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Champions League Bayern überragen gegen Atletico Madrid, Gladbach gibt Sieg gegen Inter Mailand aus der Hand

Corentin Tolisso erzielte das dritte Tor der Bayern gegen Atletico aus der Distanz, die Mitspieler freut's
Corentin Tolisso (3.v.l.) erzielte das dritte Tor der Bayern gegen Atletico sehenswert aus der Distanz, die Mitspieler freut's
© Alexander Hassenstein / Getty Images
Der FC Bayern hat gleich zum Auftakt der Champions-League-Saison eine Duftmarke gesetzt: Mit 4:0 watschte der Titelverteidiger Atletico Madrid ab. Borussia Mönchengladbach verpasste einen Sieg gegen Inter Mailand. 

Der FC Bayern München trat ganz im Stile eines Titelverteidigers auf und nahm Atletico Madrid im ersten Spiel der Champions-League-Gruppenphase mit 4:0 auseinander. Borussia Mönchengladbach glänzte nicht so wie die Münchner, erspielte sich aber ein respektables 2:2 auswärts bei Inter Mailand. Zwischenzeitlich führte das Team von Trainer Marco Rose sogar mit 2:1.

Unbeeindruckt vom Corona-Wirbel um Serge Gnabry setzte der FC Bayern zwei Monate nach dem Triumph von Lissabon den Siegeszug in der Königsklasse fort. Die Tore in der leeren Allianz Arena gegen Atletico Madrid besorgten ein überragender Kingsley Coman (28. Minute/72.), Leon Goretzka (41.) und Corentin Tolisso (66.).

München kontrollierte schnell das Spiel

Nach ausgeglichenem Beginn übernahmen die Münchner die Kontrolle über das Spiel, auch wenn die unbequemen Spanier durchaus mutig auftraten. Niklas Süle mit einem Pfostentreffer in der 15. Minute und Tolisso, der drei Minuten später an Gäste-Torhüter Jan Oblak scheiterte, hatten die ersten guten Gelegenheiten für die Hausherren. 

Kimmich leitete die Führung für die Bayern ein. Der 25-Jährige erkämpfte den Ball und bediente perfekt Coman, der ohne Mühe Oblak aus kurzer Distanz überwand. Im August hatte der Franzose mit seinem Tor für den Finaltriumph der Münchner gegen Paris Saint-Germain gesorgt, nun eröffnete er standesgemäß auch die nächste Titeljagd der Münchner. 

Auch danach wirkten die Gastgeber zielstrebiger und effektiver. Verdient erhöhte Goretzka, der nach einem schnellen Angriff auf Comans Vorlage frei im Strafraum zum Schuss gekommen war. 

Manuel Neuer im Glück

Atlético kam nur selten gefährlich vor das Münchner Tor, Neuzugang Luis Suárez verpasste vor der Pause zweimal knapp. In der Vorsaison hatten die Madrilenen noch Titelverteidiger FC Liverpool um Trainer Jürgen Klopp aus dem Wettbewerb befördert und waren dann im Viertelfinale an RB Leipzig gescheitert.

Kurz nach Wiederanpfiff lag der Ball dann im Tor der Münchner. Der einst für 127 Millionen Euro verpflichtete Joao Felix hatte getroffen. Doch weil Suárez vor Manuel Neuer im Abseits stand, zählte das Tor nicht. Neuer hatte zuvor eifrig reklamiert. Der Bayern-Keeper schloss mit seinem 112. Einsatz in der Champions League zu Philipp Lahm auf, nur Rekordhalter Müller hat mit 116 Spielen mehr. 

Weil Atlético nun offensiver agierte und öfter den Strafraum der Münchner anpeilte, boten sich dem Titelverteidiger mehr Räume. Das 3:0 indes entstand aus einem Freistoß. Kimmichs Schuss wurde von Suárez abgeblockt, Tolisso jagte die Kugel aus 25 Metern ins rechte Toreck - die Entscheidung. Coman veredelte wenig später nach feiner Einzelleistung noch den Abend mit seinem zweiten Treffer. Der Rest war Schaulaufen.

