HOME

Im Werk der Boeing 787: Wo der Dreamliner flügge wird

Die Boeing 787 polarisiert: Für die einen ist es ein Pannenjet, für andere der Vorzeigeflieger: Teile des Dreamliners kommen aus Japan, Italien und den USA. Wir zeigen, wie der Flieger montiert wird.

Von Till Bartels

In der Werkshalle in Everett: Aufgereihte Dreamliner mit den geschwungenen Tragflächen und leicht nach oben gebogenen Flügelspitzen, die sich im Flug um drei Meter nach oben biegen können.

In der Werkshalle in Everett: Aufgereihte Dreamliner mit den geschwungenen Tragflächen und leicht nach oben gebogenen Flügelspitzen, die sich im Flug um drei Meter nach oben biegen können.

Bei dem jüngsten Mitglied der Boeing-Familie, der auch Dreamliner genannten Boeing 787, handelt es sich um ein Langstreckenflugzeug mit zwei Triebwerken für 240 Passagiere. Die Besonderheit der kompletten Neuentwicklung des US-Flugzeugherstellers ist die erstmalige Verwendung von Faserverbundbauteilen im großen Stil. Mehr als 50 Prozent von Rumpf und Flügeln sind aus Kunststoff und Karbon gefertigt. Das reduziert Gewicht und spart Kerosin.

Jetzt hat Boeing mehr als 140 Exemplare an 18 verschiedene Fluglinien ausgeliefert, darunter an Japan Airlines, die polnische LOT, Air India, Ethiopian Airlines, United und Britisch Airways. Doch der erste Kunde All Nippon Airways erhielt den ersten Dreamliner im September 2011 - nach einer dreieinhalbjährigen Verzögerung.

Ein Grund für die Verspätung waren die Schwierigkeiten mit den neuen Werkstoffen. Mehrmals musste der Termin des Erstfluges verschoben werden und weitere Verstärkungen eingebaut, wodurch die Boeing 787 im Vergleich zur Planung sechs Tonnen schwerer wurde. Im November 2010 musste ein Testflugzeug wegen eines Feuers an Bord notlanden.

Auch nach der Aufnahme in den Liniendienst Ende 2011 kam es immer wieder zu Zwischenfällen. Im Januar 2013 verhängte die US-Flugaufsichtsbehörde FAA sogar ein dreimonatiges Startverbot, nachdem es kurz zuvor an zwei Maschinen zu Bränden an den neuentwickelten Lithium-Ionen-Batterien gekommen war - der Dreamliner schien zunächst zum Albtraum für Boeing zu werden. Doch inzwischen haben die Dreamliner 17 Millionen Flugpassagiere weltweit befördert.

Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity