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Tipps von "Finanztest": Was das neue Reiserecht für den Urlauber bedeutet

Immer mehr Reisende stellen sich ihre Flüge und Unterkünfte individuell zusammen. Die am 1. Juli in Kraft tretende neue Pauschalreiserichtlinie wird auch Web-Buchungen berücksichtigen. Die Zeitschrift "Finanztest" erklärt, worauf sie achten müssen.

Bald tritt das neue Reiserecht in Kraft: Was Sie für Buchungen ab dem 1. Juli 2018 berücksichtigen müssen finden Sie in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift "Finanztest".

Bald tritt das neue Reiserecht in Kraft: Was Sie für Buchungen ab dem 1. Juli 2018 berücksichtigen müssen finden Sie in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift "Finanztest".

Getty Images

Früher war alles einfacher. Da ging man ins und buchte den Sommerurlaub bei einem Pauschalreiseveranstalter. Flug, Transfer und Unterkunft, alles war in einem Reisepaket zusammengefasst. Daneben gab es schon immer die Individualreisenden, die einzelne Leistungen wie Flug oder Hotel buchten, sei es im Reisebüro oder Internet.

Doch es gibt auch Mischformen: Über ein Reiseportal im Web stellen sich die Kunden einzelne Bausteine ihrer Urlaubsreise nach eigenen Wünschen zusammen. Sie schnüren ihre Reisepakete praktisch selber. Das neue nennt so einen Fall eine "verbundenen Reiseleistung".

"Darum handelt es sich, wenn der Urlauber beim Anbieter kurz nacheinander mindestens zwei verschiedene Leistungen für dieselbe Reise separat bucht - etwa Flug und Unterkunft -, das Reisebüro die einzelnen Vertragspartner nennt und getrennte Rechnungen entstehen", schreibt die Zeitschrift " " in ihrer Juni-Ausgabe.

Neuerdings muss der Vermittler in so einem Fall gegen versichert sein, und er muss darüber aufklären, ob es sich um eine "verbundenen Reiseleistung" oder eine Pauschalreise handelt. Der Vorteil für den Kunden: "Geht der Vermittler Pleite, bekommt der Urlauber sein Geld wieder", so das Fazit von Finanztest.

Längere Frist, um Reisemängel anzuzeigen

Sollte ein Flugportal nach Abschluss der Buchung auch noch ein Hotel anbieten, auf die Seite verlinken, die Daten übertragen und der Kunde innerhalb von 24 Stunden dort buchen, entsteht daraus eine Pauschalreise. Das wäre "gut für den Kunden. Der Vermittler der Leistungen wird zum Veranstalter und haftet selbst für Mängel", sagt Finanztest.

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Bisher mussten Urlauber innerhalb eines Monats nach der Rückkehr von ihrer Reise eventuelle Mängel beim Veranstalter geltend machen und dokumentieren. Bei ab dem 1. Juli gebuchten Reisen bleibt mehr Zeit: zwei Jahre. Wichtig sei jedoch, die Mängel schon vor Ort anzuzeigen. Denn "je mehr Zeit nach der Reise vergeht, desto schwieriger wird es Mängel nachzuweisen", rät "Finanztest".

Die Nachteile für Verbraucher

Doch die Umsetzung der Pauschalreiserichtlinie in deutsches Recht bringt auch Nachteile für die Verbraucher. Früher konnte der Urlauber von seiner Reisebuchung kostenlos zurücktreten, wenn sich der Reisepreis um fünf Prozent erhöhte. Jetzt wurde die Grenze auf acht Prozent bis 20 Tage vor Reisebeginn heraufgesetzt. "Der Schutz für den Urlauber hat sich verschlechtert", urteilt "Finanztest".

Am gravierendsten sind Tagesreisen und Mieter von Ferienhäusern betroffen. Das Pauschalreiserecht gilt bei Tagesreisen nur noch ab einem Preis von 500 Euro pro Person. Und Aufenthalte in Ferienwohnungen und -häusern, die von Agenturen oder Veranstalter angeboten werden, fallen nicht mehr unter das Pauschalreiserecht.

Entspricht also die Finca auf Mallorca oder das Ferienhaus in Dänemark nicht den Beschreibungen des Katalogs oder auf der Website, könnte es schwerer werden, das Recht durchzusetzen. "Kommt es zum Streit, gelten unter Umständen die Gesetze des Reiselandes", kritisieren die Autoren der Zeitschrift "Finanztest".

Den ausführlichen Artikel "Von der Buchung bis zur Rück­reise – Tipps für stress­freie Ferien" finden Sie kostenpflichtig auf www.test.de 

Sichere und gefährliche Reiseländer


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