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+++ Boeing-Ticker +++

Unglücksflieger: Nicht nur 737 Max: Boeing-Werke in Seattle stoppen Flugzeugproduktion für 14 Tage

Riss an 737-Jet von Boeing - US-Aufsicht untersucht Vorfall +++ US-Behörden fordern verbessertes Simulator-Training für die 737 Max +++ Die wichtigsten News im Boeing-Ticker.

Im Werk Everett im Bundesstaat Washington wird unter anderem die Boeing 747 endmontiert.

Im Werk Everett im Bundesstaat Washington wird unter anderem die Boeing 747 endmontiert.

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Hier finden Sie regelmäßige News über den großen US-Flugzeugbauer, von Problemen bei der Produktion, dem Verfahren um die Wiederzulassung der Boeing 737 Max bis hin zur aktuellen Entwicklung der Boeing-Aktie.

+++ 24. März: Nicht nur 737 Max - Boeing-Werke in Seattle stoppen-Flugzeugproduktion für 14 Tage +++

Der US-Flugzeugbauer stellt die Arbeiten in seinen Werken Everett und Moses Lake im Bundesstaat Washington für die kommenden 14 Tage ein. Damit kommt die Produktion der Passagier- und Frachtmaschinen vom Typ Boeing 747, 777, 787 und 767 zum Erliegen. Die Ankündigung erfolgt nur einen Tag, nachdem ein Mitarbeiter der Fertigungslinie der Boeing 777 an den Folgen der Coronavirus-Erkrankung verstorben war, wie die "Seattle Times" berichtet.

"Diese Maßnahmen werden ergriffen, um das Wohlergehen der Beschäftigten, ihrer Familien und der örtlichen Gemeinden sicherzustellen", teilte Boeing mit. Die betroffenen Fabriken sollen gründlich gereinigt werden. Wegen eines Fertigungsstopps bei dem nach zwei Flugzeugabstürzen weltweit mit Startverboten belegten Bestsellers 737 Max ist die Produktion des Airbus-Rivalen seit Januar ohnehin schon stark eingeschränkt. Am Freitag hatte der Konzern bereits Chefgehälter, Dividende und Aktienrückkäufe ausgesetzt.

+++ 16. März: Riss an 737-Jet von Boeing - US-Aufsicht untersucht Vorfall +++

Die US-Luftfahrtaufsicht FAA prüft nach einem Vorfall mit einer Southwest-Airlines-Maschine, ob bestimmte Boeing-Jets häufiger auf Risse untersucht werden müssen. Ein über dreißig Zentimeter langer Riss am Rumpf einer Boeing 737 sei nach einem Flug von Las Vegas nach Boise im US-Bundesstaat Idaho festgestellt worden, teilte die FAA mit.

Während des Flugs sei der Luftdruck in der Kabine allmählich gesunken, die Crew habe die Flughöhe verringert, um ein sicheres Niveau zu erreichen. Der Flug habe dann ohne den Einsatz von Sauerstoff-Masken, Unfälle oder Verletzte fortgesetzt werden können. Eine Sprecherin von Southwest Airlines sagte dem "Wall Street Journal", die betroffene Boeing-Maschine werde derzeit repariert. Die Angelegenheit betrifft nicht den Flugzeugtyp 737 Max, der seit gut einem Jahr weltweit mit Startverboten belegt ist.

+++ 7. März: US-Kongress bezeichnet Boeing 737 Max als "grundlegend fehlerhaft und unsicher" +++

Die 737 Max des Flugzeugbauers Boeing ist nach Einschätzung des US-Kongresses eine "grundlegend fehlerhafte und unsichere" Maschine. Ursache dafür seien sowohl Konstruktionsfehler durch Boeing als auch eine mangelnde Kontrolle durch die Flugaufsichtsbehörde FAA, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten vorläufigen Bericht des zuständigen Kongressausschusses. Boeing und die FAA hätten "mit der Sicherheit der Menschen gespielt". Für die 737 MAX war vor einem Jahr nach zwei Abstürzen, bei denen 346 Menschen getötet wurden, ein Flugverbot verhängt worden. Boeing steht deshalb wirtschaftlich massiv unter Druck. Betroffene Fluggesellschaften fordern von dem US-Konzern deswegen Entschädigungen in Milliardenhöhe.

