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Unglücksflieger Boeing stellt Produktion des Jumbo-Jets 747 ein

Boeing 747
Eine Boeing 747-400 der Lufthansa, kurz vor ihrer Landung in Vancouver, Kanada.
© Bayne Stanley / Picture Alliance
Boeing stellt Produktion des Jumbo-Jets 747 ein +++ Boeing 737 MAX absolviert erste Serie von Testflügen +++ Norwegian storniert fast 100 Flugzeug-Bestellungen +++ Neue FAA-Richtlinie wegen Kabelproblemen beim Krisenjet 737 Max +++ Die wichtigsten News im Boeing-Ticker.

Hier finden Sie regelmäßige News über den großen US-Flugzeugbauer, von Problemen bei der Produktion, dem Verfahren um die Wiederzulassung der Boeing 737 Max bis hin zur aktuellen Entwicklung der Boeing-Aktie.

+++ 29. Juli: Boeing stellt Produktion des Jumbo-Jets 747 ein +++

Der US-Flugzeugbauer Boeing stellt die Produktion seines Jumbo-Jets 747 nach mehr als 50 Jahren ein. Die letzte 747 werde im Jahr 2022 gebaut, teilte Boeing am Mittwoch in Chicago mit. Konzernchef Dave Calhoun begründete den Schritt mit der derzeitigen Marktentwicklung. Der einst größte Passagierjet der Welt hatte 1969 seinen Jungfernflug absolviert.

+++ 27. Juli: Auslieferung der ersten Boeing 777X verzögert sich vermutlich um ein weiteres Jahr +++

Der Flugzeugbauer Boeing hat nicht nur Probleme mit der Boeing 737 Max, die weiterhin von einem weltweiten Flugverbot betroffen ist. Der neue Langstreckenjet vom Typ Boeing 777X, der Ende Januar 2020 den Erstflug absolvierte, sollte eigentlich bereits in diesem Sommer an die ersten Kunden übergeben werden, zu denen Lufthansa und Emirates Airlines gehören. Doch wie "airlive.net" berichtet, wird Boeing demnächst verkünden, "den Zeitplan um ein Jahr zu verschieben". Das sagten zwei Quellen dem Portal. Für ein Anlaufen der Serienproduktion werde ein Zeitfenster zwischen 2022 und 2023 erwogen, so lautet es aus einer dritte Quelle.

Bei dem Großraumflugzeug handelt es sich um eine Weiterentwicklung des Bestsellers, der Boeing 777. Das Nachfolgemodell kann mehr als 400 Passagiere transportieren. Dafür wurde das Flugzeug auf 76,7 Meter verlängert und die Spannweite auf 71,7 Meter erhöht. Durch vorzeitige Verschleißerscheinungen des von General Electric neu entwickelten GE9X-Triebwerkes kam es zunächst zu Verzögerungen. Dann führte ein "Ultimate Load Test" Anfang September 2019 zu Rissen in der Aluminiumhaut des Rumpfes. Auch flog bei diesem Statiktest, bei dem die Kabine einem Druck wie auf Reiseflughöhe ausgesetzt wird, eine Tür aus der Verankerung.

+++ 2. Juni: Boeing 737 MAX absolviert erste Serie von Testflügen +++

Die mit einem weltweiten Flugverbot belegte Boeing 737 MAX hat erfolgreich eine Serie von Testflügen absolviert. Die dreitägige Testphase für die Maschine im US-Westküstenstaat Washington sei abgeschlossen, wie die US-Flugaufsichtsbehörde FAA mitteilte. Sie bezeichnete diese ersten Testflüge seit dem Flugverbot als "wichtigen Meilenstein" auf dem Weg zur Neuzulassung der Maschine.

Doch müssten noch eine Reihe von "Schlüsselaufgaben" erledigt werden, bevor die 737 MAX neu zertifiziert werden könne, betonte die Behörde zugleich. Dazu gehöre die Analyse der während der Testflüge gesammelten Daten. Das Flugverbot werde die FAA erst aufheben, wenn sich ihre Sicherheitsexperten gewiss seien, dass das Flugzeug dafür alle Voraussetzungen erfülle, hieß es in der Mitteilung.

Ermittler gehen davon aus, dass die beiden Abstürze durch ein Problem in einem Stabilisierungssystem verursacht wurden, das bei einem drohenden Strömungsabriss die Flugzeugnase nach unten drückt. Auch wurden weitere technische Probleme entdeckt, darunter in der elektrischen Verkabelung. Boeing hat inzwischen technische Veränderungen vorgenommen, unter anderem wurde die Software des Stabilisierungssystems überarbeitet.

+++ 30. Juni: Norwegian storniert fast 100 Flugzeug-Bestellungen +++

Der Billigflieger Norwegian Air Shuttle zieht sämtliche Bestellungen bei Boeing zurück und leitet rechtliche Schritte gegen den kriselnden US-Hersteller ein. Insgesamt geht es um 97 Maschinen, 92 Krisenjets vom Typ 737 Max und fünf Langstreckenflieger der Marke 787 "Dreamliner", wie Norwegian in der Nacht auf Dienstag in Oslo mitteilte. Die Flugzeuge sind laut Listenpreisen insgesamt 10,6 Milliarden Dollar (9,4 Mrd Euro) wert. Allerdings sind bei Großaufträgen deutliche Rabatte üblich.

