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Bundesliga-Rechenspiele Nur so kann Werder Bremen noch die Klasse halten

Sehen Sie im Video: Werder-Trainer Florian Kohfeldt zum letzten Bundesliga-Spieltag und den Kampf um den Relegationsplatz.


Florian Kohfeldt, Trainer Werder Bremen: "Da darf, da darf kein Zweifel dran sein, dass alle da rausgehen und alles, aber auch wirklich alles tun und noch mehr tun als normal, um dieses Spiel zu gewinnen. Das ist so. Und ich weiß, dass sich das abgedroschen anhört, weil ich das hier an gleicher Stelle schon zehnmal habe. Aber ich kann jedem versichern, ich habe es auch immer so gefühlt, weil darauf kann sich jeder verlassen, und da kann ich natürlich nur zu 100 Prozent für mich sprechen und ich bin mir sicher, dass das bei der Mannschaft auch so ist. Aber ich kann in letzter Konsequenz nur für mich sprechen. Ich werde bis zur aller-, aller-, allerletzten Sekunde kämpfen und daran glauben, dass das funktioniert. Weil, ich will, egal was passiert, mir eins nicht nachsagen lassen, dass ich nicht gekämpft habe für diesen Verein, für die Mitarbeiter und für diesen Verbleib in dieser Liga. Und darauf kann sich jeder verlassen. Und ich hoffe und glaube einfach auch daran, dass die Mannschaft, jeder Einzelne diesen Charakter auch hat. Es ist nicht aussichtslos. Es ist schwer, aber es ist nicht aussichtslos. Und wir reden hier nicht von einer rein theoretischen Chance, sondern wir sind auf etwas angewiesen. Das ist nicht gut. In die Situation haben wir uns gebracht. Wir, kein anderer. Wir spielen bis hierhin, und das wird sich auch nicht mehr ändern, egal, was morgen passiert, eine richtig schlechte Saison. Aber, das ist ein Punkt und es sind vier Tore." O-Ton Uwe Rösler, Trainer Fortuna Düsseldorf: "Wir haben uns Stück bei Stück, Meter bei Meter oder Zentimeter bei Zentimeter in eine Position gebracht, dass es ist in unserer eigenen Hand ist. Und das ist eine sehr komfortable Situation. Und die müssen wir jetzt natürlich ausnutzen. Und ausnutzen heißt, die Punkte holen, die dann noch reichen, um diesen Platz ja noch festzumachen. Bei uns geht es um sehr, sehr, sehr viel. Und das muss man auch spüren. Wenn es dann richtig wehtut in der zweiten Halbzeit, wenn es dann richtig wehtut, dann müssen wir immer noch marschieren und immer noch einen Meter mehr machen als unsere Gegner. Was dann auch der Schlüssel zum Erfolg sein kann. Ich glaube, dass meine Spieler wissen, was wir machen müssen. Das ist ein wichtiges Spiel, das ist der letzte, danach kann man nichts mehr gutmachen. Und dann müssen wir halt auch jetzt abliefern. Das ist ganz klar. Und wie man das dann nur verpackt, das ist aber auch egal. Wir sind alle Profis. Wir müssen dieser Situation gewachsen sein. Weil, das ist auch eine Qualität, um dann auch in der ersten Bundesliga auch Bestandteil der ersten Bundesliga zu bleiben."
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Der SV Werder Bremen steht vor dem Absturz in die Zweitklassigkeit. Am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga besteht nur noch eine kleine Chance für die Grün-Weißen, auch im kommenden Jahr im Oberhaus zu spielen. Das muss dafür passieren.

Wird der kommende Spieltag in der Fußball-Bundesliga nach fast vier Jahrzehnten der vorerst letzte für Werder Bremen? Der Traditionsklub von der Weser steht am Abgrund: Platz 17 und nur noch minimale Chancen, die Klasse zu halten. Der Abstieg wäre der Tiefpunkt eines jahrelangen Niederganges der einstigen Erfolgsmannschaft.

Werder Bremen ist vor letztem Bundesliga-Spieltag 17.

Und doch: Aufgeben will sich das Team von Trainer Florian Kohfeldt nicht. Denn theoretisch ist der Klassenerhalt noch möglich, zeigt ein Blick auf die Ausgangslage für die Bremer in der Tabelle:

Rang

Verein

Punkte

Tore

Differenz

16

Fortuna Düsseldorf

30

36:64

-28

17

Werder Bremen

28

36:68

-32

Werder-Bremen-Trainer Florian Kohfeldt
Steigt Werder Bremen an diesem Wochenende zum zweiten Mal nach 1980 in die Zweite Bundesliga ab? Aus eigener Kraft kann das Team von Trainer Florian Kohfeldt das nicht mehr verhindern.
© Martin Meissner / AFP

Zwei Punkte trennen die Grün-Weißen vom Relegationsplatz 16. Das heißt im Klartext: Werder Bremen muss sein Heimspiel gegen den 1. FC Köln zwingend gewinnen, um überhaupt eine Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Gleichzeitig müssen sich die Blicke nach Berlin richten, auf den Ausgang der Partie von Abstiegskonkurrent Fortuna Düsseldorf bei Union Berlin im Stadion An der Alten Försterei:

  • Gewinnt Düsseldorf in der Hauptstadt, ist Werder Bremen abgestiegen, selbst bei einem eigenen Sieg.
  • Trennen sich Düsseldorf und Berlin unentschieden, muss Werder Bremen im heimischen Weserstadion ein wahres Tor-Feuerwerk abbrennen und mindestens vier Treffer mehr als Köln erzielen (lesen Sie dazu hier mehr beim stern: "Das passiert bei Punktegleichstand in der Bundesliga").
  • Verliert Düsseldorf bei den "Eisernen", ist für Bremen zwar auch ein Sieg Pflicht – die Höhe ist dann aber egal. Spieler und Trainer von Union Berlin haben jedenfalls angekündigt, Werder Schützenhilfe geben zu wollen.

Doch selbst wenn es für den SV Werder an diesem Wochenende optimal läuft, ist nur der Relegationsplatz geschafft – das Zittern ginge weiter. Aus zwei Partien gegen den Tabellendritten der zweiten Fußball-Bundesliga müssen die Grün-Weißen als Gesamtsieger hervorgehen, erst dann könnten sie über den Klassenerhalt jubeln. In den Relegationsspielen könnte es am 2. und am 6. Juli theoretisch auch ein Zusammentreffen mit dem Erzrivalen Hamburger SV geben, alternativ mit dem FC Heidenheim.

Dass es dazu und zum Klassenerhalt kommt, ist bei der schwierigen Ausgangslage fraglich. Falls der SV Werder den Gang in zweite Liga antreten muss, können sich die Fans möglicherweise mit einem Blick in die Vergangenheit Hoffnung für die Zukunft machen: Nach dem bisher einzigen Abstieg 1980 stieg der Klub von der Weser im Jahr darauf wieder ins Oberhaus auf, wurde auf Anhieb Fünfter und avancierte unter Trainer Otto Rehhagel in den folgenden Jahren zu einer der erfolgreichsten Mannschaften Deutschlands, gewann zahlreiche nationale Titel und 1992 sogar den Europapokal der Pokalsieger.

Nun, im Sommer 2020, würde man sich in Bremen schon über so kleine Dinge wie einen Sieg gegen Köln und eine Niederlage der Düsseldorfer bei Union Berlin freuen.

Die Partien des 34. Bundesliga-Spieltags können Sie ab 15.30 Uhr hier im stern-Liveticker mitverfolgen.

wue

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