Unterdessen wurde bekannt, dass die FAA wegen nicht zugelassener Bauteile in Hunderten Flugzeugen ein Bußgeld von 19,7 Millionen Dollar (17,5 Mio Euro) von Boeing fordert. Die Behörde wirft dem Flugzeugbauer laut einer Mitteilung vom Freitag vor, in 791 Jets der 737-Baureihe bestimmte Sensoren eingebaut zu haben, die noch nicht genehmigt worden waren. Konkret geht es um Bauteile des Herstellers Rockwell Collins in 618 Boeing 737 NG und 173 Boeing 737 Max. Boeing hat 30 Tage Zeit, die Strafe zu zahlen oder anzufechten. Das Unternehmen erklärte, bei der Untersuchung der FAA kooperiert und bereits auf die Beanstandungen reagiert zu haben.

+++ 3. März: US-Behörden fordern verbessertes Simulator-Training für die 737 Max +++

Bereits Anfang des Jahres hatte Boeing die Grundsatzentscheidung gefällt, dass für alle Piloten der Boeing 737 Max zukünftig ein Simulator-Training erforderlich ist. Das war vorher nicht der Fall. Für Flugkapitäne der älteren 737-Typen reichte eine kurze Umschulung am iPad, um sich mit dem neuen Max-Model vertraut zu machen.

Doch bei den jüngsten Versuchen der Bundesluftfahrtbehörde (FAA) mit Piloten von United, American Airlines, Southwest Airlines und Aeromexico im Simulator stellten die Behördenmitarbeiter eine hohe Fehlerquote fest. Bei durchgespielten Notfällen unter Aktivierung der überarbeiteten Trimmautomatik MCAS kam es zu Schwierigkeiten. Deshalb hat nun die US-Luftfahrtaufsicht "zusätzliche Trainingsanforderungen in Bezug auf das Flugzeug" gefordert; eine Maßnahme, die die Inbetriebnahme der umstritten Flugzeugmusters erneut verzögern dürfte.

+++ 25. Februar: Techniker finden Fremdobjekte in Tanks von zwei Dritteln aller neuen Boeing 737 Max +++

Boeing hat erneut ein Qualitätsproblem bei der Fertigung. Laut der "Seattle Times" bestätigte der Flugzeugbauer, dass in 35 von 50 untersuchten Jets vom Typ Boeing 737 Max in den Flügeltanks Fremdobjekte wie Lumpen und Werkzeuge gefunden wurden. Demnach müssen nicht nur alle 400 noch nicht ausgelieferten Flugzeuge überprüft werden, sondern auch jene, die bereits zu den Flotten der Fluggesellschaften gehören und vom weltweiten Flugverbot betroffen sind. Die zusätzlichen Inspektionen sind aufwändig und erfordern bis zu drei Tage pro Maschine, da aus den Tanks zunächst alles Kerosin abgelassen werden muss, ehe Mechaniker in die Tanks kriechen können.

+++ 7. Februar: Boeing hat neues Software-Problem bei Krisenflieger 737 Max +++

Der angeschlagene US-Luftfahrtkonzern Boeing hat ein neues Software-Problem bei dem mit Flugverboten belegten Krisenjet 737 Max gefunden. Während der 737-Max-Testflüge sprang laut Boeing ein Warnlicht im Zusammenhang mit dem Trimmsystem zur Stabilisierung des Flugwinkels an. Grund seien Abweichungen bei der Dateneinspeisung zwischen den Flugsteuerungscomputern. Das Problem werde mit einem Software-Update behoben, um sicherzustellen, dass das Warnlicht künftig richtig funktioniere.

Boeings 737 Max war Mitte März 2019 nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten weltweit mit Flugverboten belegt worden. Ob und wann sie wieder abheben darf, entscheiden die Aufsichtsbehörden. Als entscheidende Ursache der verheerenden Unglücke gilt eine fehlerhafte Steuerungsautomatik der Flugzeuge. Dieses ursprüngliche Problem hatte Boeing eigentlich schon vor dem zweiten 737-Max-Absturz per Update behoben haben wollen, doch die Freigabe durch die internationalen Aufsichtsbehörden liegt noch immer nicht vor.