Gladbach war der Respekt anzumerken

Borussia Mönchengladbach verpasste hingegen beim Comeback in der Champions League knapp einen Traumstart. Ramy Bensebaini (63.) und Jonas Hofmann (84.) trafen für die Deutschen, das kurz vor dem Ende noch führte. Starstürmer Romelu Lukaku (49. und 90.) riss die Gladbacher aber aus allen Träumen. In der Gruppe B warten jetzt das Starensemble von Real Madrid sowie Schachtjor Donezk, das nach einem völlig überraschenden 3:2 in Madrid die Gruppe B anführt.

Zunächst war den Gladbachern der Respekt vor den großen Namen aber anzumerken. Vor Lukaku, mit dem es zumeist Nico Elvedi zu tun bekam, hatte Rose kurz vor dem Anpfiff noch einmal eindringlich gewarnt. Neben dem wuchtigen Belgier lauerte Alexis Sánchez, dahinter Christian Eriksen, der per Freistoß aus gut 35 Metern den ersten Warnschuss in die Arme von Gladbach-Torwart Yann Sommer abgab (13.).

Der Borussia fehlten in der ersten Halbzeit das Tempo und vor allem die Präzision in der gegnerischen Hälfte. Rose hatte hinter dem gerade Vater gewordenen Alassane Pléa eine Dreierkette aufgeboten. "Mutig", "eklig" und "frech" solle das Team auftreten, hatte Sportdirektor Max Eberl gesagt. Die Spiele gegen Real und Donezk werden nicht einfacher. Das Umschaltspiel funktionierte aber zu selten.

Bei Inter fehlte Hakimi wegen eines positiven Corona-Tests

Die Gastgeber mussten kurzfristig auf den früheren Dortmunder Achraf Hakimi verzichten, der sich mit dem Coronavirus infiziert hat. Die Bekanntgabe des positiven Tests nur wenige Stunden vor dem Anpfiff hatte keine Auswirkungen auf den Ablauf im altehrwürdigen Stadio Giuseppe Meazza. 1000 Zuschauer sorgten dort für ein wenig Europapokal-Atmosphäre, die fast geschrienen Anweisungen von Mailand-Trainer Antonio Conte waren aber deutlich zu hören.

Angetrieben von Eriksen setzte Inter den Bundesligisten unter Druck. Lukakus Abschluss im Strafraum ging ganz knapp am Pfosten vorbei (41.). Davon abgesehen stand die Abwehr um Elvedi und Nationalspieler Matthias Ginter in Tornähe lange bemerkenswert sicher. Eigene Offensivbemühungen, wie über Jonas Hofmann (33.) oder Marcus Thuram (44.), spielten die Gladbacher nicht konsequent zu Ende. Sie zeigten aber, dass die Inter-Verteidigung mit mehr Geschwindigkeit zu knacken wäre.

Conte brachte zur zweiten Halbzeit Torjäger Lautaro Martínez, der sich sofort perfekt einfügte. Der Argentinier leitete mit einem Kopfball das Führungstor durch Lukako ein, den die Gladbacher für einen Moment nicht bewachten. Danach wurde es für die Rose-Elf schwerer, offensiv ins Spiel zu finden - ehe Schiedsrichter Björn Kuipers nach Ansicht der Videobilder auf den Punkt zeigte. Der frühere Bayern-Profi Arturo Vidal hatte Thuram im Strafraum gefoult, Bensebaini verwandelte sicher.

Inter bestimmte im Anschluss das Spiel. Martínez traf den Pfosten (81.). Kontergelegenheiten ergaben sich für die Borussia nur selten - die eine wichtige nutzte Hofmann perfekt. Dann kam noch einmal Lukaku.

tis DPA

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