Norwegian erklärte, wegen der im März 2019 im Zuge zweier Abstürze verhängten Flugverbote für Boeings 737 Max erhebliche Verluste erlitten zu haben. Boeing darf die Maschinen seitdem auch nicht mehr an Kunden ausliefern. Gespräche mit Boeing hätten zu keiner Einigung mit vernünftiger Kompensation geführt, so Norwegian. Hinzu kämen auch noch Probleme mit 787-Maschinen, die zu außerplanmäßigen Wartungsarbeiten geführt hätten. Norwegian will die entstandenen Schäden und Vorauszahlungen nun auf dem Rechtsweg einklagen.

Boeing äußerte sich zunächst nicht zu der Ankündigung. Eigentlich hatte der angeschlagene Airbus-Rivale am Montag endlich mal Grund zur Freude. Auf dem Boeing Field bei Seattle fand erfolgreich der erste einer Reihe entscheidender 737-Max-Zertifizierungsflüge statt, die zu einer Wiederzulassung der Krisenjets durch die US-Flugaufsicht FAA führen sollen. Boeing erreichte damit einen wichtigen Meilenstein, was an der Börse zu kräftigen Kursgewinnen führte. Allerdings sind für eine erneute Zertifizierung noch einige weitere Hürden zu nehmen.

+++ 25. Juni: Neue FAA-Richtlinie wegen Kabelproblemen beim Krisenjet 737 Max +++

Boeings nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegter Krisenjet 737 Max muss künftig noch auf ein weiteres Sicherheitsrisiko geprüft werden. Die US-Luftfahrtaufsicht FAA führte am Mittwoch eine Richtlinie ein, die Inspektionen für besseren Schutz von Verkabelung nahe der Triebwerke vorschreibt. Boeing teilte mit, die Mängel selbst entdeckt und die Maßnahme bereits im Dezember 2019 empfohlen zu haben. Der Hersteller arbeite eng mit seinen Kunden zusammen, um sicherzustellen, dass die Triebwerksgondeln voll vor elektrischer Energie geschützt seien. Boeing unterstütze die neue Lufttüchtigkeitsdirektive der FAA.

+++ 18. Juni: US-Abgeordnete üben heftige Kritik an Flugaufsicht FAA +++

Der Leiter der US-Luftfahrtbehörde FAA, Steve Dickson, hat sich nach den verheerenden Abstürzen zweier Boeing-Jets heftige Vorwürfe von Kongressabgeordneten anhören müssen. Die Behörde habe versucht, die Ermittlungen zur Aufarbeitung der Unglücke mit Absicht zu behindern, kritisierte der Spitzenpolitiker Roger Wicker von der republikanischen Partei bei einer Senatsanhörung am Mittwoch (Ortszeit) in Washington. "Herr Dickson, ich mache Sie hierfür verantwortlich", sagte der Senator des Bundesstaats Mississippi.

Der FAA wird vorgeworfen, sie habe bei der Zertifizierung die Augen zugedrückt und sich vom Hersteller an der Nase herumführen lassen. Heikle Interna belasteten das Verhältnis des Unternehmens zu der Behörde zeitweise so stark, dass die Spannungen als ein Grund für den Rauswurf von Ex-Konzernchef Dennis Muilenburg im Dezember galten. Boeing musste sich für brisante Mitarbeiter-Chats rechtfertigen, in denen es unter anderem zur 737 Max hieß: "Dieses Flugzeug ist von Clowns entworfen, die wiederum von Affen beaufsichtigt werden."

+++ 3. Juni: Tui und Boeing einigen sich auf Schadenersatz für 737-Max-Flugverbot +++

Der weltgrößte Reisekonzern Tui hat sich nach dem Flugverbot für den Mittelstreckenjet 737 Max mit dem Flugzeugbauer Boeing auf einen Ausgleich für den entstandenen Schaden geeinigt. Ein Großteil der Belastung werde in den nächsten zwei Jahren ausgeglichen, teilte Tui am Mittwoch in Hannover mit. Der Deal erleichtert es dem in der Corona-Krise angeschlagenen Touristikkonzern zudem, seine Flotte zu verkleinern. So verständigte sich Tui mit Boeing unter anderem darauf, bestellte Flugzeuge erst später abzunehmen: "In den kommenden zwei Jahren werden weniger als die Hälfte der ursprünglich vorgesehenen Flugzeuge ausgeliefert."

Der Konzern hat insgesamt 77 Exemplare der 737 Max bestellt und 16 bereits erhalten, von denen 15 bereits in Betrieb waren. Seit März 2019 stehen sie allerdings am Boden. Eine Wiederzulassung steht noch immer aus. Seit Januar hat Boeing die Produktion des Jets gestoppt und will sie nun langsam wieder anlaufen lassen. Tui hatte wegen des Flugverbots für die 737-Max-Jets und die gestoppten Auslieferungen im vergangenen Jahr im großen Stil teure Ersatzflugzeuge mieten müssen, die zudem teils deutlich mehr Treibstoff verbrauchten. Allein im Geschäftsjahr 2018/2019 bezifferte Tui die Belastung durch das 737-Max-Desaster auf 293 Millionen Euro.