+++ 30. Januar: Boeing fährt das erste Mal seit 22 Jahren Verluste ein +++

Der US-Flugzeugbauer Boeing hat wegen der schweren Probleme mit der 737 MAX im vergangenen Jahr erstmals seit mehr als zwei Jahrzehnten Verlust gemacht. Das Minus für das vierte Quartal 2019 summiert sich auf eine Milliarde Dollar, für das Gesamtjahr beläuft es sich auf 636 Millionen Dollar (578 Millionen Euro), wie Boeing am Mittwoch mitteilte. Die zusätzlichen Kosten für Entschädigungszahlungen an Kunden und wegen Produktionsausfällen bezifferte der Konzern auf 9,2 Milliarden Dollar.

In seiner 104-jährigen Unternehmensgeschichte hat der US-Konzern erst vier Mal rote Zahlen geschrieben, neben 2019 und 1997 noch in den Jahren 1995 und 1946. 2018 erzielte Boeing einen Nettogewinn von 10,5 Milliarden Dollar.

+++ 25. Januar: Neues Modell 777X absolviert seinen Erstflug +++

Endlich mal gute Nachrichten aus Seattle: Der neue Großraumjet 777X hat seinen eigentlich schon für 2019 geplanten Erstflug erfolgreich absolviert. Das Flugzeug sei am Samstag (Ortszeit) auf dem Flugplatz Paine Field in Everett gestartet und nach drei Stunden und 51 Minuten Flug über dem Bundesstaat auf dem Werksgelände gelandet, teilte Boeing in Seattle mit.

Flugzeugwrack

Die zweistrahlige 777X, deren Varianten 777-8 und 777-9 sich in Größe und Reichweite unterscheiden, ist eine Weiterentwicklung der 777-Baureihe. Die ersten Flugzeuge der 777X-Reihe sollen 2021 ausgeliefert werden. Nach aktuellen Angaben stehen 340 Bestellungen in den Büchern. Großkunden sind neben der Lufthansa und Emirates, Qatar Airways, Etihad, die japanische ANA sowie Cathay Pacific, British Airways und Singapore Airlines.

+++ 24. Januar: Ryanair will 100 Flugzeuge bei Airbus bestellen +++

Kehrtwende bei dem irischen Billigflieger Ryanair: Für seine Tochterfirma Lauda in Österreich, mit der auch ab Deutschland viele Ferienziele wie Palma de Mallorca angeflogen werden, ist Ryanair mit Airbus über eine Großbestellung im Gespräch. Bislang betreibt Ryanair eine reine Boeing-Flotte. Doch wegen des Flugverbots der Boeing 737 Max haben die Iren bisher keines von 135 bestellten Exemplaren erhalten. So möchte Ryanair über die Tochterfirma wachsen. "Aktuell sind wir in Gesprächen mit Airbus für einen weiteren Flottenausbau“, bestätigte eine Laudamotion-Sprecherin der "WirtschaftsWoche". Es geht um eine Bestellung von Mittelstreckenflugzeugen vom Typ A320 und A321 für Laudamotion,. 

Die Airline fliegt bereits mit 23 Airbus-Jets, die aus der Übernahme der Vorgängerfirma stammen, die einst zu Air Berlin gehörte.

+++ 15. Januar: Bestellungen für Boeing-Zivilflugzeuge erstmals seit Jahrzehnten im Minus +++

Der angeschlagene US-Flugzeugbauer Boeing weist für das vergangene Jahr erstmals seit Jahrzehnten ein Minus bei den Bestellungen für Zivilflugzeuge auf. Boeing erhielt 2019 mehr Stornierungen für schon georderte Maschinen als neue Aufträge. Demnach steht ein Minus von 87 Flugzeugen unter dem Strich.

Auch bei den Auslieferungen ging es abwärts. Boeing lieferte im vergangenen Jahr 380 Maschinen aus, das waren 53 Prozent weniger als 2018. Konzernchef Dennis Muilenburg, dem schlechtes Krisenmanagement zur Last gelegt wurde, wurde im Dezember abgesetzt. Sein Nachfolger David Calhoun trat am Montag sein Amt an.

