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Fünf Thesen zur EM Diese Fehler darf Joachim Löw nicht machen

Bundestrainer Joachim Löw will mit Deutschland die Fußball-EM 2016 in Frankreich gewinnen
Bundestrainer Joachim Löw will mit Deutschland die EM 2016 in Frankreich gewinnen
© Arne Dedert/DPA
Deutschland will Europameister werden. Der Weg dorthin ist für Bundestrainer Joachim Löw und sein Team jedoch voller Stolpersteine. Einige davon können sie aber von vornherein umgehen.

Am Freitag geht die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich los, am Sonntag steigt auch Deutschland in das Turnier ein. Das klare Ziel für Bundestrainer Joachim Löw: Als amtierender Weltmeister will er nun auch den EM-Titel holen. Das Potenzial hat das Team sicher, besonders im starken Mittelfeld tummeln sich einige der besten Spieler der Welt. Um am 10. Juli in Paris tatsächlich den Pott in den Nachthimmel heben zu können, muss aber alles stimmen – und es dürfen kaum Fehler gemacht werden.

Was Löw auf keinen Fall machen sollte:

Gomez nur als Joker bringen

Der Rückkehrer Mario Gomez ist in Topform. Mit 26 Treffern für den türkischen Meister Besiktas Istanbul ist er gerade Liga-Torschützenkönig geworden. Auch in den Testspielen der Nationalelf deutete er seine Lust und seine Torgefahr bereits an. Doch Gomez hat ein Problem: Als Joker funktioniert er zumeist nicht. Der bullige Strafraumstürmer alter Schule braucht die 90 Minuten. Selbst wenn er eigentlich unauffällig spielt, ist er immer für das sprichwörtliche Tor aus dem Nichts gut.

Götze ins Sturmzentrum stellen

Dieser mögliche Fehler ist ein bisschen bedingt durch den ersten Punkt, denn im Sturmzentrum wird es nur einen geben. Mario Götze ist mit seinen 1,76 Meter nicht gerade der prädestinierte Strafraumstürmer. Sein volles Potenzial am Ball – und auch das als Vorlagengeber - kann der kleine Techniker besser aus dem Halbfeld heraus heben. Hier glänzte er in Dortmund und machte seine guten Spiele für den FC Bayern. Ein Götze in Topform hinter den Spitzen kann turnierentscheidend werden.

Zu sehr auf den Gegner einstellen

Bereits 2012 machte man sich in Deutschland große Hoffnungen auf den EM-Titel. Doch im Halbfinale gegen Italien folgte die bittere Pleite. Ein bis dahin perfektes Turnier mit vier Siegen in vier Spielen wurde von Mario Balotelli unsanft beendet. In den Augen vieler war es damals Löw, der sich verzockt hatte. Entgegen der Devise "Never change a winning team" bastelte er extra für Italien an Mannschaft und System herum, wollte sich speziell auf den starken Andrea Pirlo einstellen. Die Umstellungen gingen aber in die Hose, Italien gewann 2:1.

Die Angeschlagenen zu früh verheizen

Mit Mats Hummels und Bastian Schweinsteiger gehen zwei wichtige Führungsspieler angeschlagen ins Turnier. Im ersten Spiel werden beide wohl noch nicht von Beginn an auflaufen. Wann sie ins Geschehen eingreifen werden können, ist noch ungewiss. Auf jeden Fall sollte es nicht zu früh sein – zumal die Vorrunde ob des neuen Modus ohnehin zur Farce zu werden droht. Bricht die Verletzung bei einem der beiden erneut auf, wäre das Turnier für denjenigen wohl sofort beendet. Hummels aber ist in der Abwehr faktisch nicht zu ersetzen und auch Schweinsteiger kann die Mannschaft als Leitwolf mitreißen. Löw wird beide im Verlauf des Turniers brauchen.

Dreierkette spielen lassen

Ob Guardiola oder Tuchel – es ist der Defensivtrend der abgelaufenen Saison: die Dreierkette. Die Flügelverteidiger werden dabei quasi zu Flügel-Sechsern umfunktioniert und können mehr Gefahr nach vorne entwickeln, während hinten ein solider Dreierriegel für Stabilität sorgt. So zumindest die Theorie. Löws Problem aber: Er hat nicht genug starke Innenverteidiger. Boateng und Hummels sind Weltklasse, aber nur einer von beiden ist fit. Höwedes kam in der zweiten Saisonhälfte kaum zum Einsatz, Rüdiger und Mustafi spielen im doppelten Sinn in einer anderen Liga. Und Joshua Kimmich wurde zwar von Guardiola aus der Not zu einem soliden Innenverteidiger gemacht, hat aber seine Stärken eigentlich weiter vorne. Ein echte Alternative zur klassischen Viererkette mit Hector links und wem auch immer rechts hat Löw nicht.


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