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Follow Me #FlyLove: Airline-Personal bekennt sich zu Diversität und gleichgeschlechtlicher Ehe

Swiss International Air Lines
Es geht um die Gleichstellung der Geschlechter: Eine Co-Pilotin zeigt Flagge für den Punkt 5 der 17 Punkte umfassenden Nachhaltigkeits-Agenda bei der Swiss.
© Swiss International Air Lines
Ein Flugbegleiter, eine Pilotin und eine Purserin: Mitarbeiter:innen der Swiss beziehen auf der Facebook-Seite der Schweizer Fluggesellschaft zu brisanten politischen Themen Stellung. Für ihre Video-Testimonials gibt es einen aktuellen Anlass.

Meist machen Fluggesellschaften im Netz mit netten Sicherheits-Videos auf sich aufmerksam, die nicht mehr so streng daherkommen, sondern auf witzige und unterhaltsame Art an unangnehme Themen wie Druckabfall, Notausgang und Wasserlandung heranführen.

Die aufwendig produzierten Clips sind Teil der Marketing-Strategie. Neben Fotosequenzen auf Instagram werden vermehrt auch Blogs von Flugbegleitern auf Sonderseiten der Airlines gepusht, die ihre Tipps von nahen und fernen Flugzielen an ihre Leser weitergeben und von ihrem Alltag an Bord und Boden berichten.

Einen ungewöhnlichen Weg gehen Swiss International Air Lines mit der jüngsten Kampagne "Nachhaltigkeit – für uns mehr als nur ein Ziel", die zeigen soll, wie die Fluggesellschaft die 17 "Sustainable Development Goals" umsetzt, zu denen sich alle UN-Mitgliedsstaaten bekennen.

"Wir stehen für Diversität"

Ein Punkt davon behandelt die Gleichstellung der Geschlechter: "Wir stehen für Diversität", heißt es in dem Bekenntnis. "Swissness gibt es in vielen verschiedenen Formen und Farben. Vielfalt und Chancengleichheit sind zentrale Elemente unserer strategischen Ausrichtung."

In den letzten Tagen sind dazu mehrere Facebook-Clips hochgeladen worden, die Videos von Annina, Mathias, Mikael und Nina zeigen. Die einminütigen Testimonials von hetero- und homosexuellen Swiss-Angestellten sind ein klares Bekenntnis für Offenheit und Toleranz.

Mit den Hashtags #FlyDiversity, #FlyEquality, FlyInclusion und #FlyLove, Toleranz und Diversity werden nicht nur Zeichen gesetzt, sondern die engagierten Mitarbeiter:innen mischen sich in eine politische Debatte ein, die gerade in der Schweiz geführt wird. Denn am Sonntag stehen nicht nur Bundestagswahlen in Deutschland an, sondern auch eine Volksabstimmung im Nachbarland. Es geht unter anderem um ein Referendum darüber, ob die "Ehe für alle" auch in der Schweiz in die Tat umgesetzt wird.

Zur Vorgeschichte: In den meisten westeuropäischen Ländern ist die Ehe für alle längst eingeführt. In der Schweiz dagegen gibt es nur die eingetragene Partnerschaft für Lesben und Schwule. Ende 2020 stimmten Stände- und Nationalrat für eine Öffnung der Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare.

Das bedeutet unter anderem eine Verbesserung bei der Altersvorsorge, leichtere Einbürgerung von ausländischen Ehepartnern und die Möglichkeit der gemeinsamen Adoption von Kindern.

Doch konservative Kräfte, zu denen die Schweizer Volkspartei, die Eidgenössisch-Demokratische Union und die Schweizer Bischofskonferenz gehören, möchten mit der Volksabstimmung die Änderung im Schweizerischen Zivilgesetzbuch zu Fall bringen und angeblich die Ehe als Gemeinschaft von Mann und Frau schützen.

Die vier Swiss-Angestellten erzählen in den Facebook-Videos ihre persönlichen Standpunkte. "Das gute Miteinander ist für mich eine Herzensangelegenheit", sagt Annina, Flugkapitänin auf einem Airbus A320, in fließendem "Schwizerdütsch" zielgruppengerecht – und mit Untertiteln für alle auf Hochdeutsch.

Ihre lesbische Kollegen Nina hofft, "dass wir noch weitere Grenzen überwinden können, dass wir hier am Boden die gleichen Freiheiten erreichen, wie ich sie aus der Luft schon kenne", sagt die Maître de Cabine. "Da ist was ich mir wünsche: Gleiches Recht für alle."

Bei allen Clips ist übrigens das Swiss-Logo leicht verändert. Statt des weißen Kreuzes auf rotem Grund erscheint das Schweizer Kreuz auf einem Seitenleitwerk in den Regenbogenfarben.

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Nachtrag am 27. September 2021:

Beim Volksentscheid in der Schweiz sprachen sich am Sonntag 64,1 Prozent der Wahlberechtigten für die Ehe für alle aus, wie die Behörden des Landes mitteilten. Die Schweizer Regierung, der Bundesrat, kündigte eine rasche Umsetzung der neuen Bestimmungen an.

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