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Nach 28 Jahren "Ende einer Ära": Deutsche Bahn schickt Maskottchen in den Ruhestand

Max Maulwurf und Richard Lutz
Da war er noch im Dienst: Max Maulwurf (gemeinsam mit Bahnchef Richard Lutz) nach Fertigstellung der Umbauarbeiten am Bahnhof Berlin-Ostkreuz im Dezember 2018.
© Gregor Fischer / DPA / Picture Alliance
Er sollte auch noch so lästige Baustellen positiv verkaufen, jetzt ist nach fast drei Jahrzehnten Schluss: Die Deutsche Bahn schickt ihr Baustellen-Maskottchen Max Maulwurf in Rente.

Maulwürfe haben gewöhnlich eine Lebenserwartung von rund drei Jahren, insofern hat das Baustellen-Maskottchen der Deutschen Bahn beeindruckend lang durchgehalten. Doch nun ist auch für Max Maulwurf Schluss: Er geht nach 28 Jahren in Rente.

Seit 1994 wies die Figur millionenfach gedruckt auf Plakaten und Flyern, online und sogar als menschengroßes Kostüm auf Baustellen im Schienennetz oder an Bahnhöfen hin – oft mit augenzwinkernden Slogans und Wortspielen ("Von der neuen Bahnhofsbeleuchtung werden Sie hellauf begeistert sein.").

Deutsche Bahn schickt Max Maulwurf in Rente

Jetzt soll Max Maulwurf aus der Kommunikation mit den Fahrgästen und Anwohnenden ersatzlos gestrichen werden, wie der stern aus der Konzernzentrale der Deutschen Bahn in Berlin erfuhr. Vom "Ende einer Ära" ist dort die Rede. "Fast 30 Jahre lang stand er mit Schaufel, Bauhelm und Megafon den Reisenden zur Seite – nun zieht der Bau-Botschafter Max Maulwurf in das DB Museum in Nürnberg", teilte eine Bahn-Sprecherin mit.

Genug zu tun hätte Max Maulwurf noch, denn Baustellen und Fahrplanänderungen wird es auch künftig noch viele bei der Bahn geben: Insgesamt 170 Milliarden Euro will das Unternehmen nach eigenen Angaben in diesem Jahrzehnt investieren. Allein in diesem Jahr stehen etliche Großbaustellen auf dem Programm zum Beispiel im Frankfurter Hauptbahnhof oder auf der Schnellfahrstrecke von Hannover nach Würzburg (eine Übersicht finden Sie hier).

Die Arbeiten an Gleisen und Bahnhöfen sollen den Reisenden in Zukunft mit deutlich nüchterner gehaltenen Plakaten oder Handzetteln mitgeteilt werden – und mit "positiven Formulierungen", wie es heißt. "Die neue Art, über anstehende Baustellen zu informieren, erzeugt ein positives Mindset bei den Reisenden", so die Sprecherin mit Blick auf eine durchgeführte Marktforschung des Staatskonzerns. Das neue Design und die künftige Ansprache seien "moderner" als bei den bisherigen Max-Maulwurf-Medien.

In diesem Design will die Deutsche Bahn in Zukunft ihre Kundinnen und Kunden über Baumaßnahmen informieren
In diesem Design will die Deutsche Bahn in Zukunft ihre Kundinnen und Kunden über Baumaßnahmen informieren
© Deutsch Bahn AG / PR

Entwickelt wurde die Figur noch zu Zeiten der Deutschen Bundesbahn. Nach Gründung der Deutschen Bahn AG wurde sie dann erstmals 1994 in Berlin eingesetzt, später wies sie dann bundesweit auf Baumaßnahmen hin. Max Maulwurf sollte schlechte Nachrichten wie baubedingte Fahrplanabweichungen oder Schienenersatzverkehre gut verkaufen.

Max-Maulwurf-Produkte im Bahn-Shop

Gezeichnet wurde das Maskottchen zunächst vom Wuppertaler Künstler Wolf Erlbruch, der auch das bekannte Kinderbuch "Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat" illustriert hatte. Später übernahm der Stuttgarter Illustrator Fritz Reuter die Aufgabe.

Ganz verzichten müssen Fans (und Leidtragende) des Maulwurfs auf das Maskottchen jedoch nicht: Zum einen – das zeigt die Erfahrung – wird er noch lange an jenen Baustellen zu sehen sein, die dem Zeitplan hinterherhinken, und zum anderen gibt es Max Maulwurf im Shop der Bahn auch für zu Hause: als Schlüsselanhänger, Kaffeebecher oder Puzzle – solange der Vorrat reicht.

Lesen Sie zum Thema auch: "Max Maulwurf mausert sich zum Poeten der Deutschen Bahn"


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