+++  14. Januar: Wegen MAX-Krise entlässt Boeing-Zulieferer 2800 Mitarbeiter +++

Wegen des Produktionsstopps für die Boeing 737 MAX entlässt der Flugzeugzulieferer Spirit AeroSystems 2800 Mitarbeiter. Das entspricht 16 Prozent der Belegschaft. Die MAX-Maschinen stünden für die Hälfte des jährlichen Umsatzes und Boeing habe bislang nicht mitgeteilt, wie lange der Produktionsstopp andauern werde. Spirit AeroSystems baut unter anderem den Flugzeugrumpf für die Boeing 737 MAX.

Durch das weltweite Flugverbot mussten Fluggesellschaften tausende Flüge streichen und auf andere Maschinen zurückgreifen. Sie verlangen von Boeing deswegen Entschädigungen. Der Flugzeugbauer stellte im Juli 5,6 Milliarden Dollar (knapp 5,1 Milliarden Euro) für solche Zahlungen zurück.

+++ 8. Januar: Piloten der Boeing 737 Max sollen im Simulator trainieren +++

Kehrtwende und späte Einsicht bei Boeing: Der US-Flugzeugbauer hat sich nun dafür ausgesprochen, Piloten vor einer Wiederzulassung des Modells 737 Max in Flugsimulatoren auszubilden. Zusätzlich zum Training an Computern sollten alle Max-Piloten in Simulatoren trainieren, teilte der massiv unter Druck stehende Konzern mit. Interims-Chef Greg Smith erklärte, Sicherheit habe bei Boeing "oberste Priorität". Sollte die US-Flugaufsicht FAA dem Vorschlag zustimmen, dürfte sich die Wiederaufnahme des Flugbetriebs der 737 Max weiter verzögern.

Solche Trainings in Simulatoren sind für Airlines kostspielig. Bislang hatte Boeing argumentiert, ein Training am Computer sei ausreichend. Die Flugaufsichtsbehörden der Europäischen Union und Kanadas sehen das anders und fordern vor einer Wiederinbetriebnahme eine Ausbildung an Simulatoren, mit denen verschiedene Flugszenarien realitätsnah durchgespielt werden können.

+++ 6. Januar: Neues Boeing-Problem - Kurzschlussgefahr bei der 737 Max +++

Bei der Überprüfung von Schwachstellen des Unglücksfliegers ist bei der Boeing 737 Max neben der umstrittenen MCAS-Software ein neues Problem aufgetaucht: Laut "New York Times" sind im Heck zwei Kabelstränge dermaßen eng verlegt, dass es zu einem Kurzschluss kommen kann. Boeing hatte die Schwachstelle im Dezember festgestellt und daraufhin die Federal Aviation Administration (FAA). Die Luftfahrtbehörde FAA stufte die Gefahrenlage als potenziell "katastrophal" ein, die im schlimmsten Fall zu Abstürzen führen kann. Der Bericht zieht auch eine Kontrolle älterer 737-Typen wie die Boeing 737-600 bis -900 in Erwägung.

Jahresstatistik 2019: Das sind die pünktlichsten Airlines Europas
Airbus A318 von Air France rollt zum Standplatz

Platz 10: Air France

79,92 Prozent alle Flüge von Air France verliefen laut der OAG Worldwide Limited innerhalb der 15-Minuten-Toleranz im vergangenen Jahr pünktlich.

+++ 3. Januar: Boeings Krise um 737-Max-Modell setzt Ryanair weiter zu +++

Die schwere Krise von Boeing mit seinem Mittelstreckenjet Boeing 737 Max belastet weiterhin auch Europas größten Billigflieger Ryanair. "Wir haben eine Schwierigkeit - und die hat drei Buchstaben", sagte Unternehmenschef Michael O'Leary der "Wirtschaftswoche". Die irische Airline hätte bis zum kommenden Sommer 58 Maschinen bekommen sollen. "Dann ging das runter auf 30, dann 20, dann zehn und zuletzt vielleicht nur fünf. Eventuell bekommen wir die ersten Jets auch erst im Oktober 2020." Ryanair hatte 135 Exemplare des Mittelstreckenjets bestellt, doch nach zwei Abstürzen darf der US-Konzern den Typ seit vergangenem März nicht mehr ausliefern.

