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US-Team Haas Mick Schumachers bitteres Aus in der Formel 1: Er hatte nie eine Chance

Mick Schumacher während einer Pressekonferenz: bitterer Moment
Mick Schumacher während einer Pressekonferenz: bitterer Moment
© Sergei Grits / DPA
Mick Schumacher erhält keinen neuen Vertrag beim Formel-1-Rennstall Haas. Damit endet seine Karriere vorerst nach zwei Jahren. Seine Schuld ist das nicht und die Begründungen von Teamchef Günther Steiner sind fadenscheinig.

Der Teamchef des Formel-1-Rennstalls Haas, der Südtiroler Günther Steiner, steht ab jetzt unter gewaltigem Erfolgsdruck. Viele Fans, aber auch Fahrer und Verantwortliche werden genau beobachten, wie sich das Team entwickelt. Der Grund: Haas wird Mick Schumacher keinen neuen Vertrag geben. Die Zahl derjenigen, die die Entscheidung für falsch und ungerecht halten, dürfte hoch sein, weil sie genau das ist. Das wird durch fadenscheinige Begründung Steiners noch deutlicher.

Für den 23-Jährigen muss es ein bitterer Moment gewesen sein, als Steiner ihn in einem persönlichen Gespräch vor die Tür setzte. Nach zwei Jahren ist schon wieder Schluss in der Formel 1. Schumachers Nachfolger heißt Nico Hülkenberg, der ist 36 Jahre alt, hat sich seit 2020 als Ersatzfahrer durchgeschlagen und gilt als schnell. Ein Sieg gelang Hülkenberg in 181 Rennen nie, immerhin holte er eine Pole Position.

Mick Schumacher hat beweisen, dass er ein guter Rennfahrer ist

Steiner begründete das Aus für Schumacher damit, dass ihm die "Erfahrung mehrerer Jahre in der Formel 1" fehle. Und auch sonst redete Steiner sehr wortreich – und sehr widersprüchlich über die Gründe für den Rauswurf. Auf der Pressekonferenz gelang ihm das Kunststück zu behaupten, dass es nicht an Schumacher gelegen habe, weil ja auch das Team eine Schuld treffe. Das ist zwar richtig, aber warum wird Schumacher vor die Tür gesetzt, wenn doch das Team schuld ist?

Unglaubwürdig klingt es, dass nun Hülkenberg derjenige sein soll, der dem Haas-Team aufgrund seiner "Erfahrung" einen Entwicklungsschub verpasst. Das hört sich irgendwie bedeutungsvoll an. Wenn man sonst nichts anzubieten hat, dann wenigstens eine potentielle Entwicklung. Dabei gilt: Wenn das Geld knapp ist bei einem Formel-1-Rennstall, nützt dir der tollste Fahrer nichts. Du fährst trotzdem hinterher, egal ob der Pilot Schumacher oder  Hülkenberg heißt. Die Begründung von Steiner ist umso unglaubwürdiger, weil Schumacher bewiesen hat, dass er ein guter Formel-1-Fahrer ist.

Im Rückblick muss man feststellen: Seit Schumacher zu Beginn der Saison zwei Autos komplett schrottete, was Hass viel Geld kostete, war er im Grunde draußen. Über den Druck, den Rennstall-Besitzer Gene Haas auf Steiner und das Team ausübte, kann man nur mutmaßen. Er wird aber beträchtlich gewesen sein.

An Absurdität nicht zu überbieten

Was danach kam, war an Absurdität nicht zu überbieten. Steiner forderte von seinem jungen Piloten öffentlich unmögliche Ergebnisse und wälzte letztendlich alles auf ihn ab. Der Sohn des Rekordweltmeisters war damit zum Scheitern verurteilt, zumal das Team selbst gravierende Fehler beging, die ihm bessere Resultate kosteten. Dass ein junger Fahrer möglicherweise besser fährt, wenn er Vertrauen und Unterstützung spürt, braucht man kaum zu erwähnen. Und ja, das gilt auch für die ach so harte Formel 1. Am Ende muss ein junges Talent auch für die Fehler des Chefs bezahlen. Das ist die traurige Seite an der Geschichte. 

Man darf gespannt sein, was Steiner erzählt, wenn Haas in der nächsten Saison stagniert. Und wie er es dann seinem Chef Gene Haas verkaufen wird.

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