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Rosetta-Mission Wissenschaftler wollen erneut Kontakt zu "Philae" aufnehmen


Nachdem der erste Konatktversuch im März scheiterte, soll die Forschungssonde "Philae" am Sonntag zum zweiten Mal angefunkt werden - auch wenn die Erfolgsaussichten derzeit noch eher bescheiden sind.

Erneuter Weckruf für die Kometensonde "Philae": Genau fünf Monate nach der spektakulären Landung auf dem Kometen Tschuri wollen Wissenschaftler ab Sonntag wieder versuchen, Kontakt mit der verstummten Forschungssonde aufzunehmen. Am wahrscheinlichsten sei es zwar, dass "Philae" erst im Mai oder Juni aufwacht, erklärte der "Philae"-Projektleiter Stephan Ulamec vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Freitag in Köln. "Allerdings wollen wir sein Aufwachen natürlich nicht verpassen, falls er bereits jetzt genügend Energie und eine ausreichend hohe Betriebstemperatur haben sollte."

Erste Kontaktaufnahme ergebnislos

Der erste Versuch einer Kontaktaufnahme mit "Philae" war im März ergebnislos verlaufen - der Kometen-Lander meldete sich nicht, als ihn seine Muttersonde "Rosetta" aus der Umlaufbahn um Tschuri anfunkte. Die "Philae"-Sonde hatte sich am 12. November planmäßig von "Rosetta" gelöst und war auf die Oberfläche ihres Zielkometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko herabgesunken, den Wissenschaftler Tschuri nennen.

Allerdings kam die kühlschrankgroße Sonde erst nach zwei Hüpfern und der leichten Berührung eines Felsbrockens abseits des ursprünglich vorgesehenen Landeplatzes zum Stehen. Da sie dort zu wenig Sonnenenergie erhält, waren ihre Batterien bereits nach gut 50 Stunden wissenschaftlicher Arbeit erschöpft.

Noch immer 140 Kilometer von Tschuri entfernt

Da der Komet aber derzeit auf die Sonne zu rast, wird "Philae" in den nächsten Monaten mehr Energie erhalten. Allerdings wird "Rosetta" erst einmal nicht mehr dicht an dem zunehmend aktiven Kometen vorbeifliegen. Die Sonde der europäischen Weltraumagentur Esa war bei einem dichten Vorbeiflug Ende März von Partikeln rund um Tschuri "irritiert" worden und hatte sich zeitweise auf einer Fluchtbahn rund 400 Kilometer von dem Kometen entfernt. Derzeit beträgt die Entfernung "Rosettas" zu Tschuri immer noch 140 Kilometer.

Nach zehnjähriger Reise durch das Sonnensystem hatte die "Rosetta"-Sonde mit "Philae" huckepack im vergangenen August den Kometen erreicht.

mod/AFP AFP

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