+++ 28. Mai: Flugzeugbauer kündigt Massenentlassungen an +++

Der angeschlagene Flugzeugbauer Boeing macht in der Corona-Krise mit seinem großen Stellenabbau ernst. Rund 6770 Mitarbeiter in den USA erhalten diese Woche ihre Entlassungsschreiben, wie der Airbus-Rivale am Mittwoch mitteilte. Die Kündigungen kommen demnach zusätzlich zu etwa 5520 Angestellten, die Abfindungsangebote angenommen haben und den Konzern in den nächsten Wochen verlassen. In den kommenden Monaten werde es Tausende weitere Abgänge geben, erklärte Boeing-Chef Dave Calhoun in einem Memo an die Mitarbeiter.

Die Entlassungswelle kommt nicht überraschend: Boeing hatte bereits Ende April angekündigt, seine Beschäftigtenzahl von rund 160.000 um etwa zehn Prozent zu reduzieren. Dieser Plan wurde nun lediglich konkretisiert. Der Konzern steckt aufgrund des Problemfliegers 737 Max, der nach zwei verheerenden Abstürzen seit mehr als einem Jahr weltweit mit Startverboten belegt ist, schon länger tief in der Krise. Die Corona-Pandemie, die den Luftverkehr nahezu zum Erliegen gebracht hat, hat das Unternehmen noch stärker unter Druck gebracht.

+++ 30. April: Corona-Krise und 737-Max-Debakel brocken Boeing riesigen Verlust ein +++

Die Corona-Pandemie und das Debakel rund um den Unglücksflieger 737 Max haben Boeing im ersten Quartal in die roten Zahlen gebracht. Unterm Strich fiel ein Verlust von 641 Millionen US-Dollar (591 Mio Euro) an, wie der US-Luftfahrtkonzern in Chicago mitteilte. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte Boeing noch einen Gewinn von 2,1 Milliarden Dollar gemacht.

Boeing steckt aufgrund des Problemfliegers 737 Max, der nach zwei verheerenden Abstürzen seit mehr als einem Jahr weltweit mit Startverboten belegt ist, bereits tief in der Krise. Durch die Corona-Pandemie, die den Luftverkehr nahezu zum Erliegen gebracht hat, gerät das Unternehmen noch stärker in Not. "Die Pandemie trifft jeden Aspekt unseres Geschäfts", sagte Vorstandschef Dave Calhoun. Er bestätigte nun die geplante Streichung von zehn Prozent der Arbeitsplätze, über die in den vergangenen Tagen bereits berichtet worden war. Dies soll über ein Abfindungsprogramm, gegebenenfalls aber auch Entlassungen erfolgen.

+++ 29. April: US-Behörden ermitteln wegen Produktionsmängeln gegen Boeing +++

Dem angeschlagenen Luftfahrtkonzern droht laut US-Medien noch mehr rechtlicher Ärger wegen des Krisenfliegers 737 Max. Boeing sei nun auch wegen Produktionsmängeln bei dem Modell ins Visier des Justizministeriums geraten, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider. Boeing müsse mit zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Boeing bestätigte die Ermittlungen auf Nachfrage nicht direkt. Ein Sprecher verwies aber darauf, dass die Probleme bei einer internen Untersuchung entdeckt und sofort Maßnahmen ergriffen worden seien.

Boeing hatte im Februar eingeräumt, dass bei Wartungsarbeiten am nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegten Krisenjet 737 Max Fremdkörper in Treibstofftanks gefunden worden seien. Die gefundenen Teile wurden als "foreign object debris" bezeichnet - demnach könnte es sich um Unrat wie unbeseitigte Metallspäne, Reste von Bauteilen oder von Arbeitern zurückgelassene Werkzeuge oder Lappen handeln. Dieses Problem hatte Boeing zuvor auch schon bei anderen Modellen wie dem Tankflugzeug KC-46 und dem Langstreckenjet 787 "Dreamliner". Der Konzern ist wegen angeblicher Sicherheitsmängel

+++ 27. April: Boeing bläst Milliardendeal mit Embraer ab +++

Nach zweijährigen Verhandlungen: Der US-Flugzeugbauer Boeing wird den brasilianischen Rivalen Embraer doch nicht übernehmen. Der Kauf von vier Fünfteln des Verkehrsflugzeugsgeschäfts von Embraer für 4,2 Milliarden Dollar sei gescheitert, teilte Boeing mit. Man habe sich in nicht über die Bedingungen der Übernahme einigen können, erklärte der zuständige Boeing-Manager Marc Allen.

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Durch den Kauf hätte Boeing sich Embraers Palette an kleineren Flugzeugen einverleibt. Das hätte die US-Amerikaner im Wettbewerb mit dem europäischen Rivalen Airbus gestärkt, der bereits den C-Series des kanadischen Flugzeugherstellers Bombardier Aerospace übernommen haben. Embraer behauptet dagegen, dass Boeing den Vertrag unrechtmäßig gekündigt habe, "angesichts der eigenen finanziellen Lage" sowie wegen der "737-Max-Situation".

+++ 20. April: Flugzeugproduktion läuft langsam wieder an +++

Der angeschlagene US-Luftfahrtriese Boeing will gestoppte Flugzeugproduktion wieder aufnehmen. Der Betrieb in den Fabriken in der Region Puget Sound im Bundesstaat Washington solle ab 20. April schrittweise wieder hochgefahren werden. Rund 27.000 Beschäftigte sollen laut Boeing die Arbeit wieder aufnehmen. Das betrifft die Fertigung in den Werken Renton und Everett, wo die Modelle 787, 777, 747 und 767 gebaut werden.

