VG-Wort Pixel

Probelauf auf zwei Flügen Lufthansa startet mit Corona-Schnelltests vor dem Abflug

Medizinisches Personal in einem Covid-19 Testcenter am Flughafen München: Erst nachdem ein negatives Ergebnis vorliegt, wird die Bordkarte freigeschaltet.
Medizinisches Personal in einem Covid-19 Testcenter am Flughafen München: Erst nachdem ein negatives Ergebnis vorliegt, wird die Bordkarte freigeschaltet.
© Sven Hoppe / DPA
Auf ausgewählten Verbindungen zwischen München und Hamburg hat die Lufthansa am Donnerstag erste Testläufe für flächendeckende Antigen-Schnelltests für Covid-19 eingeführt. Passagiere müssen mehr Zeit einplanen.

Bei dem innerdeutschen Flug mit dem Kürzel LH2058 am Donnerstagmorgen von München nach Hamburg schien es sich zunächst um eine ganz normale Reise zu handeln. Doch es handelte sich um eine Premiere: In dem Airbus A320neo saßen 30 Fluggäste, die sich vor dem Abflug einem Corona-Schnelltest unterzogen hatten.

Es war der erste Probelauf mit 100 Prozent negativ getesteten Passagieren in einem Flugzeug. Der Testlauf entstand in Zusammenarbeit mit den Münchener und Hamburger Flughäfen sowie mit den Biotech-Unternehmen Centogene und dem medizinischen Versorgungszentrum der Medicover Gruppe.

Mit dem Hinflug um 9.10 Uhr und dem Rückflug nach München mit LH2059 um 11.15 Uhr bietet die Lufthansa seit dem 12. November auf zwei täglichen Flügen ihren Kunden die Möglichkeit, sich vor dem Abflug kostenlos auf Covid-19 testen zu lassen.

Die Passagiere müssen sich laut Laufthansa "im Vorfeld registrieren und etwas mehr Zeit vor Abflug einplanen". Ersatzweise können die Fluggäste einen höchstens 48 Stunden alten negativen PCR-Test vorlegen. Wer sich nicht testen lassen möchte, wird ohne Zusatzkosten auf einen Alternativflug umgebucht.

"Mit unserer Teststrategie verfolgen wir das Ziel, durch die gewonnenen Daten wichtige Erkenntnisse im Umgang mit Schnelltests zu sammeln", sagt Christina Foerster vom Lufthansa-Vorstand. "Erfolgreiches Testen ganzer Flüge kann der Schlüssel zum Wiederbeleben des internationalen Flugverkehrs werden."

Lufthansa will "Einschleppungsrisiko deutlich minimieren"

Die Airline hat aufgrund der seit September wieder stark einbrechenden Nachfrage ihren Winterflugplan erneut reduzieren müssen. In den ersten drei Quartalen diesen Jahres flog Lufthansa einen Verlust von 5,6 Milliarden Euro ein.

Das Testergebnis sehen die Passagiere innerhalb der nächsten Stunde auf ihrem Mobiltelefon.


Das Testergebnis sehen die Passagiere innerhalb der nächsten Stunde auf ihrem Mobiltelefon.
© Helmut Fohringer/APA / DPA

Die Schnelltests sind eine Maßnahme, um das Vertrauen der Passagiere wiederzugewinnen und die Frequenzen auf internationalen und insbesondere interkontinentalen Strecken erhöhen zu können. Doch der Aufwand ist enorm, da am Flughafen medizinisch geschultes Personal bereitstehen muss und die Tests auch zeitlich in die Reisekette integriert werden müssen.

"Mit Testing können wir das Einschleppungsrisiko deutlich minimieren", sagte Christoph Leffers, der Leiter Taskforce Corona Testing bei Lufthansa in einem Gespräch vor dem Luftfahrt-Presse-Club in Hamburg. Sollten sich die Test-Prozesse etablieren, können so zwischen einzelnen Flughäfen eine Art sichere Luftkorridore eingerichtet werden. Diese lassen sich leichter kontrollieren als die bisherigen Quarantäneregeln nach einem Ortswechsel.

Schon Anfang November hatte die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines auf der Strecke Wien-Berlin freiwillige Schnelltest eingeführt. Diese wurden nach Aussage der Fluggesellschaft von 25 Prozent der Passagiere genutzt. Das Testergebnis wird den Reisenden nach 30 bis 60 Minuten per Push-Nachricht und E-Mai auf ihrem Smartphone angezeigt. Erst dann wird die Bordkarte ausgestellt.

Auch United Airlines hat dieser Tage auf der Transatlantik-Route von New York-Newark nach London-Heathrow eine vierwöchige Testphase mit Covid-10-Schnelltest eingeführt.

Lesen Sie auch:

Airline in der Krise: Lufthansa zieht die Notbremse 

- Am Beispiel Eurowings: Welche Auswirkungen die Reisewarnungen auf Airlines haben

Flug in den Konkurs: Das sind die größten Airline-Pleiten der letzten Jahre


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker