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Urlaubskasse Nicht alles auf eine Karte setzen


Im Urlaub kommt es beim Geld auf die Mischung an: Mit der richtigen Kombination von Bargeld, Karten und Reiseschecks vermeiden Reisende unnötige Gebühren und schonen das Portemonnaie.
Von Till Bartels

Welche Zahlungsmittel nehmen Reisende am besten mit in den Urlaub? Bei der Zusammenstellung der Zahlungsmittel dürfen Münzen und Scheine nicht fehlen, denn der Drink an der Bar und das Trinkgeld für den Kofferträger werden noch immer bar beglichen. Doch ein Zahlungsmittel allein reicht bei einer Reise nicht aus.

Wenn hohe Beträge wie die Hotelrechnung fällig werden, hilft die Kreditkarte. "Es ist nicht ratsam, sich ausschließlich auf ein Zahlungsmittel zu verlassen", sagt Klaus Laepple, Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV). "Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte sowohl Bargeld, Kredit- oder EC-Karten und gegebenenfalls Reiseschecks dabeihaben."

Bargeld lacht

Das denkt sich jeder Taschendieb. Alle 23 Sekunden wird ein deutscher Reisender im Ausland Opfer eines Diebstahls. Deshalb sollte das Mitführen von Bargeld auf ein Minimum begrenzt sein. Was der Euro am anderen Ende der Welt wert ist, verraten Währungsrechner, die unterwegs als App auf dem iPhone sehr hilfreich sind.

Und wo tausche ich mein Geld am besten? In Ländern außerhalb der EU mit "weicher" Währung ist der Kurs vor Ort meist günstiger. Gemeint sind damit Länder mit schwankender Wertstabilität wie zum Beispiel Kuba. Bei einer "harten" Währung mit stabilem Wechselkurs wie beispielsweise dem Britischen Pfund empfiehlt sich der Umtausch vor der Abreise in Deutschland. Die Fremdwährung sollte möglichst im Reiseland ausgegeben werden, da der Rücktausch bei deutschen Banken nur zu ungünstigen Konditionen oder gar nicht erfolgt.

Die Vor- und Nachteile von Plastikgeld

Ein weit aus höheres Maß an Sicherheit bietet das "Plastikgeld". Die 8,5 mal 4,3 cm großen Kreditkarten erleichtern den Reisealltag erheblich. Beim Einsatz innerhalb der Europäischen Union fallen keinerlei Gebühren an. Außerdem muss bei der Anmietung eines Leihwagens keine Kaution hinterlegt werden. Man erspart sich auch komplizierte Budgetberechnungen - solange das Konto gedeckt ist. Bei Verlust lässt sich die Karte telefonisch gegen Missbrauch sperren. Die kostenfreie Nummer der zentralen Sperrstelle (Tel. 116 116) gehört daher in das Adressbuch jedes Handys.

Auf der anderen Seite schlagen eine Jahresgebühr und die Umrechnungsprovisionen bei Fremdwährungen von maximal zwei Prozent zu Buche. Teurer wird auch das Geldabheben mit der Kreditkarte am Automaten. Banken kassieren meist eine Gebühr zwischen zwei und vier Prozent. Am beliebtesten sind die Kreditkarten von Visa und Eurocard. American Express wird im Ausland nur von besseren Restaurants und Hotels akzeptiert. Achtung: Durch zunehmenden Kartenmissbrauch wollen im Ausland Kassiererinnen immer häufiger einen Ausweis mit Lichtbild sehen. In den USA wird inzwischen nach einer zweiten Kreditkarte gefragt oder auf die bargeldlose Zahlung ganz verzichtet: Sorry, no credit cards - cash only.

Maestro-/EC-Karte als Trumpfkarte

Preiswerter ist das Geldabheben mit der weit verbreiteten EC-Karte. Die weltweit 900.000 Automaten sind am Maestro- oder Cirrus-Zeichen (ähnlich dem Maestro-Zeichen mit zwei Kreisen) zu erkennen und nicht nur auf Europa beschränkt. Selbst in den USA, in Südafrika und Thailand spucken Geldautomaten nach Eingabe der Geheimzahl sogar Dollar-, Rand- und Baht-Banknoten aus.

Als Zahlungsmittel hat die Maestro-/EC-Karte noch größere Akzeptanz als die Kreditkarte gefunden. Im Verlustfall ist die zentrale Sperrnummer unter Tel. 0 18 05 - 021 021 rund um die Uhr zu erreichen.

Reiseschecks und Sparcard

Zu den finanziellen Polstern unterwegs gehören Reiseschecks. Von Hotels, Geschäften und Restaurants werden sie als gleichwertiges Zahlungsmittel besonders in den USA akzeptiert und im Gegensatz zu Bargeld bei Verlust ersetzt. Die gängigsten Reiseschecks sind in verschiedenen Währungen und Stückelungen bei großen Banken, Sparkassen und in Reisebüros erhältlich. Sie müssen vor Reiseantritt gegen eine Gebühr von einem Prozent des Wertes erworben werden.

Eine deutsche Besonderheit bleibt die Sparcard der Postbank. Mit dieser Guthabenkarte, dem modernen Postsparbuch, kann Bargeld an allen Postbank-Geldautomaten im Inland kostenlos angehoben werden. Im Ausland sind bis zu zehn Abhebungen pro Konto und Jahr gebührenfrei. Diese Karte kann auch als eiserne Reserve dienen.

Wer im Urlaub alles auf eine Karte setzt, kann schnell mittellos dastehen. Eine technische Störung am Bankautomaten, Verlust oder Diebstahl machen den Urlauber plötzlich unbeweglich. Deshalb möglichst Karten und Scheine an verschiedenen Stellen aufbewahren - nicht alles in einer Geldbörse oder Handtasche. Bei der Reisekasse kommt es auf die Mischung an. Als Faustregel gilt das richtige Verhältnis: höchstens ein Viertel in bar, ein Viertel in Reiseschecks und die restlichen Ausgaben per Plastikwährung begleichen.


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