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Follow Me: Versehentliche Abschüsse: Wenn Raketen auf Passagierjets treffen

Nicht nur die Iraner, auch das US-Militär und die ukrainische Marine haben versehentlich zivile Flugzeuge mit Raketen abgeschossen. In keinem Fall überlebten die Insassen. Die Geschichten von vier fatalen Fehlern der Luftabwehr.

Spezialisten für Flugunfalluntersuchung aus den Niederlanden stehen Anfang August 2014 neben Überresten des Fluges MH17 auf einem Feld bei dem Dorf Hrabove in der östlichen Ukraine.

Spezialisten für Flugunfalluntersuchung aus den Niederlanden stehen Anfang August 2014 neben Überresten des Fluges MH17 auf einem Feld bei dem Dorf Hrabove in der östlichen Ukraine.

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Der versehentliche Abschuss eines Zivilflugzeuges durch eine Flugabwehrrakete des iranischen Militärs ist nicht der erste Zwischenfall dieser Art. Die Liste der traurigen Zwischenfälle, die meist auf Missverständnissen, Verwechselungen und unterbliebener Kommunikation beruht, ist lang. Hier eine Auswahl.

17. Juli 2014 über der Ostukraine: 298 Tote

Wrack MH17

Die aus Wrackteilen rekonstruierte Frontpartie der Boeing 777 von Malaysia Airlines 

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Es war kein ukrainisches Flugzeug, doch der Abschuss ereignete sich im Osten der Ukraine, wo sich ukrainische Armee und prorussische Separatisten bekriegten: Die Boeing 777 der Fluggesellschaft Malaysia Airlines war auf dem Wege von Amsterdam nach Kuala Lumpur, als der Flug MH17 mit einer Rakete sowjetischer Bauart abgeschossen wurde.

Wie internationale Untersuchungen später ergaben, stammte die BUK-Rakete von der 53. russischen Flugabwehrbrigade in Kursk im Südwesten Russlands. Russland und die Separatisten leugneten den Abschuss. Im März wird in einem Gerichtsverfahren in den Niederlanden drei Russen und einem Ukrainer in Abwesenheit der Prozess gemacht.

4. Oktober 2001 über dem Schwarzen Meer: 78 Tote

Ein aus dem Schwarzen Meer geborgenes Trümmerteil der Tupolew: Der Direktor der Fluglinie Sibir, Wjatscheslaw Filew, zeigt "durchschussartige Löcher" auf einem Aluminiumteil der abgestürzten Tupolew Tu-154.

Ein aus dem Schwarzen Meer geborgenes Trümmerteil der Tupolew: Der Direktor der Fluglinie Sibir, Wjatscheslaw Filew, zeigt "durchschussartige Löcher" auf einem Aluminiumteil der abgestürzten Tupolew Tu-154.

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Es war ein Charterflug vom Ben-Gurion-Airport in Tel Aviv nach Nowosibirsk, den die russische Fluggesellschaft Sibir mit einer Tupolew Tu-154 durchführte. Als sich der Flug mit der Nummer 1812 über dem Schwarzen Meer in 11.000 Metern Höhe befand, knapp 300 Kilometer vor der ukrainischen Halbinsel Krim, wurde der dreistrahlige Jet vom Himmel geholt.

Zu dem Zeitpunkt hielt die ukrainische Marine ein Luftverteidigungsmanöver ab und hatte zwei Boden-Luft-Raketen abgeschossen: Die eine Rakete zerstörte eine Zieldrohne, die andere suchte sich ein neues Ziel – das russische Passagierflugzeug. Diese 5W28-Rakete explodierte 15 Meter oberhalb des Jets und beschädigte das Flugzeug so stark, das es daraufhin manövrierunfähig ins Meer stürzte.

Der russische Präsident Putin sprach zunächst von einem Terrorakt, und die ukrainische Marine behauptete, ihr Manöver hätte erst 90 Minuten nach dem Absturz begonnen. Eine Woche nach der Katastrophe, bei der 66 Passagiere - meist Israelis - und zwölf Besatzungsmitglieder ums Leben kamen, gab die Ukraine zu, den Jet versehentlich abschossen zu haben. Kurze Zeit später trat der ukrainische Verteidigungsminister zurück.

