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Jérôme Boateng im stern-Interview: "Ich glaube, dass ich der Truppe etwas geben kann"

Jérôme Boateng spielt bei der EM in Frankreich auf Weltniveau. Selbst Fehler verarbeitet er souverän. Mit dem stern sprach Deutschlands Abwehrstar übers Elfmeterschießen, seinen Führungsanspruch und Veränderungen bei Jogi Löw.

Jérôme Boateng bei einer Pressekonferenz in Evian

"Wir wollen ins Finale. Wir wollen den Titel": Deutschlands Weltklasseverteidiger Jérôme Boateng

Vor dem Halbfinalspiel der deutschen Nationalelf gegen EM-Gastgeber Frankreich schläft Verteidiger Jérôme Boateng "ausgezeichnet". Vor einer solchen Partie beginne bei ihm das Kribbeln erst "auf dem Weg ins Stadion", sagte Boateng dem stern. Da denke er nicht daran, dass ihm allein 30 Millionen Deutsche gleich auf die Füße schauen. "Man muss auf sich selbst fokussiert bleiben, darf nicht überdrehen."

Der von ihm verursachte Elfmeter im Spiel gegen Italien habe ihn "riesig geärgert": "Aber dann heißt es: weiterspielen, bis zum Ende." Bevor er dann beim Elfmeterschießen selbst einen Elfer schoss, habe er "nur daran gedacht: Den haust du jetzt rein", so Boateng im stern-Interview. "Wenn du daran denkst, was passiert, wenn er nicht reingeht, setzt sich das in deiner Körperhaltung fort, das sieht man dann schon." Dann werde es gefährlich.

Jérôme Boateng lässt auf Joachim Löw nichts kommen

Dass er inzwischen zum engsten Führungszirkel der Mannschaft gehört, gefällt ihm: "Mir geht es um Einfluss", so Jérôme Boateng im stern. "Klar, am Ende des Tages hat der Trainer die Macht, aber ich glaube, dass ich der Truppe etwas geben kann." Der Ausfall von Mario Gomez und Mats Hummels im Halbfinalspiel gegen Frankreich mache es "natürlich extrem schwer, aber an unserer Zielsetzung ändert das nichts: Wir wollen ins Finale. Wir wollen den Titel."

Auf Trainer Joachim Löw lässt Boateng nichts kommen. Löw coache jetzt noch entspannter als bei der WM 2014. "Er redet viel, geht auf die Leute zu." Er mache auch mal Witze. Das Niveau dieser EM sei im Vergleich zu WM hoch: "Die kleinen Teams haben sich gesteigert. Ihre Effizienz ist brutal." Deshalb seien sie so weit gekommen.



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