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FC Bayern: Niko Kovac plädiert für Mitmenschlichkeit – während sein Aus angeblich beschlossen ist

Vor dem ersten Herzschlagfinale in der Bundesliga seit Jahren hat Bayern-Coach Niko Kovac nachdenkliche Töne angeschlagen. Sein Aus soll Unterdessen beschlossene Sache sein, wenngleich der Verein dementiert.

Niko Kovac vom FC Bayern fordert mehr Mitmenschlichkeit

Plädoyer für mehr Mitmenschlichkeit - nicht nur im Fußball: FC-Bayern-Coach Niko Kovac vor dem Bundesliga-Finale

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Sportreporter-Institution Marcel Reif hatte im Laufe der Woche deutliche Worte gefunden. Wie die Bayern-Bosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge mit Trainer Niko Kovac umgingen, das sei an der "Grenze der Unanständigkeit", zitierte die "Bild"-Zeitung den Fußballexperten. Er selbst hätte an Kovacs Stelle den Bayern-Chefs die Brocken längst vor die Füße geworden.

Das hat Niko Kovac nicht gemacht. Der 47-Jährige hat sich öffentlich nicht darum geschert, dass die Chefetage des Rekordmeisters sich nicht zu ihm bekennen wollte. Stattdessen führte er die Bayern ohne Murren zurück an die Tabellenspitze und ins Pokalfinale. Trotzdem gibt es auch einen Tag vor dem Bundesliga-Showdown wieder Meldungen, Kovacs Aus beim FC Bayern sei beschlossene Sache und ein Nachfolger schon in den Startlöchern. Die Namen des Ex-Bayers Marc van Bommel (PSV Eindhoven) und Erik ten Hag (Ajax Amsterdam) fallen. Offiziell bestätigt wird das bisher nicht. Gegenüber der "Bild" bezeichnet Bayern-Boss Rummenigge die Meldung gar als "totale Ente".

Niko Kovac: "Das Jahr war aufschlussreich"

Bei seinem verläufigen Fazit seiner ersten Saison als Trainer des FC Bayern ist Niko Kovac darauf nicht eingegangen. Und doch scheint die Zeit nicht spurlos an ihm vorbei gegangen zu sein. Denn er warb ausdrücklich für ein besseres Miteiander. "Das Jahr war sehr aufschlussreich, sehr lehrreich, ich habe vieles mitbekommen. Ich habe auch gemerkt, wie schwierig es ist, Mensch zu bleiben", sagte Kovac am Donnerstag während des Pressetermins vor dem Ligaabschluss. "Der Mensch ist schon eine sehr, sehr schwierige Spezies." Ins Detail ging der 47 Jahre alte Fußball-Coach nicht, mahnte aber an, dass gewisse Grenzen nie unterschritten werden dürften.

Er wolle kein "Moralapostel" sein, führte Kovac aus. "Ich bin als Mensch so erzogen worden, dass ich so, wie ich einen behandele, auch behandelt werden möchte. Wir müssen einfach lernen, dass unsere Welt besser werden muss", sagte der Kroate. "Wir müssen einfach mal den Mitmenschen sehen, mehr Empathie an den Tag legen."

"Was das Schlimmere ist: die Seele"

Als Beispiel führte Kovac an, dass wenn er jemanden schlagen würde, dieser kurzzeitig körperlichen Schmerz verspüre. Dieser sei dann aber bald vorbei, sagte er. "Was das Schlimmere ist: Die Seele. Deswegen gibt es in der heutigen Zeit so viele Depressionen, so viele Krankheiten. Das tut viel mehr weh, das geht nicht weg." 

Man müsse wieder mehr den Menschen sehen, sagte der Bayern-Trainer. Vor einigen Jahren habe es einmal einen Fall gegeben, danach hätte jeder gesagt, dass das nicht wieder passieren dürfe. "Es hat keine zwei Wochen gedauert und es war wieder alles gleich", sagte Kovac, ohne auch in diesem Fall weiter ins Detail zu gehen.

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dho / DPA

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