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Ärger mit der Justiz Bayern-Star Lucas Hernández soll Gefängnis-Strafe in Spanien antreten

Lucas Hernández: Der Star des FC Bayern soll laut der spanischen Justiz in den kommenden Tagen eine Haftstrafe antreten.
Lucas Hernández: Der Star des FC Bayern soll laut der spanischen Justiz in den kommenden Tagen eine Haftstrafe antreten.
© Alexander Hassenstein / Getty Images
Am Wochenende wurde er mit Frankreich noch Nations-League-Sieger, doch nun hat Lucas Hernández ernste Probleme. Der Bayern-Star ist von der spanischen Justiz aufgefordert worden, in den kommenden Tagen eine Haftstrafe anzutreten.

Der spanischen Justiz ist es offensichtlich ernst. Lucas Hernández, bekanntermaßen Verteidiger des FC Bayern und in der französischen Nationalmannschaft, soll am kommenden Dienstag, 19. September, um 11 Uhr vor dem Madrider Strafgericht 32 erscheinen, "um persönlich vorgeladen zu werden, damit er sich innerhalb von zehn Tagen freiwillig in eine Justizvollzugsanstalt seiner Wahl begibt." So seht es in einem Gerichtsbeschluss, der dem Bayern-Profi schriftlich zugestellt wurde, und über die die Spotzeitungen "As" (Spanien) und "L'Équipe" (Frankreich) berichtet haben. Auch das Vergehen, dessen sich Hernandez schuldig gemacht haben soll, wird demnach in dem Schreiben genannt: "Verstoß gegen ein Urteil oder eine einstweilige Verfügung". Dafür soll Hernández sechs Monate ins Gefängnis.

Doch was steckt konkret hinter dem Vorwurf der spanischen Justiz? Es geht offenbar um einen heftigen Streit, den sich Hernández im Februar 2017 auf offener Straße mit seiner damaligen Partnerin und späteren Ehefrau geliefert hat. Dabei soll es auch zu Handgreiflichkeiten seitens des Fußball-Weltmeisters gekommen sein, der zudem angetrunken gewesen sein soll. Jedenfalls erließ ein Strafgericht in Madrid ein Annäherungs- und Kontaktverbot, das offenbar bis heute Gültigkeit hat.

Luca Hernández: Kontaktverbot zu seiner Frau in Kraft

Denn Hernández und seine Frau haben sich zwar zwischenzeitlich wieder versöhnt und sogar geheiratet, doch das ändert nichts an der Rechtslage. In Spanien gelten Kontaktsperren offenbar auch im Falle einer Versöhnung. Der Grund: Es soll verhindert werden, dass Betroffene von häuslicher Gewalt unter Druck in eine Versöhnung einwilligen. Mit dem Urlaub, den das Paar einige Monate nach dem Vorfall gemeinsam verbrachten, verstieß der Bayern-Star daher gegen das gerichtliche Kontaktverbot. Die Folge: Hernández wurde nach Rückkehr von der Reise noch am Madrider Flughafen kurzzeitig festgenommen, war kurz darauf aber wieder auf freiem Fuß. Erledigt hatte sich die Sache damit aber nicht; 2019 wurde der Fußballstar wegen des Verstoßes gegen das Annäherungs- und Kontaktverbot verurteilt.

Nun fordert die Justiz in Madrid also den Strafvollzug. Schon beim Champions-League-Spiel bei Benfica Lissabon am kommenden Mittwoch könnte Hernandez somit den Bayern fehlen. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks haben die Anwälte des Franzosen gegen den Vollstreckungsbescheid Berufung eingelegt. Sie wollen demnach erreichen, dass die Haftstrafe ausgesetzt und in eine Geldstrafe umgewandelt wird. In erster Instanz soll dieser Versuch allerdings bereits gescheitert sein.

Quellen: "As"; "L'Équipe", Bayerischer Rundfunk

dho

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