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Pressestimmen

BVB-Pleite in der Champions League : "Das schwarz-gelbe Schlaraffenland schließt fürs Erste seine Pforten"

Die britische Presse bricht in Triumph-Geheul aus. Der BVB hat sich in der der K.o.-Runde gegen Tottenham Hotspur bis auf die Knochen blamiert. Die Kritik in den deutschen Medien fällt harsch aus.

Champions League, Tottenham Hotspur - Borussia Dortmund,

Nach der Pleite gegen Tottenham muss Dortmund auf ein Wunder hoffen, um in der Champions League weiterzukommen

DPA

Nach vorne ohne Durchschlagkraft, nach hinten erneut mit großen Problemen - Borussia Dortmund hat im ersten Akt der deutsch-englischen Festspiele den Einzug in das Viertelfinale der Champions League fast schon verspielt. Nach zuletzt drei Spielen auf nationaler Bühne ohne Sieg unterlag der Tabellenführer der Fußball-Bundesliga am Mittwoch bei Tottenham Hotspur 0:3 und braucht damit im Achtelfinal-Rückspiel in drei Wochen fast schon ein kleines Fußball-Wunder. Die deutschen Medien sehen schon eine handfeste Krise der Dortmunder unter Trainer Favre heraufziehen. Die Zeitungen in Großbritannien können sich vor Begeisterungen über den Sieg Tottenhams kaum halten.

Deutschland

"Ruhrnachrichten": Stark angefangen, stark nachgelassen - und eiskalt bestraft: Der BVB kassierte im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Tottenham ein bitteres 0:3. Das Weiterkommen ist Utopie.

"Süddeutsche Zeitung": Bis acht Minuten vor dem Ende sah es am Mittwochabend im Londoner Wembley-Stadion so aus, als könne Borussia Dortmund an diesem Donnerstag mit realistischen Hoffnungen heimfliegen und Tottenham Hotspur in drei Wochen mit nur einem Tor Rückstand im eigenen Stadion begegnen. Doch in den letzten acht Minuten wurden diese Hoffnungen pulverisiert.

"Kicker": Fluchtartig und schweigend vor Entsetzen verließ der Großteil der BVB-Offiziellen den Ort des Geschehens. Nach jetzt schon vier Spielen ohne Sieg, nach zuletzt drei Spielen mit jeweils drei Gegentoren, nach dem Pokal-K.-o. gegen Werder Bremen und dem Untergang in London schließt das schwarz-gelbe Schlaraffenland fürs Erste seine Pforten.

"Spiegel Online": Die erste Krise unter Trainer Lucien Favre bahnte sich an, es gab sogar Berichte, dass sie schon da sei. Wer das bis Mittwoch leugnete, dem gehen seit dem Achtelfinale der Champions League die Argumente aus. Borussia Dortmund verlor das Hinspiel bei Tottenham Hotspur. Es gab wieder drei Gegentore, keinen eigenen Treffer. Game over?

"Bild-Zeitung": Jetzt strauchelt der BVB auch in der Champions League. Nach Aus im Pokal und zweimal Unentschieden in der Liga gibt es auch in London keinen Sieg. 0:3 gegen Tottenham. Das Viertelfinale ist nach dem Hinspiel schon fast futsch. Trainer Lucien Favre (61) nach seiner Grippe wieder fit. Aber jetzt hat er die Sieglos-Seuche!

Großbritannien

"Guardian": Die Spieler von Mauricio Pochettino zeigten einmal mehr ihre Widerstandsfähigkeit und manchmal auch große Geschicklichkeit. Sie tun es immer wieder, stellen sich der Herausforderung und sind absolut entschlossen zu zeigen, dass sie Teams mit einem höheren Ruf in der Champions League und mehr Erfahrung im europäischen Fußball auf höchstem Niveau übertreffen können.

"Daily Mail": Deutsche Mannschaften verlieren kein 0:3 in europäischen Achtelfinalspielen,  erst nicht die Bundesliga-Tabellenführer. Doch da war es, Borussia Dortmund wurde von Mauricio Pochettinos phänomenaler Leistung an der Seitelinie schlichtweg weggespült. Tottenham war zügellos.

"Daily Telegraph": Das war eine Ansage, eine Aussage, dass Tottenham Hotspur auf dieser großen Bühne erwachsen geworden ist, als es Borussia Dortmund in einer verheerenden zweiten Halbzeit überwältigten und seinen Platz im Viertelfinale der Champions League sicherte. Die Gelbe Mauer von Dortmund zerbröselte.

"Mirror": Mauricio Pochettino erkannte, was in der ersten Hälfte schief lief, änderte die Taktik zur Halbzeit und Dortmund hatte einfach keine Antwort auf Tottenhams Energie und Angriffskraft. Das ist das Kennzeichen eines Top-Managers, der Probleme erkennt und lösen kann, und Pochettino hatte den unerschütterlichen Glauben an seine Spieler, die furchtlos sind und nie wissen, wann sie geschlagen werden.

"The Sun": Pochettino hat einen starken Teamgeist in einem Verein hervorgebracht, der sich in finanzieller Hinsicht niemals für drei Jahre in Folge für die Champions League qualifiziert hätte.

sos / DPA

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