+++ 2. Januar 2020: Turkish Airlines erhält 225 Millionen Dollar Entschädigung von Boeing +++

Die Fluggesellschaft Turkish Airlines und der US-Flugzeugbauer Boeing haben sich angesichts der Krise um den Jet 737 Max auf eine Entschädigungszahlung geeinigt. Die Zeitung "Hürriyet" berichtete, Turkish Airlines habe einen Betrag von 225 Millionen US-Dollar erhalten. Dies decke die Verluste der Fluggesellschaft von 2019 ab. Die Fluggesellschaft teilte lediglich mit: "Turkish Airlines und Boeing haben sich auf eine Entschädigung für bestimmte Verluste geeinigt, die durch am Boden gebliebene und nicht ausgelieferte Boeing 737 Max Flugzeuge entstanden sind."

Bei Turkish Airlines blieben 12 Flugzeuge des Typs am Boden. Zudem sollte Turkish Airlines im Jahr 2019 zwölf der Flieger erhalten. Wegen des Flugstopps und der nicht ausgelieferten Flugzeuge musste Turkish Airlines Tarife erhöhen und Inlandsflüge kürzen. Anfang Dezember hatten türkische Medien berichtet, dass die Fluggesellschaft zudem bereit sei, Boeing wegen der Verluste zu verklagen.

+++ 23. Dezember  2019: Boeing-Chef Muilenburg tritt zurück +++

Boeing-Chef Dennis Muilenburg tritt mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück. Das teilte Boeing am Montag mit. Nachfolger soll David Calhoun werden, der derzeit Chef des Verwaltungsrats ist.

Boeing steckt nach zwei Flugzeugabstürzen des Modells 737 Max in der Krise. Seit Monaten müssen die Flieger weltweit am Boden bleiben. In der vergangenen Woche hatte Boeing einen vorübergehenden Produktionsstopp für das Modell verkündet.

Die offizielle Pressemitteilung von Boeing lässt den Schluss zu, dass Muilenburg seinen Rücktritt nicht ganz freiwillig vollzogen hat: "Der Aufsichtsrat ist zu dem Schluss gekommen, dass ein Wechsel an der Führungsspitze notwendig geworden ist, um das verlorengegangene Vertrauen bei den Regulierungsbehörden, Kunden und Aktionären wiederherzustellen", heißt es in dem Statement des Flugzeugbauers. Mehr lesen Sie hier.

+++ 20. Dezember: United Airlines streicht 737-Max-Flüge bis Juni +++

Die US-Fluggesellschaft United Airlines stellt sich auf eine noch längere Zwangspause von Boeings Krisenjet 737 Max ein. Die nach zwei Abstürzen mit Startverboten belegten Maschinen werden bis zum 4. Juni aus dem Flugplan genommen, wie United am Freitag mitteilte. Zuvor hatte das Unternehmen mit einem Ausfall bis in den März gerechnet. Die beiden anderen großen US-Airlines mit 737-Max-Modellen in der Flotte - Southwest und American - hatten Flüge mit den Maschinen zuletzt bis in den April gestrichen. 

Die 737 Max darf nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten seit Mitte März 2019 nicht mehr abheben. Auf eine rasche Wiederzulassung deutet derzeit wenig hin. Nachdem die US-Flugaufsicht FAA Boeing jüngst vor unrealistischen Zeitplänen gewarnt hatte, kündigte der Konzern am Montag an, die Produktion ab Januar vorübergehend zu stoppen. Das erhöht den Druck auf die Airlines, die schon etliche Flüge streichen mussten und auf zahlreiche bestellte Jets warten.

+++ 20. Dezember: Starliner-Raumschiff gestartet – aber nicht zur ISS +++ 

Beim ersten Testflug von Boeings Raumschiff "Starliner" zur Raumstation ISS hat es Probleme gegeben. Nach dem Raketenstart am Freitagmorgen (Ortszeit) vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral sei die Kapsel zwar in einer stabilen Umlaufbahn um die Erde, schrieb Nasa-Chef Jim Bridenstine auf Twitter. Allerdings habe ein Antrieb versagt, der für das Erreichen der ISS notwendig sei. Bridenstine kündigte eine Pressekonferenz für Freitagvormittag (Ortszeit) an. Bei dem ersten Härtetest waren keine Menschen an Bord. Künftig will Boeing mit dem "Starliner" im Auftrag der US-Weltraumbehörde Nasa aber amerikanische Astronauten zur Internationalen Raumstation (ISS) bringen. Am Samstag soll das Raumschiff eigentlich erstmals am Außenposten der Menschheit 400 Kilometer über der Erdoberfläche andocken. Danach wird seine Rückkehr für den 28. Dezember erwartet.

