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Krankenakte zum Verkauf angeboten: Der Albtraum der Schumacher-Familie wird wahr

Nach dem Diebstahl der Krankenakte von Michael Schumacher fürchtet die Familie eine drohende Veröffentlichung. Die Polizei ermittelt, Managerin Sabine Kehm kündigt juristische Maßnahmen an.

Es sollte Ruhe einkehren um Michael Schumacher, damit der Formel-1-Rekordweltmeister seine Reha ungestört fortsetzen kann. Eine Woche nachdem seine Managerin Sabine Kehm "seine weitere Rehabilitation außerhalb der Öffentlichkeit" ankündigt hatte, sorgt der Diebstahl der Kranken-Akte des berühmten Patienten aber für die größtmögliche Verletzung der Privat- und Intimsphäre. "Da kann man doch nur entsetzt und angewidert sein!", sagte Kehm der "Bild"-Zeitung.

Die gestohlenen Daten sollen seit einigen Tagen Medienvertretern aus Deutschland, England und Frankreich zum Kauf angeboten werden, teilte Sabine Kehm mit. Ob die Unterlagen echt sind, kann nicht beurteilt werden.

Krankenakte wird zum Verkauf angeboten

Laut der "Bild"-Zeitung soll der Verkäufer als Mindestpreis 60.000 Schweizer Franken festgesetzt haben - was umgerechnet etwa 50.000 Euro sind.

Kehm zeigte sich in ihrem Statement empört "Ich kann nur dringend davon abraten, diese Unterlagen zu kaufen oder zu veröffentlichen. Wir werden selbstverständlich mit allen verfügbaren Mitteln dagegen vorgehen. Daten aus der Krankenakte sind höchst vertraulich und dürfen der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht werden." Kehm kündigte zudem Strafanzeigen an gegen jegliche Veröffentlichungen an.

Nahezu ein halbes Jahr drang fast nichts nach außen, was nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war. Spekuliert wurde zwar viel, verlässlich waren seit dem unglücklichen Sturz Schumachers am 29. Dezember im französischen Méribel beim Skifahren aber nur die Mitteilungen von Managerin Kehm.

Immer wieder wies die ehemalige Journalisten auf die Privatsphäre des einstigen Formel-1-Piloten hin, der sich bei einem reinen Freizeitvergnügen schwer am Kopf verletzt hatte. Mit einem Schädel-Hirn-Traum hatte Schumacher im Universitätskrankenhaus von Grenoble monatelang im Koma gelegen. Versuche, ihn zu fotografieren oder bis zu seinem Zimmer auf der Intensivstation vorzudringen, hatte es bereits gegeben. Sie konnten aber alle rechtzeitig unterbunden werden.

Noch in einer Mitteilung am Montag vergangener Woche hatte Kehm betont: "Für die Zukunft bitten wir um Verständnis, dass seine weitere Rehabilitation außerhalb der Öffentlichkeit erfolgen soll." Er war am gleichen Tag von Grenoble, wo die Akten offensichtlich gestohlen wurden, in die Universitätsklinik von Lausanne (CHUV) gebracht worden. Schumachers Wahl-Zuhause am Genfer See ist nur knapp 40 Kilometer entfernt. Er war dorthin gebracht worden, nachdem er nicht mehr im Koma lag.

Polizei ist eingeschaltet

Der Unfall hatte wochenlange staatsanwaltschaftliche Ermittlungen mit dem Ergebnis nach sich gezogen, dass kein Fremdverschulden bei Schumachers Sturz mit dem Kopf an einen Felsen vorlag. Auch jetzt ist die Polizei eingeschaltet. "Wir können nicht beurteilen, ob die Unterlagen echt sind. Fakt ist jedoch: Die Unterlagen sind gestohlen", schrieb Kehm. Und: "Der Diebstahl wurde angezeigt."

Auch die Klinik in Grenoble hat inzwischen Anzeige erstattet, nachdem sie von Kehm informiert worden war, dass Medien angeblich Unterlagen des ehemaligen Formel-1-Weltmeisters zum Kauf angeboten würden. Ohne die Dokumente zu kennen, habe man Anzeige wegen Diebstahls und Verletzung der ärztlichen Schweigepflicht erstattet, teilte die Klinik am Dienstag mit.

Sabine Kehm wies mit Nachdruck darauf hin, dass die Daten aus der Kranken-Akte "höchst vertraulich" seien und der Öffentlichkeit "nicht zugänglich gemacht werden" dürften. "Gegen die Veröffentlichung von Inhalten aus der Krankenakte werden wir daher in jedem Einzelfall Strafanzeige wegen der Verwirklichung aller in Betracht kommender Straftatbestände stellen."

Jens Marx, DPA / DPA

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