HOME

Trotz Corona: "Bitte, kommt nicht zu uns!" - englische Behörden entsetzt über überfüllte Strände

Trotz Corona-Pandemie sind Zehntausende Briten an die Küsten im Süden ihres Landes gestürmt. Die Behörden rufen den Notfall aus und appellieren an die Vernunft der Bevölkerung. 

Ausnahmezustand: Corona-Chaos an Englands Stränden – Polizei muss eingreifen

In Südengland haben Tausende von Menschen die örtlichen Strände geflutet. In Bournemouth und Sandbanks war es zeitweise so voll, dass der Sand vor lauter Menschenmassen kaum noch zu erkennen war. Die lokalen Behörden sind fassungslos. Sie sei "absolut entsetzt" über die Szenen, sagte Vikki Slade, Landrätin von Bournemouth, Christchurch und Poole, der BBC. "Das verantwortungslose Verhalten und Handeln so vieler Menschen ist einfach schockierend." 

Man befände sich an der "Grenze des Möglichen", um den Schutz der Bevölkerung zu garantieren. Um zusätzliche Kräfte anfordern zu können, riefen die Behörden den "ernsten Zwischenfall" aus. "Wir hatten jetzt keine andere Wahl, als Notmaßnahmen in Gang zu setzten." 

Das gibt den Einsatzkräften mehr Rechte. An den Stränden sollen verstärkt Patrouillen stattfinden. Es wurden zusätzliche Polizeikräfte hinzugezogen. "Wir sind derzeit nicht in der Lage, Besucher in dieser Anzahl willkommen zu heißen", so Slade. Sie appelliert an ihre Landsleute: "Bitte, komm nicht zu uns!"

In London überlegt man, die Strände zu schließen 

Auch die stellvertretende Polizeichefin von Dorset, Sam de Reya, forderte die Menschen auf, sich von der Gegend fernzuhalten. "Wir sind darauf angewiesen, dass Menschen persönliche Verantwortung übernehmen", sagte sie laut CNN. "Wir raten nachdrücklich, zweimal nachzudenken, bevor man die Region besucht."

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock hat unterdessen vorgeschlagen, die Strände zu schließen, wenn die Infektionszahlen wieder zunehmen sollten. "Es ist klar, dass wir uns immer noch in der Krise befinden und dass eine so große Anzahl von Menschen, die in ein Gebiet reisen, die Kapazitäten der Rettungsdienste weiter belastet."

Heißester Tag des Jahres 

Der Donnerstag war der bisher heißeste Tag des Jahres in England. Am Nachmittag wurden über 33 Grad am Großflughafen London-Heathrow gemessen. Die britischen Behörden hoffen nun, dass die Hitzewelle nicht von langer Dauer sein wird und die Menschen die Sicherheitsabstände wieder wahren werden. 

Innerhalb Englands sind auch in der Corona-Krise Tagesausflüge erlaubt. Damit zieht es unter anderem Menschen aus der Millionen-Metropole London an die Küsten. Großbritannien ist das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land in Europa.

Quellen: BBC, CNN 

ivi

Wissenscommunity