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Prozess, Razzia, Eskapaden: Vom FC Bayern in die Klatschspalten: Der Aufstieg und Fall des Christian Lell

Christian Lell stand vor Gericht - mal wieder. Der ehemalige Bayern-Profi hatte eigentlich eine steile Karriere vor sich, doch seit Jahren macht er mit Skandalen auf sich aufmerksam.

Galt mal als Hoffnungsträger beim FC Bayern: Christian Lell

Galt mal als Hoffnungsträger beim FC Bayern: Christian Lell

Erst verurteilt am Dienstag ein Gericht Christian Lell zu einer saftigen Geldstrafe wegen Beleidigung, dann wird er noch im Gerichtssaal von Beamten mit einem Durchsuchungsbefehl für seine Villa konfrontiert. Es geht um Drogen, ein Unbekannter hatte die Ermittler informiert. Laut Lells Anwalt wurden bei der Durchsuchung keine Drogen gefunden. Es ist nicht das erste Mal, dass das einstige Riesentalent abseits des Fußballplatzes für Schlagzeilen sorgt.

Lell gehörte zu einer äußerst begabten Nachwuchsgeneration des FC Bayern. Zusammen mit Piotr Trochowski, Zvjezdan Misimovic und Andreas Ottl rockte er 2003/04 mit den Bayern-Amateuren die Regionalliga Süd. Die Karriere des damals 19-jährigen Junioren-Nationalspielers ging steil bergauf. Nach der Meisterschaft mit der Reserve wurde er an den 1. FC Köln ausgeliehen, kam 2006 zurück zum Rekordmeister und wurde in der Folgesaison Stammspieler. Er gewann zweimal die Meisterschaft und den DFB-Pokal, schien am Höhepunkt angekommen. Doch neben seinem nicht abzustreitenden Talent gab es eine zweite Konstante in Lells Karriere: die Eskapaden.

Immer wieder Zoff mit den Ex-Freundinnen

Bereits 2007 gibt es Berichte über Zoff mit seiner damaligen Freundin. Sie soll der "tz" zufolge Anzeige wegen Körperverletzung gegen ihn gestellt haben, aber das Verfahren wird eingestellt. Im selben Jahr gerät er nach Informationen der "Bild" mit Polizisten aneinender, soll sie beleidigt und Widerstand geleistet haben. 100.000 Euro Geldbuße habe er gezahlt. In den nächsten beiden Jahren verliert er laut "Bild" wegen einer Trunkenfahrt mit 0,9 Promille kurz den Führerschein und akzeptiert nach einer angeblichen Schlägerei in der Münchner Nobel-Disco P1 einen Strafbefehl über 42.000 Euro. 

Immer wieder wird über seine Affären und Beziehungen berichtet. So zeigt ihn 2014 erneut eine seiner Ex-Freundinnen wegen Körperverletzung an. Auch dieses Verfahren wurde laut "Bild" eingestellt. Im selben Jahr liefert er sich mit einer weiteren ehemaligen Partnerin eine öffentliche Schlammschlacht, veröffentlicht ihre Chatverläufe, in denen sie angeblich mit Weltmeister Mesut Özil geschrieben haben soll. Auf Facebook postet er eine ausführliche Hasstirade gegen sie, nennt darin viele private Details aus ihrer gemeinsamen Zeit.

Vom Riesentalent zum Bankdrücker

Fußball spielt er 2014 schon nicht mehr professionell. Bei den Bayern wird er 2010 aussortiert, wechselt nach Berlin zur Hertha. Von dort geht es zwei Jahre später nach Spanien zu UD Levante, wo sein Vertrag Anfang 2014 mit sofortiger Wirkung aufgelöst wird. Aus dem großen Talent von 2003 ist ein unterdurchschnittlicher Kicker geworden, der sich nirgends nachhaltig durchsetzen konnte.

Im Januar 2017 kommen dann wieder Vorwürfe zu einem angeblichen Vorfall mit einer Ex-Freundin. Wieder geht es um Körperverletzung. Dazu geht eine ehemalige Untermieterin seiner Villa in München medienwirksam gegen ihn vor. In der "tz" bereichtet sie davon, dass Lell sie aus der Wohnung drangsalieren wollte, indem er ihr den Strom und die Heizung abgedreht habe. Lells Anwalt widerspricht vehement. Wegen dieser Mieterin stand er nun auch vor Gericht und musste eine Geldstrafe wegen Beleidigung bezahlen. Laut "Bild" und "tz" waren es 45.000 Euro. Offenbar läuft es zumindest finanziell immer noch bei Lell. Medienberichten zufolge arbeitet er in der von ihm gegründeten C.L. GmbH im Bereich Immobilien, Yachtcharter und Sportberatung. Dieser Firma soll auch die Villa gehören, in der er im Moment wohnt.

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