Wegen der Corona-Pandemie war die Fertigung im vergangenen Monat auf unbestimmte Zeit angehalten worden. Wegen eines seit Januar geltenden Fertigungsstopps bei dem nach zwei Flugzeugabstürzen weltweit mit Startverboten belegten Modells 737 Max wird Boeings Produktion zunächst jedoch stark eingeschränkt bleiben. Auch die 787-"Dreamliner"-Fertigung in South Carolina ruht vorerst weiter.

+++ 15. April: Airlines bestellen mehr als 300 Exemplare der 737 Max ab +++

Der angeschlagene US-Luftfahrtriese Boeing verliert in der Corona-Krise immer mehr 737-Max-Bestellungen. Im ersten Quartal wurden unterm Strich 314 Aufträge für den nach zwei Abstürzen mit Startverboten belegten Problemflieger storniert, wie der Airbus-Rivale am Dienstag in Chicago mitteilte.

Insgesamt büßte Boeing bis Ende März 307 Flugzeugbestellungen ein, da immerhin einige neue Aufräge für andere Modelle reinkamen. Boeing ist wegen des 737-Max Debakels bereits stark angeschlagen, die Coronavirus-Pandemie erschwert die Lage nun noch zusätzlich. An der Börse geriet die Aktie am Dienstag zunächst weiter unter Druck.

+++ 6. April: Boeing verlängert Produktionsstopp in den Hauptwerken auf unbestimmte Zeit +++

Nicht nur 14 Tage, sondern länger: Die Fabrik in Everett und auch die anderen Werke im Bundesstaat Washington bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Der Produktionssstopp gilt bereits seit dem 25. März und war zunächst auf zwei Wochen begrenzt gewesen. In dem Werk in Everett stellt Boeing die 747, 767, 777 und einen Teil der 787 her. Insgesamt beschäftigt Boeing im Westküstenstaat rund 70.000 Menschen.

Der schon vor Pandemie stark angeschlagene Konzern hat die US-Regierung um Finanzhilfen gebeten, um die Corona-Krise durchzustehen, die zu einem weltweiten Einbruch des Flugverkehrs geführt hat. Die US-Luftfahrtbranche kann auf Milliardenkredite aus einem gigantischen Rettungspaket hoffen, das vom Kongress beschlossen und Präsident Donald Trump unterzeichnet wurde.

+++ 24. März: Nicht nur 737 Max - Boeing-Werke in Seattle stoppen-Flugzeugproduktion für 14 Tage +++

Der US-Flugzeugbauer stellt die Arbeiten in seinen Werken Everett und Moses Lake im Bundesstaat Washington für die kommenden 14 Tage ein. Damit kommt die Produktion der Passagier- und Frachtmaschinen vom Typ Boeing 747, 777, 787 und 767 zum Erliegen. Die Ankündigung erfolgt nur einen Tag, nachdem ein Mitarbeiter der Fertigungslinie der Boeing 777 an den Folgen der Coronavirus-Erkrankung verstorben war, wie die "Seattle Times" berichtet.

"Diese Maßnahmen werden ergriffen, um das Wohlergehen der Beschäftigten, ihrer Familien und der örtlichen Gemeinden sicherzustellen", teilte Boeing mit. Die betroffenen Fabriken sollen gründlich gereinigt werden. Wegen eines Fertigungsstopps bei dem nach zwei Flugzeugabstürzen weltweit mit Startverboten belegten Bestsellers 737 Max ist die Produktion des Airbus-Rivalen seit Januar ohnehin schon stark eingeschränkt. Am Freitag hatte der Konzern bereits Chefgehälter, Dividende und Aktienrückkäufe ausgesetzt.

+++ 16. März: Riss an 737-Jet von Boeing - US-Aufsicht untersucht Vorfall +++

Die US-Luftfahrtaufsicht FAA prüft nach einem Vorfall mit einer Southwest-Airlines-Maschine, ob bestimmte Boeing-Jets häufiger auf Risse untersucht werden müssen. Ein über dreißig Zentimeter langer Riss am Rumpf einer Boeing 737 sei nach einem Flug von Las Vegas nach Boise im US-Bundesstaat Idaho festgestellt worden, teilte die FAA mit.

Während des Flugs sei der Luftdruck in der Kabine allmählich gesunken, die Crew habe die Flughöhe verringert, um ein sicheres Niveau zu erreichen. Der Flug habe dann ohne den Einsatz von Sauerstoff-Masken, Unfälle oder Verletzte fortgesetzt werden können. Eine Sprecherin von Southwest Airlines sagte dem "Wall Street Journal", die betroffene Boeing-Maschine werde derzeit repariert. Die Angelegenheit betrifft nicht den Flugzeugtyp 737 Max, der seit gut einem Jahr weltweit mit Startverboten belegt ist.

