HOME

Stern Logo Ratgeber Hotels

Hotel am Steinplatz: Comeback einer Berliner Hotel-Legende

Nach vielen Jahren des Leerstandes ist das Hotel am Steinplatz wiedereröffnet worden. Kein neumodisches Nobelhotel, sondern ein aufwendig renovierter Jugendstilbau mit bewegter Geschichte.

Von Till Bartels

Außenansicht am Abend

Die Hotellerie in Berlin boomt ungebrochen. Nicht nur preiswerte Häuser eröffnen, sondern auch das Segment der Fünf-Sterne-Häuser wächst ungebrochen, wie hier die frisch renovierte Fassade des Hotels am Steinplatz.

Knapp 30 Luxusunterkünfte zählt inzwischen die Hauptstadt. Doch bei so glanzvollen Namen wie Adlon, Ritz-Carlton oder Walldorf-Astoria handelt es sich um Neubauten, die Historie nur vorgeben und Geschichte simulieren. Hinter den neuen Fassaden sollen die Gäste in die Zeit der angeblichen goldenen 20er Jahre zurückversetzt werden.

Viel authentischer wirkt dagegen das Hotel am Steinplatz. In dem Jugendstilbau aus dem Jahre 1907, keine zehn Gehminuten vom Bahnhof Zoo im Berliner Bezirk Charlottenburg entfernt, war über viele Jahrzehnte das Haus der Hotelfamilie Zellermayer untergebracht. Einst gingen hier Zarah Leander, Vladimir Nabokov und der russische Adel ein und aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg logierten am Steinplatz Brigitte Bardot, Luciano Pavarotti, Romy Schneider und Alain Delon. Dann verkam der Eckbau zum Altersheim und stand über viele Jahre leer.

Eine Schande, denn das Gebäude mit seinen Muschel-, Farn- und Fledermaus-Motiven gehört neben den Hackeschen Höfen zu dem letzten erhaltenen Werken des Architekten August Endell. Dank eines Investors aus der Mongolei, der allein 32 Millionen Euro in die dreijährige Komplettsanierung steckte, erlebt das Hotel am Steinplatz jetzt ein großes Comeback.

Themen in diesem Artikel