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Anti-Doping-Kampf: Neuer WADA-Code steht - Regelwerk tritt 2021 in Kraft  

Auf der Welt-Anti-Doping-Konferenz in Kattowitz steht nach langer Debatte das neue Grundgesetz im Kampf gegen Sportbetrug. Der WADA-Code wird am 1. Januar 2021 in Kraft treten. Für die deutsche NADA ist er die robusteste Fassung, die es jemals gegeben hat.

WADA-Code

Ab 2021 tritt der neue WADA-Code in Kraft. Foto: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa

Die Diskussion über die Endversion des neuen Welt-Anti-Doping-Codes ist auf der Welt-Anti-Doping-Konferenz am Mittwoch in Kattowitz abgeschlossen worden.

Der überarbeitete WADA-Kodex muss am Donnerstag vom Gründungskomitee der WADA gebilligt werden. «Die Fortentwicklung ist positiv. Es ist der stärkste und robusteste WADA-Code, den wir bislang hatten», sagte Lars Mortsiefer, Vorstand der Nationalen Anti-Doping-Agentur. «Die vielen Vorschläge und Einwände haben gezeigt, dass rund um den Globus die Anti-Doping-Arbeit ernst genommen wird.»

Der neue WADA-Code wird am 1. Januar 2021 in Kraft treten. Bis dahin haben die nationalen Anti-Doping-Agenturen Zeit, die neue Version des Werkes zur Harmonisierung der Regeln und Sanktionen umzusetzen. Den WADA-Code gibt es seit 2003. In den Jahren 2009 und 2015 gab es schon überarbeitete Versionen. Zentraler Aspekt des Regelwerks ist, grundlegende Werte des Sports wie das Recht der Athleten auf Teilnahme an einem dopingfreien Sport mit Chancengleichheit zu sichern.

«Natürlich ist der WADA-Code eine Chance, dass die Sportler wieder an uns glauben», meinte die NADA-Vorstandsvorsitzende Andrea Gotzmann mit Bezug auf den russischen Doping-Skandal. Die Weltagentur war für ihre Entscheidungen von vielen Athleten stark kritisiert worden. Mortsiefer: «Dieses Regelwerk ist der Klebstoff aller Anti-Doping-Bemühungen. Das ist eine Chance und Aufgabe zugleich.»

Der neue Welt-Anti-Doping-Code und die überarbeiteten Internationalen Standards enthalten auch Neuheiten, die als Lehren aus der Russland-Causa hinzugefügt wurden. So gibt es eine neue Regel zum Schutz von Whistleblowern: Wer eine Person bedrängt oder bedroht, zuständigen Organisationen von Doping-Verstößen zu berichten, kann künftig sanktioniert werden.

Zudem hat die Entscheidung der WADA, eine nationale Anti-Doping-Agentur für nicht regelkonform zu erklären, erstmals von Tokio 2020 an auch Gültigkeit für Olympische Spiele. Bisher entschied allein das Internationale Olympische Komitee über die Zulassung eines Landes zu den Spielen.

dpa

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