+++ 7. März: US-Kongress bezeichnet Boeing 737 Max als "grundlegend fehlerhaft und unsicher" +++

Die 737 Max des Flugzeugbauers Boeing ist nach Einschätzung des US-Kongresses eine "grundlegend fehlerhafte und unsichere" Maschine. Ursache dafür seien sowohl Konstruktionsfehler durch Boeing als auch eine mangelnde Kontrolle durch die Flugaufsichtsbehörde FAA, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten vorläufigen Bericht des zuständigen Kongressausschusses. Boeing und die FAA hätten "mit der Sicherheit der Menschen gespielt". Für die 737 MAX war vor einem Jahr nach zwei Abstürzen, bei denen 346 Menschen getötet wurden, ein Flugverbot verhängt worden. Boeing steht deshalb wirtschaftlich massiv unter Druck. Betroffene Fluggesellschaften fordern von dem US-Konzern deswegen Entschädigungen in Milliardenhöhe.

Unterdessen wurde bekannt, dass die FAA wegen nicht zugelassener Bauteile in Hunderten Flugzeugen ein Bußgeld von 19,7 Millionen Dollar (17,5 Mio Euro) von Boeing fordert. Die Behörde wirft dem Flugzeugbauer laut einer Mitteilung vom Freitag vor, in 791 Jets der 737-Baureihe bestimmte Sensoren eingebaut zu haben, die noch nicht genehmigt worden waren. Konkret geht es um Bauteile des Herstellers Rockwell Collins in 618 Boeing 737 NG und 173 Boeing 737 Max. Boeing hat 30 Tage Zeit, die Strafe zu zahlen oder anzufechten. Das Unternehmen erklärte, bei der Untersuchung der FAA kooperiert und bereits auf die Beanstandungen reagiert zu haben.

+++ 3. März: US-Behörden fordern verbessertes Simulator-Training für die 737 Max +++

Bereits Anfang des Jahres hatte Boeing die Grundsatzentscheidung gefällt, dass für alle Piloten der Boeing 737 Max zukünftig ein Simulator-Training erforderlich ist. Das war vorher nicht der Fall. Für Flugkapitäne der älteren 737-Typen reichte eine kurze Umschulung am iPad, um sich mit dem neuen Max-Model vertraut zu machen.

Doch bei den jüngsten Versuchen der Bundesluftfahrtbehörde (FAA) mit Piloten von United, American Airlines, Southwest Airlines und Aeromexico im Simulator stellten die Behördenmitarbeiter eine hohe Fehlerquote fest. Bei durchgespielten Notfällen unter Aktivierung der überarbeiteten Trimmautomatik MCAS kam es zu Schwierigkeiten. Deshalb hat nun die US-Luftfahrtaufsicht "zusätzliche Trainingsanforderungen in Bezug auf das Flugzeug" gefordert; eine Maßnahme, die die Inbetriebnahme der umstritten Flugzeugmusters erneut verzögern dürfte.

+++ 25. Februar: Techniker finden Fremdobjekte in Tanks von zwei Dritteln aller neuen Boeing 737 Max +++

Boeing hat erneut ein Qualitätsproblem bei der Fertigung. Laut der "Seattle Times" bestätigte der Flugzeugbauer, dass in 35 von 50 untersuchten Jets vom Typ Boeing 737 Max in den Flügeltanks Fremdobjekte wie Lumpen und Werkzeuge gefunden wurden. Demnach müssen nicht nur alle 400 noch nicht ausgelieferten Flugzeuge überprüft werden, sondern auch jene, die bereits zu den Flotten der Fluggesellschaften gehören und vom weltweiten Flugverbot betroffen sind. Die zusätzlichen Inspektionen sind aufwändig und erfordern bis zu drei Tage pro Maschine, da aus den Tanks zunächst alles Kerosin abgelassen werden muss, ehe Mechaniker in die Tanks kriechen können.

+++ 7. Februar: Boeing hat neues Software-Problem bei Krisenflieger 737 Max +++

Der angeschlagene US-Luftfahrtkonzern Boeing hat ein neues Software-Problem bei dem mit Flugverboten belegten Krisenjet 737 Max gefunden. Während der 737-Max-Testflüge sprang laut Boeing ein Warnlicht im Zusammenhang mit dem Trimmsystem zur Stabilisierung des Flugwinkels an. Grund seien Abweichungen bei der Dateneinspeisung zwischen den Flugsteuerungscomputern. Das Problem werde mit einem Software-Update behoben, um sicherzustellen, dass das Warnlicht künftig richtig funktioniere.

Boeings 737 Max war Mitte März 2019 nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten weltweit mit Flugverboten belegt worden. Ob und wann sie wieder abheben darf, entscheiden die Aufsichtsbehörden. Als entscheidende Ursache der verheerenden Unglücke gilt eine fehlerhafte Steuerungsautomatik der Flugzeuge. Dieses ursprüngliche Problem hatte Boeing eigentlich schon vor dem zweiten 737-Max-Absturz per Update behoben haben wollen, doch die Freigabe durch die internationalen Aufsichtsbehörden liegt noch immer nicht vor.

+++ 30. Januar: Boeing fährt das erste Mal seit 22 Jahren Verluste ein +++

Der US-Flugzeugbauer Boeing hat wegen der schweren Probleme mit der 737 MAX im vergangenen Jahr erstmals seit mehr als zwei Jahrzehnten Verlust gemacht. Das Minus für das vierte Quartal 2019 summiert sich auf eine Milliarde Dollar, für das Gesamtjahr beläuft es sich auf 636 Millionen Dollar (578 Millionen Euro), wie Boeing am Mittwoch mitteilte. Die zusätzlichen Kosten für Entschädigungszahlungen an Kunden und wegen Produktionsausfällen bezifferte der Konzern auf 9,2 Milliarden Dollar.

