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Fragen und Antworten

Auswärtiges Amt: Fünf wichtige Antworten: Was die weltweite Reisewarnung für Urlauber bedeutet

Das hat es so noch nie gegeben: Wegen der Corona-Krise hat die Bundesregierung am Dienstag eine weltweite Reisewarnung für touristische Reisen ausgesprochen. Was sollten Reisende jetzt beachten?

Coronavirus-Pandemie: Auswärtiges Amt: "Raten von allen touristischen Reisen ab – weltweit"

Weltweit ist die Bewegungsfreiheit aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus schon stark eingeschränkt - nun hat das Auswärtige Amt wegen der Pandemie eine weltweite Reisewarnung für touristische Reisen ausgegeben. Die Urlaubspläne der meisten Verbraucher dürften sich angesichts der aktuellen Entwicklungen ändern. Die wichtigsten Fragen und Antworten für Pauschal- und Individualurlauber.

Was bedeutet der Begriff "außergewöhnliche Umstände"?

Elementar bei Erstattungs- und Entschädigungsfragen im Reiserecht ist der Grund für eine Absage. Genauer: Liegen im Zusammenhang mit dem Coronavirus sogenannte unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände vor? Zwar gibt es hierzu "wegen der Einzigartigkeit der aktuellen Virus-Epidemie" noch keine klare Rechtsprechung, wie der ADAC erklärt. Doch Verbraucherschützer und Juristen sehen insbesondere Einreiseverbote oder eben offizielle Reisewarnungen des Auswärtigen Amts als ausreichende Begründung für solche Umstände - zumindest, wenn sie erst nach der Buchung ausgesprochen wurden.

Blick einen weißen Strand hinunter. Rechts stehen Palmen, links stehen Hütten auf Pfählen im blauen Wasser

Menschenleere Strände mögen für Urlauber traumhaft sein, für die Tourismusbranche hingegen überhaupt nicht

Darf ich meine Pauschalreise kostenlos stornieren?

Für gebuchte Pauschalreisen bedeutet die Entscheidung des Auswärtigen Amts: Reisende können nun grundsätzlich unter Berufung auf außergewöhnliche Umstände kostenlos stornieren.

Sollte dem Reiseveranstalter die Reisewarnung als Begründung trotzdem nicht ausreichen, gibt es übrigens genügend weitere Argumente. Denn wenn wesentliche Sehenswürdigkeiten oder Routen vor Ort gesperrt sind oder die Urlaubsreise anderweitig beeinträchtigt ist, dürfte auch das in den meisten Fällen vor der Buchung nicht absehbar gewesen sein und Betroffene können kostenlos zurücktreten.

Zahlreiche Reiseanbieter zeigten sich im Zuge der Corona-Pandemie aber bereits kulant. Sagt ein Veranstalter die Reise angesichts der Umstände von sich aus ab, bekommen Kunden natürlich ohnehin den vollen Preis erstattet.

Welche Rechte habe ich als Individualreisender?

Individualreisende müssen bei ihren gebuchten Einzelleistungen im Reiseland trotz genereller Reisewarnung genau in die Verträge schauen. Können Hotels oder Transportmittel nicht genutzt werden, weil sie beispielsweise in einem Sperrgebiet liegen, ist eine Erstattung möglich. Allerdings nur nach deutschem Recht, warnen Verbraucherschützer.

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Wurden Leistungen direkt im Reiseland gebucht, hilft im Zweifel nur die Nachfrage beim jeweiligen Vertragspartner. "Falls man nicht reisen will, obwohl eine kostenfreie Stornierung nicht möglich ist, sollte man eine einvernehmliche Kulanz-Lösung suchen", rät der ADAC. Auch Verbraucherschützer setzen auf den direkten Kontakt zum Vertragspartner und sehen für solche einvernehmliche Lösungen gute Chancen.

Auf eine Versicherung zu hoffen, ist indes wenig aussichtsreich: Eine Reiserücktrittsversicherung gilt in der Regel nur bei Unfall oder Erkrankung samt entsprechendem Attest. Bei höherer Gewalt greift sie nicht. Auch "individuelle Ängste oder Sorgen vor Ansteckung sind keine Gründe, bei denen eine Versicherung einspringt", erklärt der ADAC.

Urlaub vom Tourismus: Aus diesen bekannten Attraktionen werden Geisterstätten
Fotostrecke zum Klicken: Bild 1 von 14  Kein Chillen am Hausstrand von Barcelona. An sonnigen Frühingstagen ist die Platja der Barceloneta eigentlich überfüllt. Doch seit dem Wochenende bleibt alles menschenleer.

Fotostrecke zum Klicken: Bild 1 von 14

Kein Chillen am Hausstrand von Barcelona. An sonnigen Frühingstagen ist die Platja der Barceloneta eigentlich überfüllt. Doch seit dem Wochenende bleibt alles menschenleer.

dpa

Kann ich jetzt meinen Flug ohne Zusatzkosten stornieren?

Bei Flugausfällen ist die Rechtslage klar: Betroffene Kunden erhalten nach der EU-Fluggastrechteverordnung in jedem Fall ihr Geld zurück - unabhängig davon, ob die Airline den Ausfall selbst zu verantworten hat oder nicht. Lediglich ein genereller Anspruch auf zusätzliche Entschädigung besteht nicht, wenn sich Fluggesellschaften auf außergewöhnliche Umstände wegen des Virus berufen. Die meisten Verbraucher dürften aktuell oder in den kommenden Wochen von den zunehmenden Flugstreichungen der Airlines betroffen sein.

Streichen die Gesellschaften Flüge aber nicht von sich aus, wird es für die Fluggäste schwieriger: Verbraucher können ihrerseits bei einzeln gekauften Flugtickets nicht nach europäischem Recht auf außergewöhnliche Umstände verweisen und kostenlos stornieren, wie Reiserechtsexperte Robert Bartel von der Verbraucherzentrale Brandenburg erklärt.

Hier könnten sie grundsätzlich nur "ganz schnell auf die Airline zugehen" und eine Kulanzregelung treffen - oder abwarten, bis der Flug womöglich doch gestrichen wird. Nach Informationen des Verbraucherzentrale Bundesverbands bieten aber zahlreiche Gesellschaften "freiwillige Angebote, umzubuchen oder zu stornieren".

Wie kommen deutsche Urlauber nach Hause, die wegen der Coronavirus-Krise im Ausland festhängen?

Die deutsche Reisewirtschaft hat angekündigt, Pauschalreisegäste, die wegen der Coronaviruspandemie in verschiedenen Ländern strandeten und für die es keine regulären Rückflüge mehr gibt, nach Deutschland zurückzuholen. Dafür wird zusammen mit dem Auswärtigen Amt sowie den Fluggesellschaften und den Reiseveranstaltern eine Rückholaktion koordiniert, erklärte der Deutsche Reiseverband (DRV).

Außenminister Heiko Maas sprach am Dienstag von einer "Luftbrücke" vor allem für Urlauber in Marokko, der Dominikanischen Republik, den Philippinen, Ägypten und auf den Malediven. Für die in den nächsten Tagen geplanten Rückholflüge will die Regierung bis zu 50 Millionen Euro ausgeben.

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tib/AFP

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