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Passagierrechte: Flugausfall oder erhebliche Verspätungen? So erhalten Sie bis zu 600 Euro

Nicht alle Fluggäste kennen ihre Rechte: Bei Flugausfall und erheblichen Verspätungen steht Passagieren eine Entschädigung zu. "Finanztest" erklärt, wie Sie die Ausgleichzahlungen am besten durchsetzen.

Anzeigetafel am Flughafen: Alle Flüge sind verspätet oder gestrichen worden

Anzeigetafel am Flughafen: Alle Flüge sind verspätet oder gestrichen worden

Getty Images

Zwei chaotische Flugsommer liegen hinter uns: Durch die instabile Lage der angeschlagenen Air Berlin fielen in der Hauptferienzeit 2017 besonders viele Flüge aus. Nur wenige Monate später musste die damals zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft ihren Betrieb sogar für immer einstellen.

In der Urlaubssaison 2018 waren besonders viele Flugreisende von Verspätungen und Ausfällen betroffen. "Im Durchschnitt gab es in Deutschland pro Tag rund 100 Problemflüge, insgesamt 29.019 Fluge wurden gecancelt", schreibt die Zeitschrift "Finanztest" in ihre September-Ausgabe. In diesem Jahr sieht es zumindest zwar besser aus, doch noch läuft nicht alles rund.

Prüfen eines Entschädigungsanspruchs

Welches der beste Weg ist, um an eine Entschädigung zu kommen, erklärt die Verbraucherzeitschrift "Finanztest" in einem sechsseitigen Artikel. Denn aufgrund der Fluggastrechteverordnung der Europäischen Union (EU) steht Betroffenen eine finanzielle Ausgleichszahlung in Höhe zwischen 250 und 600 Euro zu.

Die Höhe der Entschädigung richtet sich nach der Streckenlänge, wenn ein Flug gestrichen, überbucht oder der Fluggast sein Ziel mit einer Verspätung von mindestens drei Stunden erreicht hat. Außerdem muss der Flug von einem EU-Airport gestartet sein, sein Ziel in der EU haben oder von einer Fluggesellschaft mit Sitz in der EU durchgeführt worden sein.

Die Gründe für eine Unregelmäßigkeit im Flugverkehr können vielfältig sein. Unwetter, Streik oder technische Probleme an der Maschine sind nur einige Beispiele. Entscheidend sind die Umstände. "Knackpunkt beim Prüfen eines Entschädigungsanspruchs ist die Frage, ob außergewöhnliche Umstände vorlagen", heißt es in der Veröffentlichung. Wenn die Fluggesellschaft das Ereignis weder beeinflussen noch vermeiden konnte, geht der Passagier leer aus. Angeführt sind Beispiele wie Vogelschlag, verstopfte Flugzeugtoiletten oder ein Systemausfall am Terminal.

Hilfe von Fluggastrechte-Portalen

Wer sich als betroffener Passagier mit einem Musterbrief direkt an die Fluggesellschaft wendet, benötigt einen langen Atem. Oft werden die Kunden abgewimmelt. Deshalb bieten inzwischen im Internet fast 30 verschiedene Entschädigungsportale ihre Dienste an, die jedoch eine Provision zwischen 25 bis 49 Prozent für ihre Arbeit von der Ausgleichszahlung einbehalten.

Zu dem Kreis zählen auch "Sofortentschädiger", die jedoch den höchsten Provisionssatz kassieren. Doch verweist "Finanztest" auch auf die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr e.V. (SÖP). Die Berliner Initiation vermittelt kostenlos zwischen Kunden und Luftfahrtunternehmen. "Wer sich an die Stelle wenden will, muss vorher selbst das Unternehmen zur Zahlung aufgefordert haben", schreibt "Finanztest". Das ist gar nicht schwer. Man muss dazu nur den ausgefüllten Online-Antrag der jeweiligen Fluggsellschaftverwenden.

Den vollständigen "Finanztest"-Beitrag finden Sie unter "test.de"

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