In seiner 104-jährigen Unternehmensgeschichte hat der US-Konzern erst vier Mal rote Zahlen geschrieben, neben 2019 und 1997 noch in den Jahren 1995 und 1946. 2018 erzielte Boeing einen Nettogewinn von 10,5 Milliarden Dollar.

+++ 25. Januar: Neues Modell 777X absolviert seinen Erstflug +++

Endlich mal gute Nachrichten aus Seattle: Der neue Großraumjet 777X hat seinen eigentlich schon für 2019 geplanten Erstflug erfolgreich absolviert. Das Flugzeug sei am Samstag (Ortszeit) auf dem Flugplatz Paine Field in Everett gestartet und nach drei Stunden und 51 Minuten Flug über dem Bundesstaat auf dem Werksgelände gelandet, teilte Boeing in Seattle mit.

Die zweistrahlige 777X, deren Varianten 777-8 und 777-9 sich in Größe und Reichweite unterscheiden, ist eine Weiterentwicklung der 777-Baureihe. Die ersten Flugzeuge der 777X-Reihe sollen 2021 ausgeliefert werden. Nach aktuellen Angaben stehen 340 Bestellungen in den Büchern. Großkunden sind neben der Lufthansa und Emirates, Qatar Airways, Etihad, die japanische ANA sowie Cathay Pacific, British Airways und Singapore Airlines.

+++ 24. Januar: Ryanair will 100 Flugzeuge bei Airbus bestellen +++

Kehrtwende bei dem irischen Billigflieger Ryanair: Für seine Tochterfirma Lauda in Österreich, mit der auch ab Deutschland viele Ferienziele wie Palma de Mallorca angeflogen werden, ist Ryanair mit Airbus über eine Großbestellung im Gespräch. Bislang betreibt Ryanair eine reine Boeing-Flotte. Doch wegen des Flugverbots der Boeing 737 Max haben die Iren bisher keines von 135 bestellten Exemplaren erhalten. So möchte Ryanair über die Tochterfirma wachsen. "Aktuell sind wir in Gesprächen mit Airbus für einen weiteren Flottenausbau“, bestätigte eine Laudamotion-Sprecherin der "WirtschaftsWoche". Es geht um eine Bestellung von Mittelstreckenflugzeugen vom Typ A320 und A321 für Laudamotion,. 

Die Airline fliegt bereits mit 23 Airbus-Jets, die aus der Übernahme der Vorgängerfirma stammen, die einst zu Air Berlin gehörte.

+++ 15. Januar: Bestellungen für Boeing-Zivilflugzeuge erstmals seit Jahrzehnten im Minus +++

Der angeschlagene US-Flugzeugbauer Boeing weist für das vergangene Jahr erstmals seit Jahrzehnten ein Minus bei den Bestellungen für Zivilflugzeuge auf. Boeing erhielt 2019 mehr Stornierungen für schon georderte Maschinen als neue Aufträge. Demnach steht ein Minus von 87 Flugzeugen unter dem Strich.

Auch bei den Auslieferungen ging es abwärts. Boeing lieferte im vergangenen Jahr 380 Maschinen aus, das waren 53 Prozent weniger als 2018. Konzernchef Dennis Muilenburg, dem schlechtes Krisenmanagement zur Last gelegt wurde, wurde im Dezember abgesetzt. Sein Nachfolger David Calhoun trat am Montag sein Amt an.

+++  14. Januar: Wegen MAX-Krise entlässt Boeing-Zulieferer 2800 Mitarbeiter +++

Wegen des Produktionsstopps für die Boeing 737 MAX entlässt der Flugzeugzulieferer Spirit AeroSystems 2800 Mitarbeiter. Das entspricht 16 Prozent der Belegschaft. Die MAX-Maschinen stünden für die Hälfte des jährlichen Umsatzes und Boeing habe bislang nicht mitgeteilt, wie lange der Produktionsstopp andauern werde. Spirit AeroSystems baut unter anderem den Flugzeugrumpf für die Boeing 737 MAX.

Durch das weltweite Flugverbot mussten Fluggesellschaften tausende Flüge streichen und auf andere Maschinen zurückgreifen. Sie verlangen von Boeing deswegen Entschädigungen. Der Flugzeugbauer stellte im Juli 5,6 Milliarden Dollar (knapp 5,1 Milliarden Euro) für solche Zahlungen zurück.

+++ 8. Januar: Piloten der Boeing 737 Max sollen im Simulator trainieren +++

Kehrtwende und späte Einsicht bei Boeing: Der US-Flugzeugbauer hat sich nun dafür ausgesprochen, Piloten vor einer Wiederzulassung des Modells 737 Max in Flugsimulatoren auszubilden. Zusätzlich zum Training an Computern sollten alle Max-Piloten in Simulatoren trainieren, teilte der massiv unter Druck stehende Konzern mit. Interims-Chef Greg Smith erklärte, Sicherheit habe bei Boeing "oberste Priorität". Sollte die US-Flugaufsicht FAA dem Vorschlag zustimmen, dürfte sich die Wiederaufnahme des Flugbetriebs der 737 Max weiter verzögern.