3. Juli 1988 über dem Persischen Golf: 290 Tote

Angehörige von Opfern des Iran-Air-Fluges 655 stehen am zwölften Jahrestag des Abschusses vor einem Wandgemälde in Bandar Abbas

Angehörige von Opfern des Iran-Air-Fluges 655 stehen am zwölften Jahrestag des Abschusses vor einem Wandgemälde in Bandar Abbas

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Bei diesem Unglück war ein iranisches Flugzeug betroffen. Schon kurz nach dem Start in der iranischen Hafenstadt Bandar-Abbas verschwand der Airbus A300 mit dem Ziel Dubai von den Radarschirmen. Der auf 28 Minuten ausgelegte Kurzflug war schon nach wenigen Minuten zu Ende: Zwei vom US-Kreuzer "USS Vincennes" abgefeuerte SM-2-Raketen zerstörten das Großraumflugzeug. Alle 275 Passagiere und 15 Crew-Mitglieder starben.

Damals herrschten in der Region große Spannungen. Das US-Kriegsschiff befand sich sogar in iranischen Hoheitsgewässern. Deren Besatzung hatte den Airbus als "unidentifiziertes iranisches Flugzeug" identifiziert und versucht, auf der Militärfrequenz per Sprechfunk Kontakt zu den Piloten aufzunehmen. Doch die Cockpit-Besatzung von Iran Air hatte korrekt ihren Funk auf die Frequenz für Zivilflugzeuge eingeschaltet.

Später zeichnete der Präsident George Bush Senior den Kapitän des Kreuzers aus. Nachträglich entschuldigte sich sein Vorgänger Ronald Reagan formell bei den Iranern. 1996 kamen der Iran und die USA vor dem internationalen Gerichtshof überein, dass die Vereinigten Staaten eine Entschädigungszahlung von 61,8 Mio. US-Dollar an die Hinterbliebenen leisten müssen.

1. September 1983 über dem Ochotskisches Meer: 269 Tote

Eines der schlimmsten Unglücke, bei dem ein riesiger Jumbojet versehentlich abgeschossen wurde, ereignete sich Anfang der 1980er Jahre. Damals konnte eine Boeing 747 die Strecke von New York nach Ostasien noch nicht nonstop zurücklegen. Die 747-200 von Korean Air hatte am 1. September 1983 auf ihrem Weg vom JFK-Airport nach Seoul in Anchorage in Alaska ihren Tankstopp eingelegt und sollte im weiteren Verlauf südlich an der Halbinsel Kamtschatka und der Insel Sachalin – beides sowjetisches Gebiet – vorbeifliegen.

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Doch durch einen Navigationsfehler drang der Jet in den sowjetischen Luftraum ein, erst über Kamtschatka und später über Sachalin, ohne dass die Piloten ihre Kursabweichung von 500 Kilometern bemerkten. Weder über Funk noch durch Abfangjäger gelang eine Kontaktaufnahme. Als der Jumbojet bereits wieder über internationalen Gewässern, dem Ochotskisches Meer, flog, feuerte eine Suchoi Su-15 zwei Luft-Luft-Raketen ab. Alle 240 Passagiere und 29 Besatzungsmitglieder an Bord kamen ums Leben.

Erst nach internationalem Druck gab die Führung der Sowjetunion den Abschuss der koreanischen Passagiermaschine zu. Das Flugzeug sei auf einer Spionagemission absichtlich und unbeleuchtet in den sowjetischen Luftraum eingedrungen, hieß von sowjetischer Seite. US-Präsident Ronald Reagan sprach dagegen von einem "Akt der Barbarei".

Bei dem Jumbojet mit der Kennung HL7442 handelte es sich um ein  Flugzeug, das zuvor im Besitz der deutschen Ferienfluggesellschaft Condor war und deutsche Urlauber jahrelang nach Spanien, Thailand und zu anderen Zielen geflogen hatte, ehe es an die Korean Air verkauft wurde.

Eine der Konsequenzen aus der Katastrophe in Fernost: Drei Jahre später vereinbarten die Vereinigten Staaten, die Sowjetunion und Japan ein gemeinsames Flugüberwachungssystem für den nördlichen Pazifik, das einen ähnlichen Vorfall verhindern sollte.

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