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Bundesliga im stern-Check Bayern München verliert weiter – nicht nur auf dem Platz

Karl-Heinz Rummenigge
Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsboss der FC Bayern München AG (links), und FCB-Präsident Herbert Hainer auf der Tribüne in Frankfurt
© Arne Dedert / DPA
Der FC Bayern München verspielt weiter Punkte und Sympathien: Erst verlor die Mannschaft in Frankfurt, dann lieferte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge einen schwachen Auftritt im Sportstudio ab.

So lief der Spieltag

Alle Ergebnisse des 22. Spieltags, die Tabelle und Statistiken zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker.

Verlierer des Spieltages

Keine zwei Wochen ist es her, da fühlten sich die Bayern wie die Könige. Weltpokalsieger. Sextuple-Titel-Rekord. Mia san Helden. Doch zurück auf deutschem Boden bemerkten die Katar-Flieger, dass sich nicht jeder mit ihnen freute. Das Gezeter über den verspäteten Abflug zur Klub-WM hatten viele ebenso in den falschen Hals bekommen wie Karl-Heinz Rummenigges Vorschlag, Fußballprofis mit Priorität zu impfen und Hansi Flicks Spruch vom "sogenannten Experten" Karl Lauterbach. Diagnose: fehlende Bodenhaftung in Pandemiezeiten.

Um die Wogen der öffentlichen Empörung zu glätten, bemühte sich Bayern-Boss Rummenigge persönlich am Samstag ins Aktuelle Sportstudio. Doch dort erging es ihm nicht besser als seinen Spielern wenige Stunden zuvor auf dem Platz: Auf die 1:2-Pleite von Frankfurt folgte ein schwacher TV-Auftritt des Vorstandsbosses in Mainz.  

Ebenso wie die Mannschaft am Nachmittag sah sich Rummenigge von einem starken Gegner in die Defensive gedrängt. ZDF-Moderator Jochen Breyer sprach konsequent alle Punkte an, die man an den Bayern im Speziellen und dem Fußballgeschäft im Allgemeinen derzeit kritisieren kann. Rummenigges Versuch, den Vorwürfen die Spitzen zu nehmen, wirkte kraftlos und uneinsichtig zugleich. "Ich glaube nicht, dass wir irgendwie arrogant sind oder Sonderwürste in Anspruch nehmen", betonte Rummenigge.

Dass Fußballteams inmitten einer verheerenden Pandemie kreuz und quer über den Kontinent fliegen und nationale Regeln aushebeln, um Spiele auszutragen? Eine Sache der Uefa, da müsse man eben mitspielen. Kein Wort der Kritik. Die von ihm vorgeschlagene Impfpriorität für Fußballer? Das sei falsch verstanden worden, er habe das nur für die Situation gemeint, wenn einmal genug Impfstoff da ist. Man wolle sich natürlich nicht vordrängeln. Haltung zeigen gegen Menschenrechtsverletzungen in Katar? Lieber nicht, es gehe ja voran in dem Land und der Fußball könne "nicht die ganze Welt verbessern".

Beinahe mantraartig wiederholte Rummenigge auch, wie vorbildlich die Hygienekonzepte des Fußballs seien – obwohl sich mit Thomas Müller, Benjamin Pavard, Leon Goretzka und Javi Martinez zuletzt vier Spieler der eigenen Mannschaft infiziert hatten. Ganz zu schweigen davon, dass es bei anderen international tätigen Teams zu noch größeren Ausbrüchen gekommen ist. Und überhaupt: Bitte "keine Neiddebatte" und "nicht alles auf die Goldwaage legen", forderte Rummenigge. So kommt man nicht wieder in die moralische Offensive. 

Gewinner des Spieltags

Des einen Leid, des anderen Freud: RB Leipzig nutzte den zweiten sportlichen Ausrutscher der Bayern binnen einer Woche (nach dem 3:3 gegen Abstiegskandidat Bielefeld vom Montag), um bis auf zwei Punkte an die Tabellenspitze heranzurücken. Und wer weiß: Vielleicht drücken dem bislang nicht sonderlich beliebten Red-Bull-Klub im Meisterrennen mit den Bayern jetzt immer mehr Fußballfans die Daumen.

Aufreger des Spieltags

Sportlich hatten die bemitleidenswerten Schalker im Revierderby gegen Dortmund nichts zu bestellen. Einige blau-weiße Fans aber wollten sich nicht ganz sang- und klanglos geschlagen geben. Nach dem Spiel versammelten sich einige Hundert Anhänger vor dem Stadion, um Radau zu machen, einige versuchten wohl auch einzudringen. Viel passiert ist letztlich nicht. Die Dortmunder Clubbosse hatten ob des unklaren Wut-Potenzials vorsichtshalber schon vor dem Schlusspfiff den Heimweg angetreten. Die Schalker Mannschaft verschwand später durch den Hinterausgang. Schon einen Tag vor dem Derby hatten einige Ultras sich Zugang zum Team-Hotel der Mannschaft verschafft, und waren in einen Besprechungsraum gestürmt, in dem sie die Mannschaft vermuteten. Dort trafen sie aber lediglich auf Sportchef Jochen Schneider und Teammanager Sascha Riether, die die Situation beruhigen konnten.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Dass Erling Haaland den Ball aus nahezu jeder Position im Tor versenken kann, hat sich zwar rumgesprochen. Die Art und Weise, wie der BVB-Stürmer seinen nicht gerade zierlichen Körper in die Luft wuchtete, um eine halbhohe Flanke per Seitfallzieher zu verwerten, war dennoch bemerkenswert. Urgewalt, gepaart mit Athletik und Körperbeherrschung.

Bild des Spieltages

Amin Younes
Sein Traumtor gegen die Bayern widmete Eintracht Frankfurts Stürmer Amin Younes den Opfern des Terroranschlags von Hanau. Beim Aufwärmen vor dem Spiel hatten auch seine Teamkollegen Oberteile mit Namen und Konterfei der Getöteten getragen.
© Arne Dedert / DPA

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