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Großer Preis von Monaco Mit Heimvorteil auf die Pole: Leclerc in Quali nicht zu schlagen

Charles Leclerc will mit einem Sieg im Monaco-Rennen wieder an die Spitze der Fahrerwertung klettern
Charles Leclerc will mit einem Sieg im Monaco-Rennen wieder an die Spitze der Fahrerwertung klettern — die Chancen dafür stehen gut
© Andrej Isakovic / AFP
Wieder Platz eins in der Quali: Charles Leclerc spielt seinen Heimvorteil aus. Ein souveräner Auftritt. Der Weltmeister und WM-Spitzenreiter folgt erst auf Rang vier. Fürs deutsche Duo gibt es Gutes – einen Top Ten Platz – und weniger Gutes.

Charles Leclerc hat im Kampf gegen seinen Heimfluch die erste Glanzleistung beim Glamour-Grand-Prix hingelegt und sich erneut die Pole Position in den engen Straßen von Monaco gesichert. Der 24 Jahre alte Ferrari-Pilot hielt dem Erwartungsdruck stand und verwies mit einer fabelhaften Runde auf dem nur 3,337 Kilometer langen Kurs seinen Ferrari-Teamkollegen Carlos Sainz auf den zweiten Platz mit 0,225 Sekunden Vorsprung. "Es ist etwas ganz Besonderes. Ich bin wirklich happy", sagte er unter dem Jubel der Zuschauer am Samstag. "Ich war am Limit."

Dritter wurde Sergio Perez im Red Bull, der allerdings kurz vor Schluss noch mit dem Heck seines Wagens in der Leitplanke einschlug, vor dem Tunnel stehen blieb und nach einem Auffahrunfall durch Sainz für einen Stau und das vorzeitige Ende sorgte. "Es sieht schlecht aus", sagte Perez zu möglichen Schäden am Wagen, vor allem der Einschlag von Sainz habe einiges kaputtgemacht.

Mick Schumacher verpasst die Top Ten

Perez' Teamkollege und Weltmeister Max Verstappen, der im Klassement sechs Punkte vor Leclerc in Führung liegt, konnte sich durch den Crash in der letzten Minute auch nicht mehr verbessern, er folgte auf Platz vier. "Heute war die Pole für uns nicht drin", kommentierte Teamchef Christian Horner, "Charles war stark".

Rekordweltmeister Lewis Hamilton schaffte es im Mercedes nur auf den achten Startrang, Teamkollege George Russell wurde Sechster. Sebastian Vettel landete als Neunter im Aston Martin ebenfalls in den Top Ten. Anders als Mick Schumacher: Platz 15 für den Haas-Fahrer.

Proppenvolle Tribünen, Jacht-Hochbetrieb im Hafen, Sonne satt - Monaco zeigte sich von seiner strahlenden Seite für die erste große Entscheidung des Wochenendes. Nirgendwo anders ist die Startaufstellung so entscheidend - in den vergangenen zwölf Rennen legte der spätere Sieger aus der ersten Reihe los.

Fürstin Charlène und Fürst Albert schritten erst noch durch die Boxengasse, hier ein Plausch und herzliche Begrüßung mit Verstappen, da mit Vettel. Von den sündhaft teuren Booten wummerte die Musik, ehe es endlich losging. 3,337 Kilometer, jeder Fehler wird bestraft. Leclerc weiß es, vor einem Jahr hatte er die Pole geholt, seinen Wagen aber kurz vor Schluss demoliert. Im Rennen konnte er nicht starten, Verstappen siegte.

Charles Leclerc schaffte es im Rennen noch nie ins Ziel

Diesmal will Leclerc seinen Monaco-Fluch - er kam noch nie ins Ziel in der Formel 1 - beenden. Und beginnen sollte es mit der Pole. Bestzeit am Freitag in beiden Trainings, aber nur Zweiter kurz vor der K.o.-Ausscheidung. Und wie knapp es zugehen kann, zeigte sich gleich in den ersten 18 Minuten, als zwischenzeitig Perez und Sainz auf den ersten beiden Plätzen bis auf die Tausendstelsekunde gleich schnell waren. Letztlich war Leclerc aber auch im ersten Abschnitt des Qualifyings nicht zu bezwingen.

Fünf schieden aus, es wurde zumindest ein bisschen leerer auf der Strecke. An den hauchdünnen Abständen bei der Bestzeitjagd änderte das zunächst nichts. 15 Tausendstelsekunden trennten Perez an der Spitze von Sainz, 33 Tausendstelsekunden von Leclerc, ehe der viel umjubelte Lokalmatador mal richtig Gas gab und als erster unter 1:12 Minuten blieb.

Mit über 1,2 Sekunden Rückstand auf Leclerc war die Qualifikation für Mick Schumacher bereits vor dem finalen Durchgang beendet. Aus der voraussichtlich viertletzten Startreihe erwartet den 23-Jährigen an diesem Sonntag (15.00 Uhr/Sky) ein schweres Rennen.

Allerdings könnte das auch auf die Fahrer an der Spitze zutreffen. Denn den Vorhersagen zufolge ist die Niederschlagswahrscheinlichkeit nicht gering und das heißt: Noch höhere Crash-Gefahr in den engen Gassen.

Um auch schon in der Qualifikation allen Unwägbarkeiten beispielsweise durch den Crash eines Rivalen zu entgehen, legte Leclerc auch in den finalen zwölf Minuten direkt mal die Bestzeit hin. Und da kam keiner ran.

tis / Jens Marx DPA

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