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Sport-1-Talk: Empörter Hoeneß ruft live im "Doppelpass" an - und nimmt Salihamidzic in Schutz

Viele Zuschauer konnten es kaum glauben: Uli Hoeneß schaltete sich per Telefon am Sonntag persönlich in den Bundesliga-TV-Talk "Doppelpass" ein. Der Bayern-Boss verteidigte seinen Sportdirektor und redete nochmal Klartext in Sachen Kovac.

Uli Hoeneß platzt am "Dopa"-Telefon der Kragen: "Dieser Anruf wird mein neuer Klingelton"

Dass sich Noch-Bayern-Boss Uli Hoeneß tatsächlich selbst per Telefon im Studio meldet, das konnten viele Zuschauer der Bundesliga-Talkrunde "Doppelpass" auf Sport 1 zunächst gar nicht glauben. Comedian und stern-Stimme Micky Beisenherz musste sogar über die sozialen Medien hoch und heilig schwören, dass nicht er im Studio angerufen und Hoeneß imitiert habe. Nein, es war Hoeneß selbst. Und der 67-Jährige mischte die Sendung mit seinem Klartext gleich mächtig auf. Nutznießer: Hasan Salihamidzic.

"Ich habe folgendes auf dem Herzen: Dass große Teile der Runde sich total despektierlich über Hasan Salihamidzic hier äußern", brach Hoeneß eine Lanze für den Sportdirektor der Bayern - und ließ gleich einen Seitenhieb für die Talkrunde los. Mindestens einer der Experten in der Sport-1-Runde "habe ja gar keine Ahnung", stellte Hoeneß unter dem Gelächter des Studiopublikums fest.

Uli Hoeneß: "Hasan hat guten Job gemacht"

Salihamidzic komme in der Öffentlichkeit viel zu schlecht weg, fuhr Hoeneß engagiert fort. "Hasan hat einen guten Job gemacht", so der Bayern-Boss. "Ich darf daran erinnern, dass die Transfers von Pavard, Hernández und nicht zuletzt Davies allein auf seinem Mist gewachsen sind, und wir sind glücklich, dass wir mit diesen drei Spielern schon sensationelle Transfers gemacht haben." Bei allem Lob vergaß Hoeneß aber auch nicht, seinen Sportdirektor in die Bayern-Hierarchie einzuordnen: Dass Salihamidzic zwischen ihm und Karl-Heinz Rummenigge "nicht ständig genannt" werde, "das ist ja klar", aber dass zum Beispiel die Sport-1-Runde diskutiere, als würde es ihn gar nicht geben, das sei schon "unverschämt".

Uli Hoeneß meldet sich im Doppelpass und verteidigt Hasan Salihamidzic

Mischte mit seinem Anruf den "Doppelpass" auf Sport 1 auf: Noch-Bayern-Boss Uli Hoeneß.

DPA

Überhaupt: Seit dem klaren Sieg am Samstag gegen den BVB (4:0) sei er total euphorisch, gab Hoeneß zu Protokoll. Das Spiel habe gezeigt, dass man mit Hansi Flick auf dem Trainerposten eine Lösung habe, die dem FC Bayern Zeit verschaffe. Die Frage, ob Flick also auch dauerhaft Bayern-Trainer bleiben könne, beantwortete Hoeneß mit der Äußerung "Wir sind ein demokratischer Verein" - worauf wiederum allgemeine Heiterkeit im Publikum herrschte. Was die Ablösung von Niko Kovac als Coach angeht, machte Hoeneß noch einmal in deutlichen Worten klar, dass dieser auch an Strömungen, die es gegen ihn in der Mannschaft geben habe, gescheitert sei. "Wenn ich das so gesagt habe, dann habe ich das auch so gemeint", antwortete er auf eine Nachfrage von "Doppelpass"-Moderator Thomas Helmer.

"Noch einen schönen Vormittag, alles Gute!"

Helmer, als Bundesligaprofi auch bei den Bayern aktiv, nutzte gleich die Gelegenheit, Hoeneß in den "Doppelpass" einzuladen. Am kommenden Freitag endet mit der Jahreshauptversammlung der Bayern auch die Ära Hoeneß bei Rekordmeister. Zeit also, zurückzublicken. Doch, so Hoeneß: "Da muss ich erstmal schauen, welche Qualität sonst noch so eingeladen wird." Irgendwann reichte es dem Bayern-Boss dann. In einen weiteren Frageversuch von Helmer rief er: "Ich wünsche Euch noch einen schönen Vormittag! Alles Gute! Tschühüs!" Dass es das letzte Mal gewesen sein sollte, dass sich Hoeneß in die öffentliche Diskussion eingeschaltet hat, wollte bei Experten und Publikum danach niemand so recht glauben.

Quelle: Sport 1, Nachrichtenagentur DPA

dho

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