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Nach der Champions-League-Niederlage In den Armen von Alaba: Neymar zeigte der ganzen Welt seine Trauer

David Alaba hält Neymar nach der Niederlage in Lissabon minutenlang im Arm
David Alaba (l.) hält Neymar nach der Niederlage in Lissabon minutenlang im Arm
© Miguel A. Lopes / AFP
Einer litt ganz besonders. Neymar setzte die Niederlage gegen den FC Bayern schwer zu – und das zeigte er mit Tränen im Gesicht der ganzen Welt. Da half auch der Trost von David Alaba nicht.

Neymar weinte und keiner konnte ihn trösten. Auch die lange Umarmung von David Alaba, der den Superstar nach dem Schlusspfiff trösten wollte, half kaum. Neymar war am Boden zerstört. "Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten", schrieb der Brasilianer dann in der Nacht auf Montag bei Instagram. Dazu ein Foto, die Hand vor den verweinten Augen, der Kopf gesenkt. Der Traum vom Champions-League-Titel, zerstört durch den FC Bayern München, der das Finale am Sonntagabend in Lissabon mit 1:0 (0:0) gewann.

"Untröstlich", schrieb die französische Sportzeitung "L'Équipe" am Montag in großen Lettern über ein Titelbild mit Neymar und kommentierte "Bonjour Tristesse". Neymar ist das tränenreiche Gesicht der Niederlage. 2015 hatte er seinen Zeiten beim FC Barcelona den Pott für den Champions-League-Sieger zuletzt richtig in den Händen halten dürfen. Diesmal war nicht mehr als ein kurzes Tätscheln voller Sehnsucht beim "verpassten historischen Rendezvous von PSG" ("Le Monde") drin.

Manuel Neuer wurde für Neymar zum Albtraum

Die öffentlich zur Schau getragene Trauer lieferte aber nicht die einzigen Bilder vom Brasilianer, die im Gedächtnis haften blieben. Genauso wird die Szene aus der 18. Spielminute Neymar vermutlich noch einige Albträume bescheren. Es war der Moment, die vielleicht am meisten verdeutlichte, warum die Bayern am Ende als Gewinner vom Platz gingen und PSG als Verlierer. Neymar scheiterte mit einer Riesenchance am überragenden Manuel Neuer, und auch die Versuch, den Ball erneut zu spielen, wurde vom Bayern-Keeper pariert. Die Botschaft lautete: Heute gewinnt der Neymar keinen Blumentopf. Während des ganzen Spiels konnte der Brasilianer seinen Klasse nur selten zeigen, auch weil er konsequent von den Gegenspielern attackiert wurde.

"Es ist das schlimmste Gefühl, zu verlieren", gab Trainer Thomas zu. "Vielleicht hat uns ein bisschen das Glück gefehlt." Dennoch versuchte der Coach sofort wieder, in die Zukunft zu blicken: "Wir werden jetzt Gespräche führen, nicht über meine Verlängerung, sondern Gespräche, wie wir die Mannschaft wieder neu aufbauen und weiter verstärken müssen", erklärte Tuchel: "Denn wir brauchen neue Energie, wie brauchen neue  Qualität, um unser Niveau zu halten und um allen ganz klar die Perspektive aufzuzeigen, dass wir nicht nachlassen, dass wir weiter nach vorn gehen und dass das, was wir uns aufgebaut haben, erst der Anfang ist und nicht bereits der Höhepunkt."

Neymar waren solche Gedanken im Moment der Niederlage wohl eher egal. Nachdem er seine Medaille erhalten hatte, berührte er den großen Henkelpott im Vorbeigehen. Er wird sich mindestens ein weiteres Jahr gedulden müssen, bevor er die nächste Chance auf den großen Triumph erhält.

Mit Material der DPA


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