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Nations League Wildes Remis gegen die Schweiz: Drei Tore reichen DFB-Elf nicht zum Sieg

Umkämpftes Spiel zwischen Deutschland und der Schweiz
Der Schweizer Granit Xhaka kämpft gegen die Deutschen Joshua Kimmich und Toni Kroos um den Ball
© Martin Rose / Getty Images
Die sprichwörtliche Abwehrstärke der deutschen Nationalmannschaft ist dahin. In einem wilden Spiel gegen die Schweiz ließ die DFB-Elf jede Sicherheit vermissen. Immerhin konnte die Offensive gegen starke Eidgenossen noch ein Remis sichern.

Das hatte sich Jubilar Toni Kroos anders vorgestellt. Die deutsche Nationalmannschaft erlitt mit einem phasenweise wilden 3:3 (1:2) am Dienstag in Köln gegen die Schweiz den nächsten Rückschlag in der Nations League - die personellen und taktischen Umstellungen von Joachim Löw griffen in Kroos' 100. Länderspiel nicht. Kai Havertz und Serge Gnabry retteten dem Löw-Team beim Tore-Festival im Geisterspiel nach einem 0:2-Fehlstart zumindest noch das Remis. Der Bundestrainer wird in den drei ausstehenden Spielen des Jahres unter noch größerer öffentlicher Beobachtung stehen.

Mario Gavranovic (5. und 57. Minute) und Remo Freuler (26.) nach einem fatalen Fehlpass von Kroos trafen für die robusten Gäste. Fabian Schär sah Gelb-Rot (90.+3). Timo Werner verkürzte noch vor der Pause (28.), dann trafen Havertz (55.) und Gnabry (60.), der Bayern-Profi frech mit der Hacke. Wie vor knapp einer Woche gegen die Türkei reichten aber drei Tore nicht zum Sieg.

Jogi Löw konsterniert angesichts der Abwehrfehler

"Nicht für die Kritiker", sondern für sich selbst sollte die DFB-Auswahl überzeugen, hatte Löw vor dem Anpfiff in der ARD gesagt. Nach den wenig gelungen Auftritten zuletzt spielte statt einer Dreier- wieder eine Viererkette. Infolge der wieder folgenschweren Fehler in der Abwehr schaute der Bundestrainer zwischenzeitlich aber konsterniert ins fast leere Kölner Stadion. Nach nur knapp vier Minuten tauchte der frühere Bayern-Profi Xherdan Shaqiri erstmals frei vor Manuel Neuer auf. Der Triple-Torhüter konnte zunächst stark klären, im Anschluss an die folgende Ecke stand die DFB-Abwehr aber wieder so unsortiert, dass Gavranovic ohne Mühe zur Schweizer Führung köpfte.

Löw hatte im Vergleich zum 2:1 in der Ukraine am Samstag Robin Gosens, Werner und Havertz in die Startformation beordert. Die Offensivspieler rochierten viel, vor allem Torschütze Havertz sorgte mit gelungenen Aktionen für Bewegung. In der Abwehr hatte das Löw-Team früh Riesenglück, dass ein schwerer Patzer von Neuer nicht sofort zum zweiten Gegentor führte. Der Kapitän spielte einen Pass genau auf Haris Seferovic, der den Ball aber nicht perfekt weiterleiten konnte (15.).

Attraktives Spiel, unsortierte Defensive

Löws Taktik mit einem zusätzlichen Offensivspieler ging in der ersten Halbzeit gegen extrem aggressiv anlaufende Schweizer kaum auf. Joshua Kimmich, der sein 50. Länderspiel absolvierte, versuchte es aus der Distanz (22.), Werner scheiterte zunächst am Schweizer Torhüter Yann Sommer (25.). Der Fehlpass von Kroos leitete den nächsten Schweizer Konter ein, den Freuler mit einem überlegten Lupfer über Neuer zum 2:0 der Gäste abschloss.

Die DFB-Elf hatte zwar Mühe, die wenigen Räume in der dichten, Bundesliga-erprobten Abwehr der Schweizer zu finden. Dann aber eroberte der starke Havertz den Ball und leitete direkt an Werner weiter, der die deutsche Mannschaft mit einem präzisen Schuss ins lange Eck im Spiel hielt. Es war das 13. DFB-Tor des Chelsea-Stürmers, das elfte in Pflichtspielen. "Das war jetzt ganz wichtig", kommentierte Ex-Weltmeister Bastian Schweinsteiger am ARD-Mikrofon.

Havertz auffällig - stark beim 2:2

Im Anschluss kam die DFB-Elf zu weiteren Möglichkeiten. Der Gladbacher Sommer im Schweizer Tor war beim Fernschuss von Robin Gosens (35.) und beim Abschluss von Leon Goretzka (42.) zur Stelle. Kroos traf mit einem satten Linksschuss nur das Außennetz (44.), der auffällige Havertz zunächst den Pfosten (49.) - und dann nach starker Einzelleistung ins Tor. 

In der zweiten Halbzeit konnte die DFB-Elf vermehrt von der individuellen Klasse der Offensivspieler profitieren. Die fast unmittelbare Antwort der Schweizer gegen die wieder unsortierte DFB-Abwehr durch Gavranovic konterte Gnabry sehenswert. Der eingewechselte Julian Draxler verfehlte das Tor knapp (81.).

Dank einer überraschenden 0:1-Niederlage von Spanien in der Ukraine hat die deutsche Mannschaft trotz des Remis noch die Chance auf den Gruppensieg. 

dho DPA

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