VG-Wort Pixel

Ehemaliger Formel-1-Chef Bernie Ecclestone verstört mit Putin-Botschaft: "Ich würde eine Kugel für ihn abfangen!"

Bernie Ecclestone mit Wladimir Putin
Bernie Ecclestone (r.) mit Wladimir Putin im Jahr 2017
© Mikhail Metzel/TASS / Imago Images
Bernie Ecclestone bezeichnet Russlands Präsident Wladimir Putin immer noch als seinen Freund – und gibt dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj die Schuld am Krieg. Die Aussagen sorgen für Empörung.

Lange Zeit wurde Wladimir Putin von Unternehmer:innen und Politiker:innen in der ganzen Welt hofiert, seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine haben sich allerdings die meisten deutlich von dem russischen Präsidenten distanziert. Bernie Ecclestone sieht dafür offenbar keinen Anlass. Der ehemalige Chef der Formel 1 hat sich in einem Interview in Sendung "Good Morning Britain" des britischen Senders ITV positiv über Putin geäußert.

Auf die Frage der Moderatorin, ob er Putin immer noch als Freund betrachte, antwortete der 91-Jährige: "Ich würde immer noch eine Kugel für ihn abfangen. Mir wäre es lieber, es würde nicht wehtun, aber ich würde es trotzdem tun." Putin sei "ein erstklassiger Mensch", fuhr Ecclestone, der bis 2017 mehr als 40 Jahre lang die Geschäfte der Formel 1 führte, fort.

Bernie Ecclestone verteidigt Wladimir Putin

Im weiteren Verlauf des Interviews ließ sich Ecclestone auch zu fragwürdigen Äußerungen zu dem Krieg in der Ukraine verleiten. Putin habe den Krieg "nicht beabsichtigt": "Er tut etwas, von dem er glaubt, dass es das Beste für Russland ist." Auf den Tod vieler Ukrainer:innen und russischer Soldaten angesprochen, behauptete Ecclestone ebenfalls, Putin habe dies "nicht beabsichtigt".

Deepfake-Videos als Propagandawaffe im Krieg

Gleichzeitig übte der Brite Kritik am ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. "Er war ja mal Komiker, habe ich gehört, und ich glaube, er scheint diesen Beruf weiter ausüben zu wollen", so Ecclestone. "Hätte er nämlich mehr nachgedacht, hätte er größere Anstrengungen unternehmen müssen, mit Putin zu sprechen." Hätte die Ukraine den Krieg verhindern wollen, hätte sie das laut Ecclestone tun können.

Kritik von Außenministerin und aus der Formel 1

In Großbritannien und in der Formel 1 sorgten die Aussagen von Bernie Ecclestone für entsetzte Reaktionen. Die Äußerungen seien "außergewöhnlich" und "schockierend", sagte die britische Außenministerin Liz Truss in der gleichen Sendung. Wladimir Putin bezeichnete sie als "toxisch".

Auch die Formel 1 distanzierte sich umgehend von ihrem einstigen Übervater. "Die Kommentare von Bernie Ecclestone sind seine persönlichen Ansichten und stehen in krassem Gegensatz zu den modernen Werten des Sports", hieß es in einer Mitteilung.

Quellen: "Good Morning Britain" auf Twitter (1)"Good Morning Britain" auf Twitter (2)

epp

Mehr zum Thema



Newsticker