Solche Trainings in Simulatoren sind für Airlines kostspielig. Bislang hatte Boeing argumentiert, ein Training am Computer sei ausreichend. Die Flugaufsichtsbehörden der Europäischen Union und Kanadas sehen das anders und fordern vor einer Wiederinbetriebnahme eine Ausbildung an Simulatoren, mit denen verschiedene Flugszenarien realitätsnah durchgespielt werden können.

+++ 6. Januar: Neues Boeing-Problem - Kurzschlussgefahr bei der 737 Max +++

Bei der Überprüfung von Schwachstellen des Unglücksfliegers ist bei der Boeing 737 Max neben der umstrittenen MCAS-Software ein neues Problem aufgetaucht: Laut "New York Times" sind im Heck zwei Kabelstränge dermaßen eng verlegt, dass es zu einem Kurzschluss kommen kann. Boeing hatte die Schwachstelle im Dezember festgestellt und daraufhin die Federal Aviation Administration (FAA). Die Luftfahrtbehörde FAA stufte die Gefahrenlage als potenziell "katastrophal" ein, die im schlimmsten Fall zu Abstürzen führen kann. Der Bericht zieht auch eine Kontrolle älterer 737-Typen wie die Boeing 737-600 bis -900 in Erwägung.

+++ 3. Januar: Boeings Krise um 737-Max-Modell setzt Ryanair weiter zu +++

Die schwere Krise von Boeing mit seinem Mittelstreckenjet Boeing 737 Max belastet weiterhin auch Europas größten Billigflieger Ryanair. "Wir haben eine Schwierigkeit - und die hat drei Buchstaben", sagte Unternehmenschef Michael O'Leary der "Wirtschaftswoche". Die irische Airline hätte bis zum kommenden Sommer 58 Maschinen bekommen sollen. "Dann ging das runter auf 30, dann 20, dann zehn und zuletzt vielleicht nur fünf. Eventuell bekommen wir die ersten Jets auch erst im Oktober 2020." Ryanair hatte 135 Exemplare des Mittelstreckenjets bestellt, doch nach zwei Abstürzen darf der US-Konzern den Typ seit vergangenem März nicht mehr ausliefern.

+++ 2. Januar 2020: Turkish Airlines erhält 225 Millionen Dollar Entschädigung von Boeing +++

Die Fluggesellschaft Turkish Airlines und der US-Flugzeugbauer Boeing haben sich angesichts der Krise um den Jet 737 Max auf eine Entschädigungszahlung geeinigt. Die Zeitung "Hürriyet" berichtete, Turkish Airlines habe einen Betrag von 225 Millionen US-Dollar erhalten. Dies decke die Verluste der Fluggesellschaft von 2019 ab. Die Fluggesellschaft teilte lediglich mit: "Turkish Airlines und Boeing haben sich auf eine Entschädigung für bestimmte Verluste geeinigt, die durch am Boden gebliebene und nicht ausgelieferte Boeing 737 Max Flugzeuge entstanden sind."

Bei Turkish Airlines blieben 12 Flugzeuge des Typs am Boden. Zudem sollte Turkish Airlines im Jahr 2019 zwölf der Flieger erhalten. Wegen des Flugstopps und der nicht ausgelieferten Flugzeuge musste Turkish Airlines Tarife erhöhen und Inlandsflüge kürzen. Anfang Dezember hatten türkische Medien berichtet, dass die Fluggesellschaft zudem bereit sei, Boeing wegen der Verluste zu verklagen.

+++ 23. Dezember  2019: Boeing-Chef Muilenburg tritt zurück +++

Boeing-Chef Dennis Muilenburg tritt mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück. Das teilte Boeing am Montag mit. Nachfolger soll David Calhoun werden, der derzeit Chef des Verwaltungsrats ist.

Boeing steckt nach zwei Flugzeugabstürzen des Modells 737 Max in der Krise. Seit Monaten müssen die Flieger weltweit am Boden bleiben. In der vergangenen Woche hatte Boeing einen vorübergehenden Produktionsstopp für das Modell verkündet.

Die offizielle Pressemitteilung von Boeing lässt den Schluss zu, dass Muilenburg seinen Rücktritt nicht ganz freiwillig vollzogen hat: "Der Aufsichtsrat ist zu dem Schluss gekommen, dass ein Wechsel an der Führungsspitze notwendig geworden ist, um das verlorengegangene Vertrauen bei den Regulierungsbehörden, Kunden und Aktionären wiederherzustellen", heißt es in dem Statement des Flugzeugbauers. Mehr lesen Sie hier.

+++ 20. Dezember: United Airlines streicht 737-Max-Flüge bis Juni +++

Die US-Fluggesellschaft United Airlines stellt sich auf eine noch längere Zwangspause von Boeings Krisenjet 737 Max ein. Die nach zwei Abstürzen mit Startverboten belegten Maschinen werden bis zum 4. Juni aus dem Flugplan genommen, wie United am Freitag mitteilte. Zuvor hatte das Unternehmen mit einem Ausfall bis in den März gerechnet. Die beiden anderen großen US-Airlines mit 737-Max-Modellen in der Flotte - Southwest und American - hatten Flüge mit den Maschinen zuletzt bis in den April gestrichen. 

