hauptstadt Sofi, wo er nach seiner Ankunft den bulgarischen Ministerpräsidenten Boiko Borissow treffen wollte. Für Maas war es bereits die dritte Panne an einem Regierungsflieger innerhalb von drei Monaten.

Den Airbus A321 hatte die Bundesregierung erst im vergangenen Jahr gebraucht angeschafft. Bis zur ersten Panne dauerte es nun kein halbes Jahr. Damit ist jetzt keins der vier unterschiedlichen für Regierungsflüge vorgesehenen Flugzeugtypen mehr pannenfrei.

Beinah-Absturz einer Global 5000

Hoch dramatisch waren die Probleme bei einer Global 5000 Mitte April. Bundeswehr-Piloten hatten den Jet von einer Wartung in Berlin-Schönefeld abgeholt hatten, dann verloren sie kurz nach dem Start die Kontrolle über den Flieger und mussten notlanden. Dabei verfehlten sie knapp die Landebahn.

"Ich habe hohen Respekt vor der fliegerischen Leistung der Luftwaffenbesatzung", sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zu dem Vorfall, der sich mit einer Global 5000 der Flugbereitschaft der Bundeswehr in Berlin-Schönefeld ereignet hat.

Was sich wie ein Kompliment anhört, wirft jedoch ein schlechtes Licht auf die technische Zuverlässigkeit der Regierungsmaschinen. Die betroffene Maschine war nach einem umfangreichen Check kurz nach dem Start in unkontrollierte Flugbewegungen geraten und bei der Notlandung abwechselnd mit beiden Flügeln über den Boden geschrammt. Der zweistrahlige Jet des kanadischen Flugzeugherstellers Bombardier mit Platz für 13 Personen sollte danach eigentlich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier von Berlin nach Stuttgart transportieren.

VIP-Flieger mit Macken

Immer wieder kommt es zu Pannen der Regierungsflieger bei wichtigen Staatsbesuchen und Gipfeltreffen im Ausland (siehe Fotostrecke oben). Mal versagt ein Teil der Bordelektronik oder der vierstrahlige Jet hat eine Reifenpanne. Insbesondere die beiden Langstreckenflugzeuge vom Typ Airbus A340-300 sorgen für Ärger: die "Konrad Adenauer" mit der Kennung 16+01 und die "Theodor Heuss" mit der Kennung 16+02.

Bei diesen Flugzeugen mit den Baujahren 1999 und 2000 handelt es sich um ausrangierte Linienjets der Lufthansa, die bei der Lufthansa Technik in Hamburg aufwendig zur Regierungsflugzeugen umgebaut wurden. Insgesamt gehören zur Flugbereitschaft nach Angaben der Luftwaffe 14 Flugzeuge der Hersteller Airbus und Bombardier.

Nach den Pannen von Regierungsfliegern will sich die Bundesregierung drei neue Maschinen anschaffen, wie das Verteidigungsministerium in der vergangenen Woche mitteilte. Der Haushaltsausschuss des Bundestages genehmigte den Kauf von drei fabrikneuen Flugzeugen vom Typ Airbus A350-900 zum Preis von rund 1,2 Milliarden Euro. Die Maschinen sollen noch in diesem Monat bestellt werden .

Der erste Langstreckenjet mit VIP-Kabine könnte schon 2020 einsatzbereit sein. "Wenn 2022 die anderen beiden A350 ausgeliefert werden, sollen die in Betrieb befindlichen A340-300 zeitnah abgelöst werden", heißt es aus dem Bundesministerium der Verteidigung.

Quellen: www.luftwaffe.de und www.bmvg.de

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