+++ 18. Dezember: Southwest Airlines streicht 737-Max-Flüge bis in den April +++

Angesichts der hohen Ungewissheit um Boeings Krisenjet 737 Max stellen sich die großen US-Fluggesellschaften auf eine andauernde Zwangspause ein. Southwest Airlines kündigte an, die nach zwei verheerenden Abstürzen mit Startverboten belegten Maschinen noch länger aus dem Flugplan zu streichen. Die 737 Max werde voraussichtlich bis zum 13. April nicht mehr eingesetzt.

Vergangene Woche hatte bereits American Airlines bekanntgegeben, bis in den April nicht mehr mit Einsätzen des Unglücksfliegers von Boeing zu planen. Die Fluglinien gehen also inzwischen davon aus, dass der Ausfall des wichtigen Modells, das seit Mitte März nicht mehr starten darf, über ein Jahr andauern wird.

+++ 17. Dezember: Boeing stellt ab Januar Produktion der 737 MAX vorübergehend ein +++

Boeing setzt die Produktion des Krisenjets 737 Max angesichts der hohen Ungewissheit um eine Wiederzulassung ab Januar vorübergehend aus. Der Flugzeugtyp ist bereits seit Mitte März mit Startverboten belegt. Grund sind zwei Abstürze innerhalb weniger Monate, bei denen zahlreiche Menschen starben. Boeing hatte die 737-Produktion bereits im April deutlich reduziert und die monatliche Fertigungsrate von 52 auf rund 42 Maschinen gedrosselt.

Doch da Boeing die Maschinen bis zu einer Wiederzulassung nicht ausliefern darf, entstehen hohe Kosten und logistische Probleme. Laut Boeing müssen deshalb derzeit rund 400 Flugzeuge zwischengelagert werden, was zunehmend zu Platzmangel führt. Der Chef der US-Luftfahrtaufsicht FAA hatte Boeing vergangene Woche deutlich zu verstehen gegeben, dass der Flugzeugbauer einen "unrealistischen" Zeitplan verfolge. Mehr lesen Sie hier.

+++ 12. Dezember. Whistleblower erhebt schwere Vorwürfe gegen Boeing +++

Ein früherer Boeing-Manager hat bei einer Kongressanhörung in Washington am Mittwoch (Ortszeit) schwere Anschuldigungen gegen den Flugzeugbauer erhoben. "Ich habe eine Fabrik im Chaos erlebt und Monate vor dem ersten Absturz schwerwiegende Bedenken über die Fertigungsqualität an ranghohe Boeing-Führungskräfte durchgegeben", erklärte Ed Pierson. Vor dem zweiten Unglück habe er erneut Probleme gemeldet, doch keiner seiner Hinweise habe etwas bewirkt. Boeing steht im Verdacht, die Unglücksflieger überstürzt auf den Markt gebracht und die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Der Konzern streitet dies ab, hat aber Fehler bei der 737 Max zugegeben. Mehr lesen Sie hier.

+++ 7. Dezember: Boeing soll Strafe von 3,9 Millionen Dollar zahlen +++

Nach Angaben der Federal Aviation Administration (FAA) hat Boeing bei 133 Jets der Baureihe Boeing 737 defekte Teile verbaut. Trotz Kenntnis seien diese Maschinen zur finalen Zertifizierung der Lufttauglichkeit angemeldet worden. Bei den beanstandeten Bauteilen handelt es sich um sogenannte Slat Tracks an den verstellbaren Vorflügelklappen. Die Behörde und räumt dem Flugzeugbauer 30 Tage Zeit ein, um Stellung zu beziehen. Andernfalls wird eine Strafe in Höhe von 3,9 Millionen US-Dollar fällig – umgerechnet 3,5 Millionen Euro. Mehr lesen Sie hier.


tib / js / mik / AFP / DPA / Seattle Times

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