Die 737 Max darf nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten seit Mitte März 2019 nicht mehr abheben. Auf eine rasche Wiederzulassung deutet derzeit wenig hin. Nachdem die US-Flugaufsicht FAA Boeing jüngst vor unrealistischen Zeitplänen gewarnt hatte, kündigte der Konzern am Montag an, die Produktion ab Januar vorübergehend zu stoppen. Das erhöht den Druck auf die Airlines, die schon etliche Flüge streichen mussten und auf zahlreiche bestellte Jets warten.

+++ 20. Dezember: Starliner-Raumschiff gestartet – aber nicht zur ISS +++ 

Beim ersten Testflug von Boeings Raumschiff "Starliner" zur Raumstation ISS hat es Probleme gegeben. Nach dem Raketenstart am Freitagmorgen (Ortszeit) vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral sei die Kapsel zwar in einer stabilen Umlaufbahn um die Erde, schrieb Nasa-Chef Jim Bridenstine auf Twitter. Allerdings habe ein Antrieb versagt, der für das Erreichen der ISS notwendig sei. Bridenstine kündigte eine Pressekonferenz für Freitagvormittag (Ortszeit) an. Bei dem ersten Härtetest waren keine Menschen an Bord. Künftig will Boeing mit dem "Starliner" im Auftrag der US-Weltraumbehörde Nasa aber amerikanische Astronauten zur Internationalen Raumstation (ISS) bringen. Am Samstag soll das Raumschiff eigentlich erstmals am Außenposten der Menschheit 400 Kilometer über der Erdoberfläche andocken. Danach wird seine Rückkehr für den 28. Dezember erwartet.

+++ 18. Dezember: Southwest Airlines streicht 737-Max-Flüge bis in den April +++

Angesichts der hohen Ungewissheit um Boeings Krisenjet 737 Max stellen sich die großen US-Fluggesellschaften auf eine andauernde Zwangspause ein. Southwest Airlines kündigte an, die nach zwei verheerenden Abstürzen mit Startverboten belegten Maschinen noch länger aus dem Flugplan zu streichen. Die 737 Max werde voraussichtlich bis zum 13. April nicht mehr eingesetzt.

Vergangene Woche hatte bereits American Airlines bekanntgegeben, bis in den April nicht mehr mit Einsätzen des Unglücksfliegers von Boeing zu planen. Die Fluglinien gehen also inzwischen davon aus, dass der Ausfall des wichtigen Modells, das seit Mitte März nicht mehr starten darf, über ein Jahr andauern wird.

+++ 17. Dezember: Boeing stellt ab Januar Produktion der 737 MAX vorübergehend ein +++

Boeing setzt die Produktion des Krisenjets 737 Max angesichts der hohen Ungewissheit um eine Wiederzulassung ab Januar vorübergehend aus. Der Flugzeugtyp ist bereits seit Mitte März mit Startverboten belegt. Grund sind zwei Abstürze innerhalb weniger Monate, bei denen zahlreiche Menschen starben. Boeing hatte die 737-Produktion bereits im April deutlich reduziert und die monatliche Fertigungsrate von 52 auf rund 42 Maschinen gedrosselt.

Doch da Boeing die Maschinen bis zu einer Wiederzulassung nicht ausliefern darf, entstehen hohe Kosten und logistische Probleme. Laut Boeing müssen deshalb derzeit rund 400 Flugzeuge zwischengelagert werden, was zunehmend zu Platzmangel führt. Der Chef der US-Luftfahrtaufsicht FAA hatte Boeing vergangene Woche deutlich zu verstehen gegeben, dass der Flugzeugbauer einen "unrealistischen" Zeitplan verfolge. Mehr lesen Sie hier.

+++ 12. Dezember. Whistleblower erhebt schwere Vorwürfe gegen Boeing +++

Ein früherer Boeing-Manager hat bei einer Kongressanhörung in Washington am Mittwoch (Ortszeit) schwere Anschuldigungen gegen den Flugzeugbauer erhoben. "Ich habe eine Fabrik im Chaos erlebt und Monate vor dem ersten Absturz schwerwiegende Bedenken über die Fertigungsqualität an ranghohe Boeing-Führungskräfte durchgegeben", erklärte Ed Pierson. Vor dem zweiten Unglück habe er erneut Probleme gemeldet, doch keiner seiner Hinweise habe etwas bewirkt. Boeing steht im Verdacht, die Unglücksflieger überstürzt auf den Markt gebracht und die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Der Konzern streitet dies ab, hat aber Fehler bei der 737 Max zugegeben. Mehr lesen Sie hier.

+++ 7. Dezember: Boeing soll Strafe von 3,9 Millionen Dollar zahlen +++

Nach Angaben der Federal Aviation Administration (FAA) hat Boeing bei 133 Jets der Baureihe Boeing 737 defekte Teile verbaut. Trotz Kenntnis seien diese Maschinen zur finalen Zertifizierung der Lufttauglichkeit angemeldet worden. Bei den beanstandeten Bauteilen handelt es sich um sogenannte Slat Tracks an den verstellbaren Vorflügelklappen. Die Behörde und räumt dem Flugzeugbauer 30 Tage Zeit ein, um Stellung zu beziehen. Andernfalls wird eine Strafe in Höhe von 3,9 Millionen US-Dollar fällig – umgerechnet 3,5 Millionen Euro. Mehr lesen Sie hier.

tib / AFP / DPA / Seattle Times

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